Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

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Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Ansicht des GEOMAR am Westufer der Kieler Förde (noch als IFM-Geomar)
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Ministerium für Bildung und Wissenschaft des Landes Schleswig-Holstein
Sitz des Trägers: Berlin, Kiel
Mitgliedschaft: Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Standort der Einrichtung: Kiel
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Naturwissenschaften
Fachgebiete: Geologie, Ozeanographie, Meteorologie, Biologie, Chemie
Grundfinanzierung: Bund (90 %), Land Schleswig-Holstein (10 %)
Leitung: Peter M. Herzig
Mitarbeiter: etwa 950
Homepage: www.geomar.de

Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Eigenschreibweise: GEOMAR) ist eine der führenden Einrichtungen auf dem Gebiet der Meeresforschung in Europa. Aufgabe des Instituts ist die Untersuchung der chemischen, physikalischen, biologischen und geologischen Prozesse im Ozean und ihre Wechselwirkung mit dem Meeresboden und der Atmosphäre. Mit dieser Bandbreite deckt das GEOMAR ein in Deutschland einzigartiges Spektrum ab.

Forschungsschwerpunkte sind:

Hinzu kommen Großprojekte in der Grundlagenforschung wie der ExzellenzclusterOzean der Zukunft“ sowie anwendungsbezogene Fragestellungen.

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Das GEOMAR verfügt über eine moderne und leistungsfähige Forschungsinfrastruktur. Dazu zählen vier eigene Forschungsschiffe, das einzige bemannte deutsche Forschungstauchboot JAGO, die Unterwasserroboter KIEL 6000, PHOCA, und ABYSS sowie verschiedene Langzeitobservatorien. An Land verfügt das Institut über eine europaweit führende Ausstattung in der Isotopenanalytik, Zugang zu leistungsfähigen Großrechnern und eine der größten meereswissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland.

In Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) ist das GEOMAR an mehreren international ausgerichteten Studiengängen im Bereich der Meereswissenschaften beteiligt.

Das GEOMAR ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, des Deutschen Klima-Konsortiums, des Konsortiums Deutsche Meeresforschung sowie des European Marine Boards und beschäftigt etwa 950 Mitarbeiter (Stand 2016).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel am Ostufer

Die Meeresforschung in Kiel hat eine lange Tradition und schuf im späten 19. Jahrhundert international herausragende Grundlagen.[1]

Im Jahr 1870 wurde auf Bitte des Deutschen Fischerei-Vereins mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums von Preußen die Preußische Kommission zur wissenschaftlichen Erforschung der deutschen Meere in Kiel gegründet.[1] Sie errichtete zunächst eine Vielzahl von Beobachtungsstationen. Im Jahr 1883 begann ihr Mitglied Victor Hensen mit Forschungsfahrten durch die Kieler Bucht, die zum Verständnis des Planktons führten und die Biologische Ozeanographie schufen.[1] Sie wurde ein Studiengang, getragen vom Institut für Meereskunde (IfM) und dem Forschungszentrum für marine Geowissenschaften (GEOMAR).[2] Später wurde daraus eine Kooperation der Universität Kiel mit IFM-GEOMAR.

Im Jahr 1902 gründet die Kommission das „Laboratorium für die internationale Meeresforschung“, in dem physikalische, chemische und biologische Untersuchungen betrieben wurden. Ihre hydrographische Abteilung wurde von dem Kieler Geographen Otto Krümmel geleitet. Bis 1938 diente der Reichsforschungsdampfer Poseidon der Fischereiforschung in der Nord- und Ostsee.

Im Jahr 1937 wurde das „Institut für Meereskunde“ als Universitätsinstitut von dem Zoologen Adolf Remane gegründet. Nach der Zerstörung des Instituts im Zweiten Weltkrieg wurde es unter Georg Wüst und Günter Dietrich wieder aufgebaut.

Im Juli 1987 gründete das Bundesland Schleswig-Holstein durch ein Gesetz die Stiftung für Marine Geowissenschaften (GEOMAR), eine Stiftung des öffentlichen Rechts zum Betrieb eines Forschungsinstituts.[3] Standort wurde das Kieler Ostufer. Während sich das Institut für Meereskunde mit den physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen im Meer und der Wechselwirkung mit der Atmosphäre beschäftigte, standen bei Forschung des Geomar die geologischen, geophysikalischen und geochemischen Prozesse des Meeresbodens und der Interaktion mit der Wassersäule im Vordergrund.

