Ledrosee

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Ledrosee
Lago di Ledro
Blick auf den See vom Cima Pari
Blick auf den See vom Cima Pari
Geographische Lage autonome Provinz Trient
Zuflüsse Rio Sache
Abfluss PonaleGardaseeMincioPo
Städte am Ufer Ledro
Daten
Koordinaten 45° 52′ 36″ N, 10° 45′ 2″ OKoordinaten: 45° 52′ 36″ N, 10° 45′ 2″ O
Ledrosee (Trentino-Südtirol)
Ledrosee
Höhe über Meeresspiegel 655 m s.l.m.
Fläche 2,187 km²f5
Maximale Tiefe 47 mf10

Der Ledrosee (italienisch Lago di Ledro) ist ein Bergsee in den Gardaseebergen in der italienischen autonomen Provinz Trient.

Lage und Größe des Sees[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lago di Ledro liegt auf 655 m s.l.m. Höhe zwischen dem Gardasee und dem Idrosee am Ostende des vom Palvico-Bergbach (italienisch: Rio Palvico) gebildeten Tals Valle di Ledro. Der See hat eine Fläche von 2,187 km². Die tiefste Stelle liegt 47 m unter der Wasseroberfläche.[1]

Orte am See[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ledrosee liegen drei von Landwirtschaft und Tourismus geprägte Orte:

Die genannten Orte sind Fraktionen der am 1. Januar 2010 gegründeten Gemeinde (comune) Ledro.

Fischfauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ledrosee sind folgende Fischarten anzutreffen: Alosa agone (eine Art aus der Gattung Alosa), Aal, Alburnus arborella (eine Art aus der Gattung Alburnus), Bachforelle, Dalmatinischer Zwergdöbel (eine Art aus der Gattung Rutilus), Döbel, Flussbarsch, Gemeiner Sonnenbarsch, Hecht, Karausche, Karpfen, Quappe, Schleie und Telestes souffia muticellus (eine Unterart des Strömers).[2]

Wasserkraftwerk Ledrosee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1928 wird das Wasser des Ledrosees für die Stromerzeugung genutzt. Dabei wird das Wasser mit Hilfe eines über 6 Kilometer langen Tunnels durch den Monte Oro in das fast 600 Meter tiefer gelegene von Giancarlo Maroni entworfene Speicherkraftwerk nach Riva del Garda geleitet. Um den Fremdenverkehr an Ledrosee durch die Wasserentnahme nicht zu schädigen, wird das Wasser nur im Winter abgeführt und im Sommer wieder zum Ledrosee gepumpt. Dabei schwankt der Wasserstand des Ledrosees zwischen 1 und 1,5 Metern. Das Kraftwerk wurde mehrmals modernisiert und erweitert, zuletzt 1999. Die erzeugte Gesamtleistung beträgt 133 Gigawattstunden im Jahr.[3]

Archäologische Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ledrosee ist bekannt geworden durch eine archäologische Entdeckung. Als 1929 der Wasserstand nach Inbetriebnahme des Kraftwerks in Riva del Garda sich abgesenkt hatte, entdeckte man in den Seegrund gerammte Pfähle, die sich später als Reste von Pfahlbauten aus der Bronzezeit herausstellten, die vor etwa 4.000 Jahren errichtet worden waren. Wegen der Kriegswirren und der nachfolgenden Wirtschaftskrise konnte die archäologische Forschung erst 1957 fortgesetzt werden. Viele Fundstücke waren Schwarzgräbern in die Hände gefallen, die damit einen lukrativen Handel betrieben hatten. Was noch übrig geblieben war, kann heute im Pfahlbaumuseum (Museo delle Palafitte) in Molina di Ledro besichtigt werden. Hier sind u. a. ein ca. 4,50 m langer und 75 cm breiter Einbaum, ein Modell des bepfählten Seeabschnittes und naturgetreu wiedererrichtete Pfahlbauten zu sehen.[4]

Auf 4.000 m² Fläche bildeten ca. 15.000 Pfähle die Basis für ein Dorf im See, zum Schutz vor wilden Tieren und zur Optimierung des Fischfangs.

Seit 2011 zählen die Pfahlbauten vom Ledrosee, wie im benachbarten Fiavè, zum Unesco-Welterbe.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den 1980er Jahren sind der See und die umliegenden Orte touristisch erschlossen und dienen Touristen als Ferien- und Ausflugsziel. Als Unterkunft werden zahlreiche Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser angeboten.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.tr3ntino.it/de/natur-und-landschaft/seen/ledrosee.html
  2. Infos zum Ledrosee vom italienischen Sportfischerverband FIPS auf Italienisch abgerufen am 26. Juni 2017
  3. Wasserkraftwerk Ponale und Ledrosee mit Fotos, Diagrammen, Skizzen auf Italienisch (PDF; 9,26 MB), abgerufen am 26. Juni 2017.
  4. http://www.vallediledro.com/de/das-pfahlbautenmuseum-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]