Leib Kwitko

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Leib Kwitko 1947
Titelillustration von Y. Dayts zu Dos ḳetsele, Odessa 1935
In Vald. Von Issachar Ber Ryback illustriertes Kinderbuch. Berlin, 1922

Leib Kwitko (לייב קוויטקאָ Lejb Kvitko; auch: Lew Moissejewitsch Kwitko oder Leyb Kvitko, russisch Лев Моисеевич Квитко bzw. Лейб Квитко; geboren 3. Oktoberjul./ 15. Oktober 1890greg. in Goloskov, Gouvernement Podolien, Russisches Kaiserreich, heute Holoskiw, Rajon Letytschiw, Oblast Chmelnyzkyj, Ukraine; gestorben 12. August 1952 in Moskau) war ein sowjetischer Autor und einer der bedeutendsten jiddischen Dichter des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leib Kwitko entstammte einer sehr armen jüdischen Familie und war mit zehn Jahren Vollwaise. Er erhielt die traditionelle Erziehung im Cheder. 17-jährig ging er nach Kiew, wo er später einer der führenden Poeten der Kiewer Gruppe mit David Hofstein und Perez Markisch wurde. Seine Begeisterung für die Revolution wurde dabei nur für kurze Zeit getrübt, als er von den antijüdischen Pogromen in der Ukraine unter Petlura erfuhr, den er mit großem Hass in seinen Schriften anklagt. In den Jahren 1921 bis 1925 lebte er in Weimar, trat der deutschen KP bei und schrieb Gedichte, die ihm große Bewunderung bei der Kritik eintrugen.

1925 kehrte Kwitko in die Sowjetunion zurück und ließ sich in Moskau nieder. Er war dort u. a. als Vorsitzender der Jüdischen Sektion des sowjetischen Schriftstellerverbands tätig. Im Jahr 1939 wurde er Mitglied der KP. Zu dieser Zeit schrieb er hauptsächlich Kinderlyrik, die mit den Vorgaben des sozialistischen Realismus in Einklang stand und die in Kindergärten und Schulen beliebt war. Er gehörte auch zu den Mitgliedern des Jüdischen Antifaschistischen Komitees, war Mitherausgeber der אײניקײט Ejnikejt (die Publikation des Komitees) und von סאָװעטיש הײמלאנד Sovetiš Hejmland. Die Auswahlausgabe seiner Werke von 1937 war noch ganz dem Lobpreis Stalins gewidmet.

1948 wurde Leib Kwitko verhaftet und 1952 in der Nacht der ermordeten Poeten auf Befehl Berias zusammen mit ca. 30 weiteren jüdischen Persönlichkeiten, darunter die bekanntesten jiddischen Schriftsteller und Künstler der Sowjetunion, im Zuge der stalinistischen „Säuberungen“ im Gefängnis Lubjanka in Moskau erschossen.

Kwitko war der talentierteste Anhänger des Nister und gehörte – vor allem als Lyriker und Verfasser von Kinderbüchern – zu den bekanntesten jiddischen Schriftstellern der Sowjetunion.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grin groz („Grünes Gras“), Yiddischer literarischer ferlag, Berlin 1922
  • 1919. 1922 [Enthält die Pogrome in der Ukraine]
  • Lider far kinder („Gedichte für Kinder“), Klal, Berlin 1922
  • Vaysrusische folksmayses („Weißrussische Märchen“), Zeichnungen L. Lissitzky, Kniga, Berlin 1923
  • Ukraynishe folksmayses („Ukrainische Märchen“), Zeichnungen L. Lissitzky, Kniga, Berlin 1922
  • Jugnt, 1922 („Jugend“; Gedichtband)
  • In vald („Im Wald“), Zeichnungen von Issachar Ryback, Schwellen Verlag, Berlin 1922. In Jiddisch und in deutscher Übersetzung enthalten in: David Bergelson, Lejb Kwitko, Peretz Markisch, Ber Smoliar: Der Galaganer Hahn. Jiddische Kinderbücher aus Berlin. Jiddisch und deutsch. Aus d. Jidd. übertr. und hrsg. von Andrej Jendrusch. Ed. DODO, Berlin 2003, ISBN 3-934351-06-9
  • Foyglen („Vögel“), Zeichnungen von Issachar Ryback, Schwellen Verlag, Berlin 1922. In Jiddisch und in deutscher Übersetzung enthalten in: David Bergelson, Lejb Kwitko, Peretz Markisch, Ber Smoliar: Der Galaganer Hahn. Jiddische Kinderbücher aus Berlin. Jiddisch und deutsch. Aus d. Jidd. übertr. und hrsg. von Andrej Jendrusch. Ed. DODO, Berlin 2003 ISBN 3-934351-06-9
  • Riogrander fel („Häute aus Rio Grande“), 1928 [enthält die Erfahrungen als Hamburger Dockarbeiter]
  • Geklibene Werk („Gesammelte Werke“), 1937 (Auswahlausgabe)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Leib Kwitko – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien