Lenin (Album)

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Lenin
Studioalbum von Die Goldenen Zitronen

Veröffentlichung(en)

2. Juni 2006

Aufnahme

April - August 2005, Februar 2006

Label(s)

Buback TonträgerBTT85-1, Indigo

Format(e)

CD, LP

Genre(s)

Hamburger Schule
Punk

Anzahl der Titel

13

Laufzeit

50:18 min

Besetzung

weitere Musiker:

Produktion

DJ Phono

Chronologie
Schafott zum Fahrstuhl
(2001)
Lenin Die Entstehung der Nacht
2009
Singleauskopplungen
Wenn ich ein Turnschuh wär
Gevatter Böhm erzählt

Lenin ist das neunte Studioalbum der Hamburger Band Die Goldenen Zitronen. Es wurde am 2. Juni 2006 vom Hamburger Plattenlabel Buback Tonträger veröffentlicht, fünf Jahre nach dem letzten Album Schafott zum Fahrstuhl.

Das Album ist nach dem russischen Revolutionär Wladimir Iljitsch Uljanow, kurz Lenin, benannt. Der Titelsong ist eine Verarbeitung des Eisler-Liedes Lenin (Er rührte an den Schlaf der Welt) mit dem Text von Johannes R. Becher [1][2] und wird durch Ernst Busch mit dem Ausspruch „Lenin“ eröffnet.

Der Song Von den Dämonen des Wesley Willis behandelt zum einen das Leben des amerikanischen Outsider-Künstlers Wesley Willis sowie die gemeinsame Tour von Willis mit den Goldenen Zitronen im Jahr 2001 durch die USA. Über diese Tour wurde auch ein Dokumentarfilm, Golden Lemons, gedreht, von dem sich die Band später ausdrücklich distanzierte. [3]

Für den Song Mila wurde im Sommer 2006 auf Rügen ein Musikvideo gedreht. Regie führten Schorsch Kamerun und Eva Könnemann. Ebenso wurde der Song 2006 zusammen mit dem Titel Das sag ich dir nicht für das Hörspiel "Ein Menschenbild, was in seiner Summe Null ergibt" von Schorsch Kamerun verwendet und neu interpretiert. Beide Titel zeichnen sich durch Bewusstseinsstrom-artige Texte aus. Das Hörspiel wurde 2007 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.

Das Cover des Albums ist - wie so oft bei Alben der Goldenen Zitronen (so auch bei Die Entstehung der Nacht) - ein Gemälde des Hamburger Malers Daniel Richter.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Preußler vergab 7 von 10 Punkten an das Album und schreibt auf der Webseite plattentests.de:

„Vertrackte Rhythmik, verkopfte Melodieführungen und eine hochfrequentierte Wortnutzung. "Lenin" bietet ein mäanderndes Zusammenspiel von elektronischer Energie und treibenden Rockelementen. Allen Liebhabern der "Porsche, Genscher, Hallo HSV"-Parolendrescherei wird "Lenin" sicherlich das Entsetzen ins Gesicht meißeln. Falls Dich das überraschen sollte, müssen wir Dir leider unterstellen, daß Du die letzten 10 Jahre nicht aufgepaßt hast.“

Christian Preußer[4]

In der Zeit wurde geschrieben:

„Lenin ist ein Avantgarde-Album, auch wenn die Zitronen bei Bedarf »fetziger als die Babyshambles« sein können, wie Kamerun betont. Seit den Anfängen der Band im spaßigen Punk wird ihre Musik immer komplexer, ohne an Kompromisslosigkeit einzubüßen, und die Gesellschaftskritik feiner. Man schlägt auch dort zu, wo sich Stereotypes zu Neospießertum verdichtet: »Ich höre auch viel Deutschlandfunk in letzter Zeit« – Kamerun singt das so, dass man darüber lachen muss.

Dem großen Erfolg der Goldenen Zitronen steht eigentlich nur ihre eigene Superschlauheit im Wege: Lenin ist keine leichte Punkrockplatte, mit der sich durch TV-Shows tingeln lässt, sondern ein außergewöhnliches, vielschichtiges und manchmal schwieriges Kunstwerk, das die deutsche Gegenwart gekonnt erfasst.“

Zeit.de[5]

Alexander Lazarek schreibt im Intro:

„“Lenin” ist die reißzahnigste und präziseste Platte seit “Economy Class” [Album der Zitronen, 1996] und mit all den Orgeln, Synthies, Glöckchen und hörspieligen Hintergrund-Stimmen für Goldie-Verhältnisse sogar geradezu zugänglich, ja, reich? Ja, aber noch lange kein Mitsingen, und Agitpop-Dancing schon gar nicht, nein.“

Alexander Lazarek[6]

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1. Lied der Stimmungshochhalter (3:09)
  • 2. Mila (3:54)
  • 3. Von den Dämonen des Wesley Willis (3:54)
  • 4. Wenn ich ein Turnschuh wär (5:17)
  • 5. Mickeyrourkeske (2:49)
  • 6. Lenin (4:31)
  • 7. Complication (2:36)
  • 8. Der Bürgermeister (4:17)
  • 9. Raus aus der Klasse, zurück in die Klasse (3:33)
  • 10. Das sag ich dir nicht (3:03)
  • 11. Terminator I und Sigmund Freud (3:36)
  • 12. Europäische Aussenstellen (3:12)
  • 13. Gevatter Böhm erzählt (3:03)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • LENIN (PDF; 2,6 MB) - Material der Goldenen Zitronen zu Lenin

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Er rührte an den Schlaf der Welt (Lenin). erinnerungsort.de. Archiviert vom Original am 12. Dezember 2011. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/erinnerungsort.de Abgerufen am 24. März 2012.
  2. Ernst Busch - Lenin (Er rührte an den Schlaf der Welt). YouTube. Abgerufen am 24. März 2012.
  3. Verlautbarung der GOLDENEN ZITRONEN zum unerfreulichen Kinostart des Films. In: goldenlemons.de. Abgerufen im 28. Oktober 2008.
  4. Christian Preußer: Engels Zungen. plattentests.de. Abgerufen am 24. März 2012.
  5. Des Sängers leiser Schrei - Die Goldenen Zitronen decken mit »Lenin« die Verlogenheit des Lebens auf. Die Zeit. 2006. Abgerufen am 24. März 2012.
  6. Alexander Lazarek: Die Goldenen Zitronen: Lenin. intro.de. Archiviert vom Original am 8. August 2007. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.intro.de Abgerufen am 24. März 2012.