Larry McMurtry

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Larry Jeff McMurtry (* 3. Juni 1936 in Wichita Falls, Texas) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, insbesondere von Wildwestromanen, und Drehbuchautor. Für seinen Roman Weg in die Wildnis gewann er 1985 den Pulitzer-Preis, für sein Drehbuch zu Brokeback Mountain 2006 einen Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Larry McMurtry ist der Sohn eines texanischen Viehzüchters und wuchs in der texanischen Kleinstadt Archer City auf.[1] Er studierte am North Texas State College (B.A. 1958), an der Rice University (M.A. 1960) und der Stanford University. Dort lernte er den Schriftsteller Ken Kesey kennen, dessen legendäre Reise der 'Merry Pranksters' im Sommer 1964 bei McMurtry in Texas vorbeiführte, eine Reise, die Tom Wolfe später in seinem Buch Unter Strom. Die legendäre Reise von Ken Kesey und den Pranksters (1968) berühmt machte.

Seinen ersten Roman Der Wildeste unter Tausend (Originaltitel Horseman, Pass By) veröffentlichte McMurtry 1961, seither schrieb er zahlreiche weitere Bücher und war zwei Jahre Präsident des amerikanischen P.E.N. Für seinen 1985 erschienenen Roman Weg in die Wildnis (Originaltitel Lonesome Dove), der einen Viehtrieb von Texas nach Montana gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt, wurde er 1986 mit dem angesehenen Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Außerdem schrieb er Bücher über berühmte Gestalten der amerikanischen Geschichte wie Billy the Kid und Crazy Horse. Mehrere seiner Bücher wurden verfilmt. Als Drehbuchautor wurde er 1972 für Die letzte Vorstellung für den Oscar nominiert, den er dann 2006 für Brokeback Mountain erhielt.

Von 1959 bis 1966 war er mit Josephine Ballard verheiratet, mit der er einen Sohn James (* 1962) hat, der heute Folkrocksänger und Songwriter ist. 2011 heiratete er Norma Faye Kesey, die Witwe von Ken Kesey.

Neben seiner literarischen Tätigkeit ist er auch im Buchhandel tätig und eröffnete 1970 in Washington seinen ersten Buchladen Booked Up, dem im Laufe der Jahre mehrere andere folgten.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelromane und Erzählungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982 Cadillac Jack
  • 1988 Anything For Billy
    • Desperado, dt. von Olaf Krämer; Ullstein: Frankfurt am Main, Berlin, Wien 1990. ISBN 3-550-06182-X
  • 1990 Buffalo Girls
    • Buffalo Girls, dt. von Astrid und Hans Herzog, Ullstein: Frankfurt am Main, Berlin 1993. ISBN 3-550-06041-6
  • 1994 Pretty Boy Floyd (mit Diana Ossana)
  • 1997 Zeke and Ned (mit Diana Ossana)
  • 1999 Still Wild: A Collection of Western Stories (als Herausgeber)
  • 2000 Boone's Lick
  • 2005 Loop Group
  • 2006 Telegraph Days
  • 2014 The Last Kind Words Saloon

Thalia: A Texas Trilogy[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961 Horseman, Pass By
    • Der Wildeste unter Tausend, dt. von Bernhard Schmid; Goldmann: München 1991. ISBN 3-442-41096-7
  • 1963 Leaving Cheyenne
  • 1966 The Last Picture Show (auch Auftaktbuch der Reihe um Duane Moore)
    • Die letzte Vorstellung, dt. von Sabine Hübner; Goldmann: München 1990. ISBN 3-442-09680-4

Duane Moore Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1966 The Last Picture Show (auch letzter Roman der A Texas Trilogy)
    • Die letzte Vorstellung, dt. von Sabine Hübner; Goldmann: München 1990. ISBN 3-442-09680-4
  • 1987 Texasville
  • 1999 Duane's Depressed
  • 2007 When The Light Goes
  • 2009 Rhino Ranch

Houston Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970 Moving On
  • 1972 All My Friends Are Going To Be Strangers
  • 1975 Terms of Endearment
  • 1978 Somebody's Darling
  • 1989 Some Can Whistle Jagd durch Texas, dt. von Astrid Arz und Hans Herzog; Ullstein: Frankfurt am Main, Berlin 1994. ISBN 3-550-06721-6
  • 1992 The Evening Star

Harmony and Pepper[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1983 Desert Rose
    • Stardust-Girl, dt. von Ute Mäurer u. Peter Prange; Droemer Knaur: München 1985. ISBN 3-426-01216-2
  • 1995 The Late Child

Lonesome Dove[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985 Lonesome Dove
  • 1993 Streets of Laredo
    • Abschied von Laredo, dt. von Fred Schmitz; Ullstein: Frankfurt am Main, Berlin 1996. ISBN 3-550-06775-5
  • 1995 Dead Man's Walk
  • 1997 Comanche Moon

The Berrybender Narratives[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002 Sin Killer
  • 2003 The Wandering Hill
  • 2003 By Sorrow's River
  • 2004 Folly and Glory

Drehbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1968 In A Narrow Grave - Essays on Texas
  • 1974 It's Always We Rambled (Essay über Rodeos)
  • 1987 Film Flam - Essays on Hollywood
  • 1999 Crazy Horse (Biographie des Lakota-Häuptlings Crazy Horse)
  • 2000 Roads: Driving America's Great Highways (Reiseberichte)
  • 2001 Sacagawea's Nickname (historische Essays über den amerikanischen Westen)
  • 2002 Paradise (Reisebericht über die Südsee)
  • 2005 Oh What a Slaughter: Massacres in the American West 1846-1890
  • 2005 The Colonel and Little Missie: Buffalo Bill, Annie Oakley and the Beginnings of Superstardom in America
  • 2012 Custer

Autobiographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999 Walter Benjamin at the Dairy Queen
  • 2008 Books: A Memoir
  • 2009 Literary Life: A Second Memoir
  • 2011 Hollywood: A Third Memoir

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Literatur von und über Larry McMurtry im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Larry McMurtry in der Internet Movie Database (englisch)
  • [1] McMurtry-Homepage bei seinem amerikanischen Verlag Simon&Schuster
  • [2] Interview mit McMurtry in der New York Times, 1. November 1988 (englisch)
  • [3] Video-Interview von Charlie Rose mit McMurtry und Diana Ossana über Pretty Boy Floyd (englisch)
  • [4] Porträt McMurtrys in der New York Times, 7. Dezember 1997 (englisch)
  • [5] Porträt McMurtrys im Stanford Alumni Magazine 1999 (englisch)
  • [6] Interview mit McMurtry auf ew.com, 7. November 2003 (englisch)
  • [7] Interview mit McMurtry auf LAobserved.com, 1. Mai 2008 (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artikel aus den Dallas Morning News