Lasse Samström

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Lasse Samström, eigentlich Albrecht Lahme[1] (* 23. Januar 1969[2] in Gerolstein[3]) ist ein deutscher Poetry-Slam-Dichter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albrecht Lahme besuchte von 1979 bis 1985 das Regino-Gymnasium in Prüm, danach bis 1987 das Vinzenz-Pallotti-Kolleg, eine Privatschule in Rheinbach, und danach bis 1990 das Städtische Gymnasium Rheinbach. Den Künstlernamen Lasse Samström gab er sich nach eigenen Angaben Ende der 1980er-Jahre, als er als Punksänger auftrat und der Fun Punk-Band „Amoklaufende Frittenbuden“ angehörte.[2]

Lasse Samström als Teilnehmer beim Box Slam in St. Gallen, 2005

Nachdem die US-amerikanische Spoken-Word-Bewegung in den 1990er-Jahren auch in Deutschland aufgegriffen und das Genre Slam-Poetry beim Publikum bekannt wurde, beteiligte Samström sich erstmals im Jahr 1997 als Slampoet an einem Wettbewerb. Seitdem nimmt er regelmäßig an Poetry Slams im gesamten deutschsprachigen Raum teil und hatte zudem mehrere Auftritte bei ausländischen Slam-Veranstaltungen.[2]

2002 qualifizierte er sich sowohl in der Einzel- als auch in der Team-Disziplin für die sechste deutschsprachige Poetry-Slam-Meisterschaft, die in der Schweizer Bundesstadt Bern stattfand und an der 17 Teams und 64 Slammer aus über 30 Städten teilnahmen. Bei diesem 6. German International Poetry Slam (GIPS) siegte Samström in der Disziplin „Einzel“ sowie mit seinem Team „Wuppertal“ in der Disziplin „Team“.[4][5][6] Im gleichen Jahr gewann er den kroatischen Slam-Meistertitel.[7] 2004 nahm er an den World Championships teil und errang bei der Poetry International 2004, die im niederländischen Rotterdam stattfand, den vierten Platz.[8]

Samström gehört mittlerweile zu den bekanntesten Dichtern der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene.[9][10] Er hatte bislang mehr als 80 Auftritte bei Einzel- und Teamwettbewerben, bei denen er zahlreiche Auszeichnungen erringen konnte.[2][11] So gewann er alleine im Zeitraum von 1999 bis Anfang 2006 über 50 Poetry Slams im In- und Ausland.[8]

Er gilt als Erfinder der „Schüttelprosa und des Brachialcharmes“, sein Credo lautet: „Gedichte gehören gehört und nicht gelesen. Und der Lyriker gehört auf die Bühne.[8]

Lasse Samström lebt in Bonn.

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiele für Samströms „Schüttelprosa“:[12]

  • Der innere Heineschwund.“ – Titel seines Eröffnungsbeitrags bei einem Literaturfestival
  • Schiebe ist löhn! Zwone Eifel!“ – zum Thema „Liebe

Textbeispiel für die „laminierten Schüttelreimkärtchen“, die Samström bei seinen Lesungen anbietet:[13]

  • Die ohne Schimmer schone immer.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2002: Gewinner des 6. German International Poetry Slam in Bern („Einzel“)[5]
  • 2002: Gewinner des 6. German International Poetry Slam in Bern („Team“; als Team „Wuppertal“ zusammen mit Jonas Jahn, Markim Pause und Michael Wefers)[6]
  • 2002: Gewinner der kroatischen Poetry-Slam-Meisterschaft[7]
  • 2004: 4. Platz bei den World Championships im Rahmen von Poetry International 2004 in Rotterdam[8]
  • 2011: Gewinner FritzNacht der Talente in der Rubrik Wortakrobatik[14]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CDs

Slam-Poetry-Beiträge von Lasse Samström sind enthalten auf folgenden CDs:

DVD-Videos

Slam-Poetry-Einzelauftritte von Lasse Samström sind enthalten auf folgenden DVD-Videos:

