Lollipop (Lied)

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Lollipop ist ein international bekanntes, beliebtes und häufig gecovertes Lied, das 1958 von dem berühmten Gesangsquartett The Chordettes populär gemacht wurde. Lollipop ist berühmt für sein rhythmisches Klatschen und ein amüsantes „Plopp!“-Geräusch, das nach fast jedem Refrain ertönt.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lollipop ist für SATB (vierstimmiges Acapella) ausgelegt und wird mit Piano, Bassgitarre und rhythmischem Händeklatschen begleitet.[2] Das Lied ist eine Mischung aus den Musikrichtungen Doo Wop und A capella-Jazz.[1]

Inspiration zum Song war vorgeblich ein privates Missgeschick, welches dem Songwriter Julius Dixon widerfahren war: Seine kleine Tochter hatte einen extrem klebrigen Lollipop geschenkt bekommen. Irgendwie blieb der Lutscher in ihren Haaren hängen, woraufhin Dixon und seine Frau einige Mühen hatten, den Lollipop wieder zu entfernen. Durch diesen Umstand erschien Dixon zu spät zu einem wichtigen Treffen mit der Songwriterin Beverly Ross. Als Dixon seiner Kollegin von dem Missgeschick erzählte, war diese amüsiert, und so schrieben beide den Liedertext zu Lollipop.[3]

Veröffentlichung und Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Text zu Lollipop stammte von Julius Dixon und Beverly Ross.[4] Ursprünglich wurde es von dem Gesangsduo Ronald & Ruby privat aufgeführt, doch der Erfolg war recht gering. Als amerikanische Plattenfirmen herausfanden, dass Ronald Gumps (Frontsänger des Duos) schwarz und Beverly „Ruby“ Ross (Zweitstimme) weiß sind, weigerten sich die Firmen, das Lied öffentlich aufzuführen. Außerdem bemängelten sie, dass gewisse Anspielungen in einzelnen Textzeilen bezüglich des Wortes „Lollipop“ unzüchtig seien.[5]

Am 10. März 1958 coverten The Chordettes das Lied und landeten sofort einen Hit.[6] Lollipop war 12 Wochen lang auf Platz 3 in den US-Charts, 2 Wochen auf Platz 1 der kanadischen Charts und ebenso lange auf Platz 6 in den UK-Charts.[7][8] Um das Lied jugendgerechter zu machen, wurden ein paar der ursprünglichen Zeilen inhaltlich wie sprachlich verniedlicht.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patrick Allen: Developing Singing Matters. Heine-Verlag, Oxford (UK) 1999, ISBN 0435810189.
  • David A. Jasen: A Century of American Popular Music. Routledge, London/New York 2013, ISBN 1135352712.
  • David F. Lonergan: Hit Records, 1950-1975. Scarecrow Press, Lanham 2005, ISBN 0810851296.
  • Stephen Nugent: Sources Of British Hit Songs: Writers, American Hits And Original Versions. In: Charlie Gillett, Simon Frith (Hg.): Rock File 3. Panther Books, Frogmore/St. Albans 1975.
  • Professor Jon Stratton: When Music Migrates: Crossing British and European Racial Faultlines, 1945–2010. Ashgate Publishing Ltd., Burlington 2014, ISBN 1472429788.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Patrick Allen: Developing Singing Matters. S. 11–14.
  2. Copyright Office, The Library of Congress: Catalog of Copyright Entries: Third series, Band 27. Copyright Office, Washington 1973, ISSN 0041-7866, Seite 437.
  3. Anekdote zu Dixons Inspiration zum Lied auf songfacts.com (englisch); zuletzt aufgerufen am 24. Juni 2020.
  4. Ben Sisario: Julius Dixon, 90, Songwriter Known for the 1958 Hit Lollipop. In: The New York Times, March 4, 2004, page 16. (Englisch). Zuletzt aufgerufen am 8. November 2015.
  5. a b Professor Jon Stratton: When Music migrates. Seite 54.
  6. David F. Lonergan: Hit Records, 1950-1975. Seite 133.
  7. David A. Jasen: A Century of American Popular Music. Seite 121.
  8. Stephen Nugent: Sources Of British Hit Songs. S. 142.