Linsen

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Dieser Artikel behandelt die Pflanzengattung. Siehe auch Linse bzw. Linsen (Begriffsklärung).
Linsen
Linse (Lens culinaris)

Linse (Lens culinaris)

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Fabeae
Gattung: Linsen
Wissenschaftlicher Name
Lens
Mill.

Die Linsen (Lens) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Von wirtschaftlicher Bedeutung ist die als Nahrungspflanze genutzte Linse (Lens culinaris).

Beschreibung[Bearbeiten]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Lens-Arten sind vorwiegend einjährige, seltener auch ausdauernde, krautige Pflanzen. Der Stängel ist aufrecht bis niederliegend.

Die wechselständigen Laubblätter sind meist paarig gefiedert mit zwei bis acht Paaren von Fiederblättchen. Die Rhachis endet in einer grannenartigen Spitze, oder auch in einer einfachen Ranke; in seltenen Fällen ist eine Endfieder vorhanden. Die verkehrt-eiförmige bis verkehrt-eiförmig-lanzettlichen Fiederblättchen besitzen einen glatten Rand. Die Nebenblätter sind halbpfeilförmig bis lanzettlich.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Samen verschiedener Linsen-Züchtungen (Lens culinaris)

In seitenständigen, lang gestielten, traubigen Blütenständen stehen nur eine bis mehrere Blüten. Die Tragblätter sind klein und hinfällig und Deckblätter fehlen.

Die für die Familie relativ kleinen Blüten sind zwittrig, zygomorph, fünfzählig mit doppelten Perianth. Die fünf gleichen Kelchzähne sind mehrfach länger als die Kelchröhre. Die fünf Kronblätter sind weiß, blass lila bis bläulich. Die genagelte Fahne ist verkehrt-eiförmig. Die zwei genagelten und geöhrten Flügel sind mit dem Schiffchen verwachsen. Das Schiffchen ist gerade, spitz und besitzt häufig einen leichten Schnabel. Es sind zehn Staubblätter vorhanden, wobei das oberste Staubblatt frei ist und die Staubblattröhre schief abgeschnitten ist. Der fast sitzende Fruchtknoten beinhaltet nur zwei Samenanlagen. Der Griffel ist dorsiventral leicht abgeflacht und trägt oben an der Innenseite einen leichten Bart. Die Narbe ist klein und eiförmig.

Die kurz gestielte Hülsenfrucht ist stark abgeflacht und beinhaltet ein bis zwei Samen. Die braunen Samen sind abgeflacht und rundlich. Der Funiculus (Stiel) ist in einen Arillus erweitert.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Lens hat eine altweltliche Verbreitung hauptsächlich vom Mittelmeerraum bis Zentralasien. Sie kommt in Europa, Nordafrika, im Mittleren Osten bis in den Kaukasus vor. Sie strahlt auf die Kanarischen Inseln, ins tropische Afrika und auch bis Indien [1] aus.

Systematik[Bearbeiten]

Der Name Lens geht auf die lateinische Bezeichnung für die Linse zurück. Die Gattungsname Lens wurde 1754 von Philip Miller in The Gardeners Dictionary...Abridged..., 4. Auflage, Band 2 erstveröffentlicht. Ein Synonym für Lens Mill. ist Lentilla W.Wight ex D.Fairchild [2].

Die Gattung Lens gehört zur Tribus Fabeae in der Unterfamilie der Faboideae innerhalb der Familie der Fabaceae [2]. Sie umfasst vier oder sechs Arten [1]:

Alle Lens-Arten sind diploid mit einem Chromosomensatz von 2n = 14.

Die Schwestergruppe der Gattung Lens ist die Gattung Vicia [3].

Belege[Bearbeiten]

  • Bojian Bao & Nicholas J. Turland: Lens in der Flora of China, Volume 10, 2010, 576: Online. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • S. I. Ali: Papilionaceae in der Flora of Pakistan: Lens - Online. (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
  • Y. Durán & M. Pérez de la Vega: Assessment of genetic variation and species relationships in a collection of Lens using RAPD and ISSR, In: Spanish Journal of Agricultural Research, 2 (4), 2004, S. 538-544. PDF-Online.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ILDIS, abgerufen 16. Oktober 2008.
  2. a b Lens im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3.  Martin F. Wojciechowski, Matt Lavin, Michael J. Sanderson: A phylogeny of legumes (Leguminosae) based on analysis of the plastid matK gene resolves many well-supported subclades within the family. In: American Journal of Botany. 91, 2004, S. 1846–1862 (abstract).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Linsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien