Chilenische Wachsglocke

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Chilenische Wachsglocke
Chilenische Wachsglocke (Lapageria rosea), Nationalblume Chiles

Chilenische Wachsglocke (Lapageria rosea), Nationalblume Chiles

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Lilienartige (Liliales)
Familie: Philesiaceae
Gattung: Lapageria
Art: Chilenische Wachsglocke
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Lapageria
Ruiz & Pav.
Wissenschaftlicher Name der Art
Lapageria rosea
Ruiz & Pav.

Die Chilenische Wachsglocke (Lapageria rosea), auch Chilenische Glockenblume genannt, ist die einzige Pflanzenart der monotypischen Gattung Lapageria aus der Familie Philesiaceae, die zur Ordnung der Lilienartigen (Liliales) gehört. Sie ist die Nationalblume Chiles und wird dort Copihue genannt.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitungskarte von Lapageria rosea.
Habitus, Blätter und Blüte von Lapageria rosea als Zierpflanze
Chilenische Wachsglocke (Lapageria rosea)

Die Chilenische Wachsglocke ist endemisch in den gemäßigten Regenwäldern der chilenischen Westküste bis etwa 41 Grad südlicher Breite, in den „Valdivianischen Wäldern“. Lapageria rosea gedeiht an sehr kühlen Naturstandorten (aber frostfrei) immer im Schatten bis Halbschatten.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chilenische Wachsglocke wächst als immergrüne Liane, also ausdauernde, verholzende Kletterpflanze. Die wechselständigen Laubblätter sind einfach, spitzoval, ledrig und etwa 12 cm lang.

Die wachsartigen, glockenförmigen, leuchtendroten über rosafarbenen bis weißen (je nach Sorte) Blüten sind etwa 8 cm lang und hängen. Sie haben sechs (2 × 3) gleichgeformte, freie Blütenhüllblätter (Perigon). Wie alle vogelbestäubten Blüten produzieren sie in ihren sechs Nektarien viel Nektar. Die spezielle Weise, wie der Nektar in Kammern gespeichert wird, bezeichnet man als Revolverblüte. Die Blütezeit reicht vom Hochsommer bis Herbst.

Es werden Beerenfrüchte gebildet, die essbar sind.

Die Chromosomenzahl ist 2n = 30+1B.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäuber sind Kolibris (Trochilidae, z. B. Chile-Kolibri (Sephanoides sephanoides) oder Riesengnom (Patagona gigas)). Der „Revolvermechanismus“ bedingt, dass die Kolibris beim Nektartrinken um die Blüte herum fliegen, was den Bestäubungserfolg maximiert.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gelb reifende, etwa hühnereigroße Frucht wird roh oder gekocht verwendet. Sie enthält eine weiße, saftige Pulpe. [2]

Da sie dekorative Blüten besitzt, werden einige Sorten der Chilenische Wachsglocke als Zierpflanzen verwendet:

Sorten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 'Nube Blanca' (weiß)
  • 'White Cloud' (weiß)
  • 'Hugletts Blush' (hellrosa mit weiß)
  • 'Nash Court' (rot)

Namenserklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gattungsname Lapageria ehrt Joséphine de Beauharnais, Kaiserin der Franzosen, geboren als Marie Josèphe Rose Tascher de La Pagerie (1763 – 1814). Sie war in 1. Ehe mit Alexandre Vicomte de Beauharnais verheiratet, dann in 2. Ehe die Frau von Napoleon Bonaparte (1769 – 1821).[3]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lapageria rosea bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. Eintrag bei Plants for a Future. (englisch)
  3. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin Berlin 2018. [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Chilenische Wachsglocke (Lapageria rosea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien