La Linea

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La Linea (auch Lui genannt) ist eine seit 1969 international bekannte männliche Zeichentrickfigur des italienischen Cartoonisten Osvaldo Cavandoli (1920–2007).

Die sowohl im Fernsehen als auch im Kinovorprogramm gezeigten animierten Kurzfilme zeigen ein großnasiges, sehr emotionales, häufig nörgelndes weißes Linienmännchen auf einfarbigem (meist blauem oder grünem) Hintergrund. Es wird von seinem Schöpfer, dessen zeichnende Hand gelegentlich zu sehen ist, ständig vor neue Probleme gestellt oder aus ausweglosen Situationen befreit. Dabei entsteht die gesamte Szenerie – samt tierischer, menschlicher oder gegenständlicher „Widersacher“ – meist aus einer durchgehenden Linie, die rechts und links waagrecht aus dem Bild hinausläuft. Ein wiederkehrendes Merkmal des Linienmännchens ist neben dem Sich-Beschweren bei seinem Schöpfer ein sehr extrovertiertes Lachen, bei dem es zuerst sich krümmend prustet und anschließend lauthals lacht.

Vornehmlich als kurzer Trickfilm in den Werbepausen angesiedelt, avancierte der „Miesepeter“ im Laufe der Jahre zu einer Kultfigur und wurde zu einem beliebten Werbeträger einiger Markenfirmen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La Linea wurde im Jahr 1969 erfunden, als Cavandoli im Auftrag des italienischen Küchengeräteherstellers Lagostina auf der Suche nach einer graphischen Konzeption für einen Werbespot war. Als gelernter Cartoonist suchte er nach einer neuen Idee, die alles bisherige über Bord werfen sollte: Schlichtheit und Gradlinigkeit statt Farbe und Details. Wichtig waren ihm nur ständige Aktion und Bewegung:

„Ich starrte also auf das weiße Papier und fing an herumzukritzeln. Meine Hand mit dem Stift war ständig in Bewegung und zog vor meinen Augen Linien. Als ich die Linien insgesamt betrachtete, merkte ich, dass der beste Einfall war, alles auf eine einzige Linie zu reduzieren, und mit dieser einen Linie alles, was ich erzählen wollte, auszudrücken.“

So entstand das cholerische und dennoch charmante, ständig quatschende weiße Linien-Männchen auf dunklem Hintergrund, das seinen Schöpfer zu Beginn betont herzlich begrüßt. Die anschließenden kurzweiligen Abenteuer folgen einem stets wiederkehrenden Motiv: dem abrupten Ende der Linie. Darauf reagiert La Linea – mit der Stimme von Synchronsprecher Carlo Bonomi – in der Regel erbost und mit Gezeter, nur selten wird der „Meister“ höflich heran zitiert. Die Fortsetzung erfolgt durch den zeichnerischen Eingriff Cavandolis, der zumeist nur mit seiner rechten Hand und dem Kreide-Malstift zu sehen ist, und im Regelfall vom rechten Bildrand her in das Geschehen eingreift und das Männchen vor neue Aufgaben stellt.

Seit 1972 füllt La Linea die Werbepausen vieler internationaler Fernsehanstalten. Die über 100 verschiedenen Folgen waren bei Kindern und Erwachsenen so beliebt, dass sie auch in Kinos und auf Filmfestivals gezeigt wurden, bei denen Cavandoli zahlreiche Preise gewann. Die Beliebtheit brachte schließlich einige Markenfirmen auf die Idee, La Linea als Werbeträger in das Marketing einzubinden. In ihrem Namen wirbt das Männchen u. a. für Baumärkte, Heizungsgeräte und Wundsalben.

Mit La Linea erschienen mehrere Bücher und zahlreiche Illustrationen für Zeitschriften. Die Figur ziert etliche Poster und Kalender und wird in vielen Museen ausgestellt. 1978 und 1988 entstanden mit sexilinea und eroslinea abgewandelte Animationen, mit denen die Beziehung zwischen Mann und Frau dargestellt wird. 1992 entstand die Serie Olympic Games. Zu einem neuen Bekanntheitsgrad verhalfen La Linea in den Jahren 1999 und 2000 die Musikvideos Bla, Bla, Bla und The Riddle von Gigi D’Agostino, die stilistisch stark an das Original angelehnt sind, jedoch gemeinhin als Plagiate missbilligt werden.

Die ursprünglichen Folgen sind komplett auf DVD erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]