Im Jahr 2004 wurde das Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (Geomar-IfM) gebildet aus der „Stiftung für Marine Geowissenschaften“ (GEOMAR) und dem „Institut für Meereskunde an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel“ (IfM).[4] Es war wie das heutige GEOMAR eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung mit Sitz in Kiel. Seine Forschungsaktivitäten waren der anwendungsorientierten Grundlagenforschung der Ozeanografie, der Geologie und der Meteorologie zuzuordnen. Das Institut war eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Schleswig-Holstein, Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) und ein An-Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

2012 wurde die Forschungseinrichtung in die Helmholtz-Gesellschaft überführt und heißt seitdem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Dadurch ist eine hauptsächliche Finanzierung durch den Bund (Anteil 90 %) gegeben.[5]

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut hatte folgende Forschungsschwerpunkte:

Die Forschungsschiffe des GEOMAR an der Pier Westufer

Es gliederte sich in die vier zentralen Bereiche „Ozeanzirkulation und Klimadynamik“, „Marine Biogeochemie“, „Marine Ökologie“ und „Dynamik des Ozeanbodens“ sowie den Sonderforschungsbereich (SFB) der Deutschen Forschungsgemeinschaft, den SFB 754 „Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“.[6]

Das Institut betreibt die vier Forschungsschiffe Alkor, Poseidon, Littorina sowie das Forschungsboot Polarfuchs und das einzige deutsche bemannte Forschungstauchschiff Jago.[7] Zum Institut gehört eine eigene Pier für die Forschungsschiffe. Ferner betreibt das GEOMAR drei Tiefseeroboter: das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug ROV Kiel 6000 mit einer maximalen Tauchtiefe von 6000 Metern, das autonome Unterwasserfahrzeug AUV ABYSS sowie seit Januar 2011 das ferngesteuerte Unterwasserfahrzeug ROV PHOCA mit einer maximalen Tauchtiefe von 3000 Metern.

An das Institut angegliedert ist außerdem das öffentliche Aquarium mit Seehundebecken an der Kiellinie.[8]

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GEOMAR bildet in Kooperation mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Studenten im Bachelor-Studiengang „Physik des Erdsystems: Meteorologie – Ozeanographie – Geophysik“[9] sowie in den Masterstudiengängen „Biological Oceanography“[10] und „Climate Physics: Meteorology and Physical Oceanography“[11] aus. Ferner werden Beiträge zu verschiedenen Studiengängen (Chemie, Geologie, Mineralogie und Geophysik) geleistet.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das GEOMAR erhält seine Grundfinanzierung nach dem in der Helmholtz-Gemeinschaft üblichen Schlüssel zu 90 % vom Bund und zu 10 % vom Sitzland.

Für das Jahr 2015 sind für die Grundfinanzierung des Instituts in den Haushaltsplänen insgesamt 47 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen Drittmittel verschiedener Finanzierungsgeber. Insgesamt hat das Institut einen Etat in Höhe von mehr als 70 Millionen Euro und rund 950 Mitarbeiter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geomar (Kiel) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Eric L. Mills: Biological Oceanography – An Early History, 1870–1960. 2. Auflage. University of Toronto Press, 2012, ISBN 978-1-4426-1372-0, S. 3 ff. (Auszug online bei Google [abgerufen am 6. Januar 2014]).
  2. Neues Studienprogramm „Biologische Ozeanographie“. Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. 5. Mai 2003. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  3. Gesetz über die Errichtung der „Stiftung für marine Geowissenschaften (GEOMAR)“. juris. 2. Juli 1987. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  4. Gesetz über die Errichtung der Stiftung Leibniz-Institut für Meereswissenschaften
  5. Geschichte im Webauftritt des Instituts
  6. GEOMAR auf einen Blick im Webauftritt des Instituts
  7. Das Forschungstauchboot Jago im Webauftritt des Instituts
  8. Website des Aquariums am Geomar
  9. http://www.geomar.de/studieren/bsc-physik-des-erdsystems/
  10. http://www.geomar.de/studieren/msc-biological-oceanography/
  11. http://www.geomar.de/studieren/msc-climate-physics/

Koordinaten: 54° 19′ 38″ N, 10° 10′ 55″ O