Leopold Joseph Baer

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Leopold Joseph Baer, auch Bär, (* 23. Oktober 1805 in Bockenheim bei Frankfurt am Main; gest. 31. Dezember 1861 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Antiquar und Buchhändler. Er baute das Antiquariat seines Vaters in Frankfurt zu einem der bedeutendsten Antiquariate in Europa aus.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baer besuchte als einer der ersten Juden das Städtische Gymnasium in Frankfurt am Main und trat 1820 in das Antiquariat seines Vaters Joseph Baer ein (Joseph Baer & Co.), das er ab 1824 mit seinen älteren Brüdern Bernhard Joseph (1799–1864)[1] und Hermann Joseph (1801–1881) leitete. Ab 1834 firmierte das Unternehmen als Joseph Baer – Handlung und Spedition, verbunden mit antiquarischem Bücherlager, ab 1836 als Joseph Baer, Antiquariat, Buch- und Kunsthandlung. Während sein Bruder Hermann auf Reisen unter anderem nach England, Frankreich, Italien und Holland Bücher und Kunstwerke erwarb, führte er die Geschäfte in Frankfurt. 1841 schieden Bernhard Joseph und Hermann Joseph Beer aus der Firma aus. 1847 trat Hermann Joseph erneut in die Geschäftsleitung ein.

Das Antiquariat zählte mit seinem umfangreichen Buchbestand von über 200.000 Exemplaren um 1848 unter anderen Jacob Grimm, Arthur Schopenhauer und Otto von Bismarck zu seinen Kunden. 1850 verlegte Baer das Geschäft sowie den inzwischen angeschlossenen wissenschaftlichen Verlag aus der Steingasse in der östlichen Altstadt an den Roßmarkt. Nach seinem Tod 1861 führte seine Witwe mit seinem Bruder Hermann das Geschäft, bis sein Sohn Simon übernahm. Sein Bruder Hermann gründete 1869 eine Filiale in Paris, die nach seinem Tod 1881 der zweite Sohn Joseph von Leopold Joseph Baer übernahm, der aber auch schon 1884 starb. Das Pariser Geschäft wurde dann an F. Fetscherin & Chuit verkauft.

1853 wurde er mit seinem Bruder vom russischen Zaren zum Hauptkommissär für die Bibliotheken in Sankt Petersburg und Moskau ernannt. Er hatte auch wesentlichen Anteil an der Ausstattung öffentlicher Bibliotheken in Deutschland.

Er war der Vater von Simon Leopold Baer, der 1873 mit Saly Baer das Familienunternehmen übernahm und ab 1882 allein führte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Baer, Bernhard Joseph. Hessische Biografie (Stand: 11. April 2010). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 10. Mai 2017.