  • Poesie auf Zeit. German International Poetry Slam. Sprechstation-Verlag, Konstanz 2004, ISBN 3-932902-47-5. (120 Minuten)
  • Poetry Slam. Volume 8. 2007. (30 Minuten; im Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach)
  • Poetry Slam. Volume 11. 2008. (30 Minuten; im Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefanie Westermayr: Poetry Slam in Deutschland. Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform. Tectum Verlag, Marburg 2004, ISBN 3-8288-8764-3, S. 54.
  • Alex Dreppec et al. (Hrsg.): Dichterschlacht, schwarz auf weiß. Slam 2003. Darmstadt & Frankfurt. 1. Auflage. Ariel-Verlag, Riedstadt 2003, ISBN 3-930148-25-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Her mit den jungen Talenten!“ Das Modular Festival 2009. In: Neue Szene Augsburg, Heft Dezember 2008, S. 38. (PDF-Datei; aufgerufen am 13. Dezember 2010.)
  2. a b c d Vgl. Angaben über Lasse Samström auf dem Poetry-Slam-Internetportal myslam.net. (Aufgerufen am 13. Dezember 2010.)
  3. Vgl. [1] in seinem Profil auf last.fm (Aufgerufen am 4. September 2015.)
  4. Vgl. Stefanie Westermayr: Poetry Slam in Deutschland. Theorie und Praxis einer multimedialen Kunstform. Tectum Verlag, Marburg 2004, ISBN 3-8288-8764-3, S. 54. (Auszug: „Der sechste GIPS aus Bern/CH machte 2002 Furore: An die 2000 Zuschauer sowie Fernseh- und Radiosender beobachteten und berichteten von der Veranstaltung. 17 Teams und 64 Slammer aus über 30 Städten nahmen teil. Lasse Samström aus Bonn gewann den Einzelwettbewerb.“)
  5. a b Vgl. Gewinnerlisten der German International Poetry Slam Wettbewerbe 1997 bis 2007 auf www.slam2008.ch. (Aufgerufen am 13. Dezember 2010.)
  6. a b Vgl. Geschichte der deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften → Bern 19. bis 21. September 2002 auf www.slam2009.de. (Aufgerufen am 18. Dezember 2010.)
  7. a b Vgl. Sandra Treml: Wortschatz. Perlen des Poetry Slam. In: Das Poetry Slam Magazin. ISSN 1865-7206, Ausgabe 1, Stuttgart 2007, S. 19.
  8. a b c d Lasse Samström. In: Mitwirkende der 15. Internationalen Frühjahrsbuchwoche München zum Thema „Literatur & Sport“ vom 30.03.–6.04.2006 auf der Website des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. (Aufgerufen am 13. Dezember 2010.)
  9. Vgl. André Müller: Die Besten der Wortlautesten. Im: Onlinemagazin Tink.ch, 6. Dezember 2010. (Aufgerufen am 13. Dezember 2010.)
  10. Vgl. Sebastian Minas: Campus: 1. Trierer „Science Slam“ – Wissen mit Unterhaltungseffekt! Im: Onlinemagazin 5vier.de, 3. Dezember 2010. (Aufgerufen am 13. Dezember 2010.)
  11. Vgl. Deutsch-Schweizer Wortgefecht. Auf: Kultur-Online, 11. April 2008. (Aufgerufen am 18. Dezember 2010.)
  12. Andreas Schmidt: Bei diesen „Lesungen“ ist alles anders. In: Friedberger Allgemeine, 20. Oktober 2010. (Aufgerufen am 6. Oktober 2015.)
  13. Silvia Stieneker: „Gedichte gehören gehört“. In: Neue Westfälische, 23. Juni 2003. (Interview mit Lasse Samström; aufgerufen am 13. Dezember 2010.)
  14. So war: FritzNacht der Talente. Auf: Website des Hörfunksenders Fritz vom 30. April 2011. (Aufgerufen am 2. Mai 2011.)