Laubach-Kolleg

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Laubach-Kolleg
Wappenlaubachkolleg.gif
Schulform Oberstufengymnasium und Kolleg - Institut des Zweiten Bildungsweges
Gründung 1555
Adresse

Königsberger Straße 2

Ort Laubach
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 32′ 23,3″ N, 8° 59′ 52,8″ OKoordinaten: 50° 32′ 23,3″ N, 8° 59′ 52,8″ O
Träger Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
Leitung Ellen Reuther
Website www.laubach-kolleg.de

Das Laubach-Kolleg ist ein Oberstufengymnasium mit integriertem Kolleg als Institut des Zweiten Bildungsweges und angeschlossenem Wohnheim in Laubach (Mittelhessen). Es steht in Trägerschaft der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Laubach-Kollegs geht auf die am 7. Mai 1555 gegründete Lateinschule zurück, die Graf Friedrich Magnus zu Solms-Laubach kurz nach der Einführung der Reformation in Laubach einrichtete.

Im 20. Jahrhundert wurde von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zunächst ein Realgymnasium gegründet, das 1946 eröffnet wurde. Ab 1948 wurde daraus ein Gymnasium, das unter dem Namen Paul-Gerhardt-Schule firmierte. Ihm angeschlossen waren drei Alumnate (Internat), das Paul-Gerhardt-Alumnat (Gründung 1946), das Singalumnat (Gründung 1949) und das Graf-Friedrich-Magnus-Alumnat (Gründung 1951). Die Singalumnen stellten auch die Laubacher Kantorei, zu seiner Zeit ein Chorkörper auf dem Niveau des Dresdner Kreuzchors; es wurde 1981 geschlossen. Traditionell wurde in der Sportausbildung des Graf-Friedrich-Magnus-Alumnats ein Schwerpunkt auf den Basketball gelegt, hauptsächlich weil dessen Leiter Theo Clausen war, der in den 1930er Jahren als einer der Ersten diese Sportart in Deutschland bekannt machte. In den Jahren 1965, 1967 und 1968 standen in der Mannschaft des Deutschen Basketballmeisters der Männer – des MTV Gießen – auch Abgänger des Graf-Friedrich-Magnus-Alumnats, unter anderen hat Holger Geschwindner, der Mentor des NBA-Stars Dirk Nowitzki, bei Theo Clausen das Basketballspielen gelernt.

Mitte der 1960er Jahre errichtete die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau unweit des neuen Wohngebäudes des Graf-Friedrich-Magnus-Alumnats einen Neubau, um eine Schule des zweiten Bildungsweges einzurichten, die den Namen Laubach-Kolleg erhielt. Hier konnten Erwachsene nachträglich das Abitur erwerben. Anfang der 1970er Jahre stellte die Paul-Gerhardt-Schule, die erst 1946 in der Tradition der Laubacher Schulen seit 1555 von der EKHN unter Mithilfe des Grafen Georg Friedrich zu Solms-Laubach, des Pfarrers Schmitt und des Bürgermeisters Desch gegründet worden war, ihre Unterrichtstätigkeit ein und schloss ihre Pforten. Die Schüler der Unter- und Mittelstufe besuchten danach die Gesamtschule Laubach, während die Oberstufenschüler ins Laubach-Kolleg wechselten, das als integrierte gymnasiale Oberstufenschule und Kolleg des Zweiten Bildungsweges, das heutige Laubach Kolleg, weitergeführt wurde. Bis heute ist es eine Schule mit christlich-humanistischer Prägung; das zeigt sich nicht zuletzt durch die Pflege der alten Sprachen Latein, Griechisch und Hebräisch. Die Kollegiaten des Zweiten Bildungsweges sind während der Kursphase zur durchlaufenden Belegung wenigstens einer alten Sprache als Leistungskurs (Hauptfach) verpflichtet. Einen weiteren Profilschwerpunkt setzt die Umweltbildung. Im Jahr 2010 wurde das Laubach Kolleg als Umweltschule ausgezeichnet. Von Beginn des Schuljahres 2015/16 an können die Schüler in der Einführungsphase zusätzlich zum bewährten Bildungsangebot eigene Schwerpunkte setzen, um individuelle Interessen und  Begabungen zu fördern sowie Kompetenzen weiterzuentwickeln. Zur Auswahl stehen vier Profilfelder: „Gesellschaftliche Verantwortung“, „Ökologie“, „Alte und Neue Sprachen“ sowie „Kultur“, die sechs Studiennachmittage und ein zweiwöchigen Praktikum umfassen. Hier werden in Zusammenarbeit mit profilierten Institutionen wie umliegenden Universitäten und Fachhochschulen sowie öffentlichen Einrichtungen und Betrieben fächerübergreifend vor allem praxisorientierte Lernerfahrungen ermöglicht und diese anschließend reflektiert und über Zertifikate in das eigene Portfolio eingebunden.

Im Frühjahr 2016 wurde als weiterer Schulzweig eine "Realschule" für Erwachsene" gegründet, die im Schuljahr 2016/17 den Unterrichtsbetrieb aufnimmt und den Schwerpunkt der Förderung und Eingliederung von jungen Flüchtlingen hat.

Wohnheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute gehört ein Wohnheim zum Kolleg, das 41 Plätze für auswärtige Kollegiatinnen und Kollegiaten bzw. Schüler und Schülerinnen stellt. Das Gebäude des ehemaligen Graf-Friedrich-Magnus-Alumnats und die benachbarte ehemalige Schulturnhalle der Paul-Gerhardt-Schule wurden dem Laubach-Kolleg zugeordnet. Im Jahr 2007 wurde die Schule im Bereich der Naturwissenschaften durch einen modernen Anbau erweitert und in den Folgejahren grundsätzlich energetisch saniert.

Förderverein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Förderverein heißt Kreis der Freunde und Förderer des Laubach-Kollegs.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Programm des Großherzoglichen Gymnasiums Fridericianum zu Laubach. Laubach 1879–1894 (Digitalisat) (Jahrgänge 1884, 1886–1894)
  • Jahresbericht des Grossherzoglichen Gymnasiums Fridericianum zu Laubach. Grünberg 1895–1897 (Digitalisat)
  • Bericht über das Schuljahr ... Grünberg 1898–1917 (Digitalisat) (Jahrgänge 1898–1911, 1915)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]