Ließem (Wachtberg)

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Ließem
Gemeinde Wachtberg
Koordinaten: 50° 38′ 54″ N, 7° 9′ 32″ O
Höhe: 175 m ü. NHN
Einwohner: 1660 (25. Sep. 2014)[1]
Eingemeindung: 1. August 1969
Postleitzahl: 53343
Vorwahl: 0228
Marienkapelle, Ließem
Marienkapelle, Ließem

Ließem ist eine Ortschaft in der Gemeinde Wachtberg im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen, südlich von Bonn.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ließem liegt auf einer alten Rheinterrasse im Drachenfelser Ländchen. Die Gemarkung Ließem ist rd. 323 ha groß[2] und grenzt im Norden an die Ortsteile Heiderhof und Lannesdorf der Bundesstadt Bonn. Die Grenze verläuft entlang des Wittgesbachs, einem Zufluss des Rheins. Der Noßbach, auch Furtgraben genannt, entspringt in der Gemarkung Ließem und mündet in den Wittgesbach.

Der Siedlungsbereich wird durch die Kreisstraße 14 zweigeteilt: Östlich liegt der ältere Dorfbereich, westlich das insbesondere zwischen 1972 und 1975 mit rund 270 Wohneinheiten errichtete Neubaugebiet. Das Neubaugebiet wird im Volksmund Köllenhof genannt, also benannt nach dem Hof, zu dem die überbauten Felder zuvor gehörten.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste bekannte urkundliche Erwähnung der Ortsbezeichnung Liezheim stammt aus dem Jahr 795.[4] Ließem gehörte nach 1301 zusammen mit den benachbarten Dörfern Berkum, Gimmersdorf, Niederbachem, Oberbachem, Pissenheim (heute Werthhoven) und Züllighoven den kurkölnischen Burggrafen zu Drachenfels. Von 1798 bis 1815 bildeten diese Ortschaften die französische Mairie Villip im Land-Kanton Bonn.[5] Von 1816 bis 1969 war Ließem Teil der Bürgermeisterei Villip, die 1930 in „Amt Villip“ umbenannt wurde. Durch das Gesetz zur kommunalen Neugliederung des Raumes Bonn (Bonn-Gesetz) wurde die selbständige Gemeinde Ließem am 1. August 1969 einer von 13 Ortsteilen der neugegründeten Gemeinde Wachtberg.[6]

In Ließem (Hohler Weg 5) befand sich vor der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin (1999) die Residenz des Botschafters der Republik Sambia in der Bundesrepublik Deutschland.[7][8] (→ Liste der diplomatischen Vertretungen)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neugotische, dreischiffige St. Marien-Kapelle wurde 1884 bis 1886 erbaut. Sie ist eine Stiftung des aus Ließem stammenden katholischen Pfarrers Gottfried Köllen.[9] Die Kapelle war bis zum 31. Dezember 2009 ein Gotteshaus der Pfarrei Heilige Drei Könige Oberbachem. Die Pfarrei ist am 1. Januar 2010 aufgegangen in die neugegründete Pfarrei St. Marien Wachtberg.[10]

Der Köllenhof ist eine vierflügelige fränkische Hofanlage aus dem 17. Jahrhundert, die 1989 zu einem Kultur- und Begegnungszentrum umgebaut wurde.[3] Dort befindet sich auch eine kommunale Bücherei des Wachtberger Büchereiverbundes.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sankt–Sebastianus-Schützenbruderschaft Ließem[12]
  • Verein zur Förderung der historischen Kirmes in Ließem e. V.[13]
  • SC Ließem 90 e. V.[14]
  • TuS Ließem

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Jürgen Döring: Wachtberg. Alte Bilder einer jungen Gemeinde. Wachtberg 1982, ISBN 3-88913-059-3.
  • Franz Müller: Leben rund um den Wachtberg. Eine Zeitreise durch 30.000 Jahre Geschichte einer rheinischen Landschaft. Wachtberg 1993, ISBN 3-925551-60-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ließem (Wachtberg) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen Gemeinde Wachtberg
  2. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn 1898, S. 61.
  3. a b Weißt Du noch? Vom Bauernhof zum beliebten Bürgertreff – der Köllenhof in Ließem und sein Besitzer Johannes Köllen. In: 40 Jahre Gemeinde Wachtberg. Gemeinde Wachtberg, 20. Mai 2009; abgerufen am 8. April 2015.
  4. Wilhelm Levison: Die Bonner Urkunden des frühen Mittelalters. In: Bonner Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande und des Rheinischen Provinzialmuseums in Bonn. Heft 136/137, Bonn und Darmstadt 1932. Nr. 19.
  5. Handbuch für die Landleute vom Rhein-Mosel-Departement. 1808, S. 126. (www.dilibri.de)
  6. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 83.
  7. Auswärtiges Amt (Hrsg.): Liste der diplomatischen Missionen in der Bundesrepublik Deutschland. Stand: März 1992.
  8. Auswärtiges Amt (Hrsg.): Liste der diplomatischen Missionen und anderen Vertretungen in der Bundesrepublik Deutschland. Stand: April 1995.
  9. Ökumenischer Arbeitskreis Wachtberg (Hrsg.): Kirchen und Kapellen in Wachtberg. 2009, S. 11 (PDF).
  10. Urkunde über die Neuordnung der Kirchengemeinden St. Margareta, Wachtberg-Adendorf, St. Georg, Wachtberg-Fritzdorf, St. Maria Rosenkranzkönigin, Wachtberg-Berkum, St. Gereon, Wachtberg-Niederbachem, Hl. Drei Könige, Wachtberg-Oberbachem, St. Simon und Judas und Thaddäus, Wachtberg-Villip im Dekanat Meckenheim/Rheinbach, Seelsorgebereich Wachtberg. In: Amtsblatt des Erzbistums Köln. Stück 1, Nr. 37, 1. Januar 2010, S. 40 (PDF [abgerufen am 8. April 2015]).
  11. Die kommunale Bücherei im Köllenhof. In: Lesen im Ländchen – Die Wachtberger Büchereien im Porträt. Gemeinde Wachtberg, 2. April 2014; abgerufen am 8. April 2015.
  12. Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft Ließem
  13. Verein zur Förderung der historischen Kirmes in Ließem
  14. SC Ließem 90 e. V.