Lebende Brücke

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Eine doppelstöckige Wurzelbrücke in Meghalaya

Lebende Brücken sind mit den Methoden, die in der Baubotanik erforscht werden, aus lebenden Pflanzen oder Pflanzenteilen als tragende Elemente gebildete Brücken.[1]

Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebende Brücken können entweder natürlichen oder künstlichen Ursprungs sein. Das Brückenmaterial können Wurzeln, Ranken oder Lianen bilden. Ähnlich wie bei lebenden Zäunen ist das Material, solange es lebt, vor Verrottung sicher. Beispiele für lebende Brücken finden sich unter anderem in Nordostindien und Japan.

In Cherrapunji im nordostindischen Bundesstaat Meghalaya stellt die Ethnie der Khasi Wurzelbrücken aus den Wurzeln des Gummibaumes (Ficus elastica) her. Die Khasi lassen die Baumwurzeln, um ihnen die gewünschte Richtung zu geben, an ausgehöhlten Stämmen der Betelnusspalme entlangwachsen. Wenn die Wurzeln ihren Zielort erreicht haben, werden die Stämme entfernt und die Wurzeln verwachsen sich im Boden. Mit der Zeit führt weiteres Wurzelwachstum zum Aufbau einer haltbaren, widerstandsfähigen Brücke.[2] Einige dieser Brücken sind weit über 100 Jahre alt. Auch sind Variationen – z. B. die Umnnoi-Brücke bei Laitkynsew – bekannt, die aus Wurzeln des Banyan-Baumes (Ficus benghalensis) bestehen.[3]

Über 50 Meter lange lebende Brücke bei Rangthylliang, Meghalaya

Auch in der Fauna entstehen kurzzeitige Brücken, die zur Überwindung von Zwischenräumen genutzt werden. So bilden einige Wanderameisenarten lebende Brücken durch die verkettete Reihung einzelner Ameisen, um Fließgewässer wie Rinnsale und Bäche zu überwinden.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lebende Brücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Henry Yule: Notes on the Khasia Hills, and people. In: Journal of the Asiatic Society of Bengal. Band 14, Teil 2, Heft 152, Juli–Dezember 1844, S. 612–631 (englisch; zu Anfang: Beschreibungen von Wurzelbrücken der Khasi).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lebende Bauten. Forschungsgebiet Baubotanik, Universität Stuttgart
  2. Rootbridges Blog
  3. Living Root Bridges. www.india9.com (Zugriff 12. Januar 2013)
  4. Foto Ameisenbrücke ettrich.at