Langenthonhausen

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Langenthonhausen
Gemeinde Breitenbrunn
Koordinaten: 49° 5′ 4″ N, 11° 40′ 1″ O
Höhe: 501 m
Einwohner: 169 (2012)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 92363
Vorwahl: 09495
Langenthonhausen
Langenthonhausen

Langenthonhausen ist ein Ortsteil des Marktes Breitenbrunn im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt östlich des Gemeindesitzes im Oberpfälzer Jura auf der Jura-Hochebene auf 501 m NHN am Fuße des 582 m hohen Eichelberges.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Mitte des 12. Jahrhunderts bezeugt ein Ulrich von (Langen-) Thonhausen als Bamberger Ministeriale eine Urkunde des Klosters Prüfening.[1] 1280 ist dieses Kloster, 1390 das Schottenkloster St. Jakob zu Regensburg in „Tanhousen“ begütert.[2] Um diese Zeit wird es bereits eine Kirche im Ort gegeben haben, die eine Filialkirche zu Breitenbrunn war. 1377 verkaufte das Kloster zum Hl. Kreuz in Regensburg ein Gut im Dorf an das Kloster Pielenhofen.[3] Im Landshuter Erbfolgekrieg 1504/05 wurde das Dorf „verbrannt“.[4] 1582 wurde der Ort aus der Pfarrei Breitenbrunn der Diözese Eichstätt ausgepfarrt, nachdem er als pfalz-neuburgischer Ort – er unterstand mit seinen 21 Anwesen (16. Jahrhundert) dem Pflegamt Hemau – die Reformation angenommen hatte.[5] Nach der Wiederannahme des alten Glaubens im Herzogtum Pfalz-Neuburg im 17. Jahrhundert wurde auch Langenthonhausen wieder katholisch und war nun wieder eine Filiale der Pfarrei Breitenbrunn.[6] Im 16./17. Jahrhundert gehörte ein Untertan in Langenthonhausen der Reichsherrschaft Breitenegg; der Hof wurde aber im 17. Jahrhundert dem Amt Hemau zugeteilt.[7] Gegen Endes Alten Reiches, um 1800, bestand der Ort aus 23 Anwesen, nämlich zwölf ganzen Höfen (mit den Hintersassen-Familien Ferstl, Schmid, Schmid, Erl Fanderl, Weismann, Drescher, Weismann, Mayer, Semler, Pollinger, Semler), acht Bausölden und drei Leersölden; die Gemeinde besaß das Hirtenhaus.[8]

Im neuen Königreich Bayern (1806) gehörte Langenthonhausen mit Herrnried zum 1808 gebildeten Steuerdistrikt Herrnried.[9] Bei der Bildung der Ruralgemeinden (1810/20) wurde der Ort eine eigene Gemeinde, der noch die 1867 erstmals erscheinende Einöde Stockeracker zugeteilt wurde.[10] 1822 bestand das Dorf aus der Kirche, 25 Häusern und einem Wirtshaus.[11] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die bis dahin im Landkreis Parsberg gelegene Gemeinde am 1. Januar 1972 in den Markt Breitenbrunn und damit in den Landkreis Neumarkt eingegliedert.

Einwohner- und Gebäudezahl des Ortes Langenthonhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1808: 159 (24 Häuser, 26 Familien)[12]
  • 1835: 156 (25 Häuser in „Langenthanhausen“)[13]
  • 1875: 162 (73 Gebäude; 20 Pferde, 161 Stück Rindvieh)[14]
  • 1937: 186[15]
  • 1950: 219 (34 Wohngebäude)[16]
  • 1961: 179 (33 Wohngebäude)[17]
  • 1987: 164 (39 Wohngebäude, 43 Wohnungen)[18]
  • 2012: 169[19]

Einwohner- und Gebäudezahl der Gemeinde Langenthonhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Langenthonhausen und Stockeracker, 728,08 ha im Jahr 1961)

  • 1875: 168 (76 Gebäude)[20]
  • 1937:190[21]
  • 1950: 226 (35 Wohngebäude)[22]
  • 1961: 186 (34 Wohngebäude)[23]
Filialkirche St. Stephan

Katholische Filialkirche St. Stephan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chorturmkirche, eine frühgotische Anlage des 14. Jahrhunderts mit noch älterem Kirchturn, wurde Ende des 17. Jahrhunderts barock umformt. Am linken Seitenaltar aus der Zeit des Spätbarocks ist auf dem Altarblatt unterhalb der Maria-Hilf-Darstellung Langenthonhausen mit der Wallfahrtskirche Eichlberg (Diözese Regensburg) zeitgenössisch abgebildet.[24] 1896 kamen neue Glocken in den Turm; 1937 waren dort drei Bronzeglocken. 1906, 1965/66 und 1991/94 wurde die Kirche renoviert, 1906 auch die Sakristei neu gebaut. Das Sanctissimum darf die Filialkirche seit 1921 aufbewahren.[25] 1979 erhielt der Kirchturm einen neuen Dachstuhl.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Kreisstraße NM 13, die etwa einen km südlich des Ortes an der Landkreisgrenze in die Kreisstraße R 27 übergeht. In die NM 13 mündet im Norden des Ortes die Kreisstraße NM 31. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach dem Breitenbrunner Ortsteil Leiterzhofen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehr Langenthonhausen e.V., gegründet 1898
  • Schützenverein Almrausch Langenthonhausen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937.
  • Manfred Jehle: Historischer Atlas von Bayern. teil Altbayern. Parsberg, München: Kommission für bayerische Landesgeschichte, 1981
  • Verhandlungen des historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1836 ff.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jehle, S. 97
  2. Buchner I, S. 111
  3. Verhandlungen, Bd. 23 (1865), S. 43, 151
  4. Armin Gugau: Untersuchungen zum Landshuter Erbfolgekrieg von 1504/1505. Die Schäden und ihre Behebung, München 2015, S. 130
  5. Buchner I, S. 112; Jehle, S. 119, 343; Verhandlungen, Bd. 90 (1940), S. 134
  6. Jehle, S. 343 f.
  7. Jehle, S. 356, 359
  8. Jehle, S. 470
  9. Jehle, S. 523, 529
  10. Jehle, S. 539, 553
  11. Repertorium des topographischen Atlasblattes Dietfurt, 1822, S. 16
  12. Neuburger Taschenbuch für 1808, S. 134
  13. Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 43
  14. Kgl. Bayer. Statistisches Bureau (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875, München 1877, Sp. 855
  15. Buchner I, S. 114
  16. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950, München 1952 Sp. 782
  17. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961, München 1964, Sp. 577
  18. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 257
  19. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012, Berlin/Boston 2012, S. 797
  20. Ortschaften-Verzeichnis 1875/1877, Sp. 855
  21. Buchner I, S. 114
  22. Ortsverzeichnis 1950/1952, Sp. 782
  23. Ortsverzeichnis 1964/1961, Sp. 577
  24. Christina Grimmiger: Kirchen der Pfarrei Breitenbrunn, Regensburg 1995, S. 21 f.
  25. Bucher I, S. 113, 116

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Langenthonhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien