Lore Lorentz

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Lore Lorentz (1966)

Lore Lorentz (* 12. September 1920 in Moravská Ostrava, deutsch Mährisch-Ostrau, Tschechoslowakei; † 22. Februar 1994 in Düsseldorf) war eine deutsche Kabarettistin und Chanson-Interpretin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lore Lorentz, geborene Schirmer,[1] studierte nach dem Abitur Geschichte, Germanistik und Philosophie in Wien und Berlin. In Berlin lernte sie den Studenten Kay Lorentz kennen, den sie 1944 heiratete. Mit ihrem Mann gründete sie in Düsseldorf 1947 ohne Theaterkenntnisse das erste deutsche Nachkriegskabarett Das Kom(m)ödchen. Ihr Bühnendebüt gab Lore Lorentz 1947 mit dem Programm Positiv dagegen.

Bis 1983 gehörte sie zum Ensemble des Kom(m)ödchens, danach bestritt sie Soloprogramme, beispielsweise 1980 Lore Lorentz präsentiert die Pürkels und Eine schöne Geschichte. Viele ihrer Programme wurden auch im Fernsehen ausgestrahlt, meist als Produktion des WDR. Im Hörfunkprogramm des WDR tauchte Lore Lorentz in den 1950er Jahren hin und wieder in Operettenproduktionen auf, die von Franz Marszalek dirigiert wurden (z. B. als Anna Iwanowna mit dem bekannten „Branntweinlied“ aus Goetzes Adrienne).

In der Presse wurde sie als „Grande Dame des deutschen Kabaretts“ und als „Primaballerina assoluta der politischen Satire“ bezeichnet. Sie zählte zu den bedeutendsten Figuren des politisch-literarischen Kabaretts. Ihre besondere Stärke waren der Sprechgesang und ein exzellentes Gefühl für Timing – kunstvoll gesetzte Pausen in den Texten.

1976 lehnte sie gemeinsam mit ihrem Mann Kay Lorentz die Annahme des Bundesverdienstkreuzes „mit freundlich-dankbarer Entschiedenheit“ ab.[2]

Von 1976 bis 1978 lehrte Lore Lorentz an der Folkwangschule in Essen Chanson, Song und Musical. Nachdem sie 1983 aus dem Ensemble des Kom(m)ödchens ausgeschieden war, widmete sie sich Solo–Programmen, kehrte jedoch nach dem Tod von Kay Lorentz 1993 ans Kom(m)ödchen zurück, um dessen Leitung zu übernehmen.

Dreizehn Monate nach ihrem Mann starb Lore Lorentz 1994 an den Folgen einer Lungenentzündung. Ihr Grab liegt neben dem ihres Gatten auf dem Friedhof Heerdt in Düsseldorf.

Film- und Fernsehauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lore Lorentz 1948 bei Aufnahmen zu ihrem Film Das Fäustchen
  • 1965: Blick zurück – doch nicht im Zorn (als sie selbst) – Regie: Alexis Neve
  • 1970: Zwei in der Krise – Regie: Karl Wesseler
  • 1972: Dracula (Lucy Seward) – Regie: Kay Lorentz (Aufzeichnung aus dem Kom(m)ödchen)
  • 1984: Is’ was Kanzler – Regie: Gerhard Schmidt
  • 2007: Herr Schmidt wird 50, will aber nicht feiern (als sie selbst) – Regie: Klaus Michael Heinz Archivmaterial

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 6. November 1998 trägt die ehemalige „Kollegschule Kikweg“ in Düsseldorf Eller den Namen „Lore-Lorentz-Schule“.[3]

Der Platz vor dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen heißt mittlerweile „Kay-und-Lore-Lorentz-Platz“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lore Lorentz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lore Lorentz. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)
  2. Antje Dertinger (Hrsg.): Frauen der ersten Stunde – Aus den Gründerjahren der Bundesrepublik. Latka, Bonn 1989, ISBN 3-925-06811-2. S. 88
  3. Lore Lorentz. Auf lore-lorentz-schule.de, abgerufen am 21. September 2015