Kurt Berthel

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Kurt Hermann Berthel (* 9. Juli 1897 in Gera; † 18. Januar 1960 in Karl-Marx-Stadt) war ein deutscher Politiker (KPD / SED) und Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz bzw. Karl-Marx-Stadt.

Kurt Berthel, Sohn eines Baumwollspinners, war der zweitälteste Sohn von 11 Kindern. Von 1903 bis 1911 besuchte er die Volksschule und erlernte danach den Beruf eines Zimmermannes. Im Jahr 1912 schloss er sich der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) an. Nach der Lehre ging Kurt Berthel auf Wanderschaft. Die Wanderjahre führten ihn in viele deutsche Städte. In Wittenberg trat er 1916 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) bei. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des Zentralverbandes der Zimmerer. 1917 wurde er zur Kaiserlichen Armee eingezogen und nahm als Artillerist am Ersten Weltkrieg teil. Im Jahre 1920 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Von 1926 bis 1933 war er Mitglied der KPD-Fraktion im Chemnitzer Stadtrat. Nahezu diese gesamte Zeit war er unbesoldeter Stadtrat. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten war Kurt Berthel aktiv in der illegalen Arbeit der KPD tätig. 1936 wurde er durch die Nationalsozialisten inhaftiert; später zu den Hermann-Göring-Werken Salzgitter dienstverpflichtet und 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Er gelangte in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte 1945 nach Chemnitz zurück. Bereits Ende 1945 wurde er im Auftrag des Sächsischen Ministeriums für Handel und Versorgung als Versorgungsinspektor und Leiter der Ernährungsinspektion der Stadt Chemnitz eingesetzt. 1948 wählte ihn die Stadtverordnetenversammlung von Chemnitz zum Stadtrat für Innere Verwaltung. Von 1950 bis 1952 war er 1. Bürgermeister und Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Von 1952 bis 1959 war Kurt Berthel Oberbürgermeister von Chemnitz. In seine Amtszeit erfolgte die Umbenennung der Stadt in Karl-Marx-Stadt im Jahr 1953, die Übergabe des Neubaus der Technischen Hochschule an der Kurt-Fischer-Straße, die Einweihung des Kunsteisstadions am Küchwald, die Errichtung der Parkeisenbahn (damals Pioniereisenbahn) und die Inbetriebnahme der ersten Trinkwasserfluoridierungsanlage sowie die Neueröffnung des Chemnitzer Opernhauses.

Kurt Berthel war Mitglied des gesamtdeutschen Städtetages. Bis 1989 trugen eine Straße und ein Kinderheim seinen Namen. Kurt Berthel starb am 18. Januar 1960. Sein Nachfolger wurde Fritz Scheller.

Literatur[Bearbeiten]