LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz

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Die Landesvertretung für Schülerinnen und Schüler Rheinland-Pfalz (kurz LSV, Eigenschreibweise LandesschülerInnenvertretung), ist die landesweite Vertretung von ungefähr 440.000 Schülern in Rheinland-Pfalz.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Hauptaufgaben der LSV gehören die regelmäßige Vernetzung der Zusammenarbeit von regionalen Zusammenschlüssen der Vertretungen für Schüler (kurz: SVen) sowie die Interessenvertretung von Schülern gegenüber dem jeweiligen Schul- oder Bildungsministerium (Kultusministerium), den im Landtag vertretenen Parteien und anderen Organisationen.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LSV Rheinland-Pfalz ist die landesweite Vertretung aller Schüler in Rheinland-Pfalz, die eine weiterführende Schule mit Sekundarstufe I oder II, sowie Berufsschulen besuchen.

Das höchste beschlussfassende Gremium der LSV Rheinland-Pfalz stellt die LandesschülerInnenkonferenz (LSK) dar, zu der Delegierte aus allen Kreisen und Städten in Rheinland-Pfalz kommen. Auch Gäste sind auf der LSK erlaubt. Auf dieser Konferenz wählen die Schüler unter anderem den Vorstand der LSV und stimmen über Anträge zum Grundsatzprogramm ab.

Das höchste beschlussfassende Gremium zwischen den LandeschülerInnenkonferenzen ist der mit dem neuen Schulgesetz vom 1. August 2014 eingeführte Landesrat. Vorstandsmitglieder aller Kreis- und Stadt-SVen kommen zusammen um unter anderem den Haushalt zu bestimmen und Nachwahlen für den Landesvorstand durchzuführen. Die erste Sitzung des Landesrats fand am 4. Oktober 2014 in Mainz statt.

Auf regionaler Ebene schließen sich Schüler in Kreis- und StadtschülerInnenvertretungen zusammen. In Rheinland-Pfalz gibt es 36 Kreise und Städte. Diese Vertretungen bieten die Möglichkeit der Vernetzung der Schulen untereinander sowie der Vertretung der Schüler vor dem Schulträgerausschuss. Jede Kreis- und Stadt-SV wählt Delegierte zu den LandesschülerInnenkonferenzen und einen Vorstand, aus dem ein Vertreter zum Mitglied des Landesrats bestimmt wird.

Die LSV Rheinland-Pfalz ist seit dem 3. Mai 2014 Mitglied der Bundesschülerkonferenz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LSV in Rheinland-Pfalz existiert in ihrer jetzigen Form seit 1989. Auch vor der Gründung im Jahr 1989 formierten sich Schüler in Rheinland-Pfalz bereits landesweit, jedoch unter anderen Strukturen. So war die frühere Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur in Rheinland-Pfalz, Doris Ahnen, 1984 Landesschulsprecherin. Seit 1989 gibt es keine Landesschulsprecher mehr in Rheinland-Pfalz; stattdessen sind die bis zu 10 Mitglieder des Landesvorstands gleichberechtigt und besetzen verschiedene Ressorts wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die LSV vertritt seit 2007 die Interessen aller weiterführenden Schulen und deren Schülerinnen und Schüler[1].

Bis 2007 wurden von der LSV nur Gymnasien und Gesamtschulen vertreten. Am 17. Dezember 2007 hat die LSV auf ihrer 43. LSK im Landtag eine neue Satzung verabschiedet, die auch die Vertretung von Haupt- und Realschulen sowie Berufs- und Förderschulen vorsieht. Die Satzung sieht zudem eine komplette Strukturveränderung vor. So wurden die vorher existierenden regionalen Arbeitskreise aufgelöst und durch die Kreis- und Stadtschülervertretungen ersetzt. Diese Struktur trat nach einer Schulgesetzänderung zum Schuljahr 2009/10 in Kraft.

Die LSV führt verschiedene größere Veranstaltungen durch, um die Partizipation von Schülern zu ermöglichen. Dafür stehen die jährlichen Sommercamps seit 1997, sowie der Großkongress RiSiKo (Rheinland-Pfälzischer SchülerInnenkongress), bei welchem 400 Schüler verschiedenster Schularten im Jahre 2007 vertreten waren. Eine Neuauflage des erfolgreichen Projekts fand 2009 in Koblenz statt. Für die Planung eines weiteren Kongresses wurde auf der 63. LSK eine Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) gegründet, an der alle Schülerinnen und Schüler in Rheinland-Pfalz teilnehmen können.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die LSV setzt sich laut ihres Grundsatzprogramms für einen grundlegenden Schulstrukturwandel ein. Sie fordert die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems und die Einführung einer Schule für alle. Noten- und andere Bewertungssysteme werden äußerst kritisch gesehen, stattdessen sollen schriftliche Evaluationen den Schülern ein Feedback geben. Die Demokratisierung des Schulsystems steht im Vordergrund des LSV-Grundsatzprogramms. Darunter fallen die Stärkung der Vertretungen der Schülerinnen und Schüler an den Schulen und die Einführung von Schulparlamenten und Klassenparlamenten (siehe Klassenrat). Diese Forderungen wurden zuletzt 2014 im Rahmen einer Anhörung zur Novellierung des rheinland-pfälzischen Schulgesetzes eingebracht.

Darüber hinaus engagiert sich die LSV auch für die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann, wobei die bestehende Geschlechterdifferenz sozialisationsbedingt und zu überwinden sei[2]. Sie unterstützt und entwirft Programme gegen Rechtsextremismus und fordert die Abschaffung einer Wahlaltergrenze sowie die Legalisierung von Cannabis.

Durch die Forderung eines allgemeinpolitischen Mandats will die LSV Rheinland-Pfalz auch in allen möglichen politischen Belangen ihre Meinung äußern dürfen.

Mitglieder im Landesvorstand sind: Alena Schuler (Stadt-SV Frankenthal), Anna-Claire Nothof (Stadt-SV Kaiserslautern), Alexander Kouril (Kreis-SV Westerwaldkreis), Arnon Lahwpech (Kreis-SV Westerwaldkreis), Daniel Haag (Kreis-SV Südliche Weinstraße), Jim Preuss (Kreis-SV Mainz-Bingen), Joel Hankiewicz (Stadt-SV Neustadt a.d.W.), Lena Senn (Kreis-SV Mainz-Bingen), Mona Kaczun (Kreis-SV Bad Dürkheim).[3]

Förderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Oktober 2010 wird die LSV Rheinland-Pfalz durch einen Förderverein unterstützt. Der Sitz des Fördervereins ist in Mainz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.lsvrlp.de/article/430.index.html
  2. Grundsatzprogramm der LSV Rheinland-Pfalz. „Schule von morgen“. In: LandesschülerInnenvertretung Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Grundsätze und Beschlüsse 69.-30. LSK. Mainz 2016, S. 7 (lsvrlp.de [PDF]).
  3. Landesvorstand der LSV