Loro-Parque-Stiftung

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Loro-Parque-Stiftung (Loro Parque Fundación)
Gründung 1994
Gründer Wolfgang Kiessling
Sitz Puerto de la Cruz
Personen Christoph Kiessling (Präsident), Rafael Zamora Padrón (Wissenschaftlicher Direktor)
Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt Internationaler Artenschutz
Website www.loroparque-fundacion.org

Die Loro Parque Stiftung (Loro Parque Fundación, LPF) ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die 1994 beim Ministerium für Erziehung und Wissenschaft in Spanien registriert wurde.[1] Die Stiftung engagiert sich weltweit im Tier- und Artenschutz, der Bildung Forschung um die Erhaltung bedrohter Papageien und Meeressäuger sowie ihrer Lebensräume zu fördern. Ihr Hauptsitz befindet sich im Loro Parque in Puerto de la Cruz auf Teneriffa.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegründet wurde die Stiftung von Wolfgang Kiessling, dem Gründer des Loro Parque, welcher auch bis Ende 2016 deren Präsident war.[2] Sein erster Beitrag bestand in der Übertragung des Eigentums der Papageien-Sammlung an die LPF.

2017 erfolgt der Generationenwechsel im Präsidium. Wolfgang Kiessling übergibt die Führung der Stiftung an seinen Sohn Christoph Kiessling.[3]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 wurden die Papageienschutz-, Forschungs- und Erziehungsprogramme eingeführt.

Arten- und Tierschutz:

In den Bereich Artenschutz fallen umfangreiche Förderungen von Schutzprojekten im Freiland (in-situ-Maßnahmen), aber auch die für die Genreserve unerlässliche Erhaltungszucht in der nicht öffentlichen Zuchtstation „La Vera“ (ex-situ-Maßnahmen).

Der Bereich Tierschutz wird maßgeblich im Bereich der Cetaceen (Wale und Delfine) vorangetrieben und entsprechende Projekte gefördert.

1996 der wissenschaftliche Beirat der Stiftung gegründet, welcher derzeit im Jahre 2018 aus Nigel Collar, Povl Jorgensen, Rosemary Low, Juan Sebastian Villalba-Macias, Roland Wirth und René Wüst.[4] Von 1999 bis 2013 war Wolfgang Grummt im Beirat.

Bildung:

1997 wurde ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, in dem auf experimenteller Basis eine zukünftige Auswilderung von in Menschenobhut gezüchteter Spix-Aras (dieser ist die seltenste Papageienart der Welt) vorbereitet wurde, das inzwischen sehr vielversprechende Ergebnisse gebracht hat. Dabei wurde auch die neue Papageienzuchtstation „La Vera“ vorgestellt. 1998 und 1999 wurden die Aktivitäten der Umwelterziehungsabteilung erheblich intensiviert. Ein Abkommen mit den Schulbehörden wurde unterzeichnet, eine Reihe von Unterrichts- und Lehrmaterialien ausgearbeitet und an alle Schulen auf den kanarischen Inseln verteilt.

Durch die Gründung der "Animal Embassy" wurde der Bereich der Bildung im Loro Parque konzentriert. Es werden nicht nur die regulären Besucher auf die Bedrohung der Tierwelt hingewiesen, sondern ebenfalls Schulgruppen in Ökologie unterrichtet. Studenten werden regelmäßig fortgebildet. Eine eigene anfängliche Zeitschrift, nun Zeitung „Cyanopsitta“ informiert als hauseigenes Kommunikationsmittel.

Unregelmäßig ernennt die LPF auch Botschafter, welche sich nicht nur für die Ziele der Stiftung einsetzen sollen, sondern dies ist auch ein Zeichen einer Ehrung. 2018 wurde Matthias Reinschmidt ernannt. Diese Ehre wurde u. a. bereits Frank Elstner und Hardy Krüger jr. zuteil.

Forschung:

Der Schwerpunkt Forschung umfasst ebenfalls beide Bereiche, so werden z. B. wissenschaftliche Arbeiten aus Freilandprojekten, wie auch aus der Haltung und Zucht in Menschenobhut, u. a. mit der Tiermedizinischen Fakultät der Universität Giessen um Prof. Michael Lierz und dem Max Planck Institut für Ornithologie mit der Verhaltensforschung der Comparative Cognition Research Group (CCRG) um Dr. Auguste von Bayern für die Wissenschaft, gefördert.  

Kongresse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 organisierte die LPF erstmals den Internationalen Papageienkongress (die vorigen drei Kongresse wurden vom Loro Parque organisiert) und konnte zu diesem Anlass die von ihr koordinierten Artenschutzmaßnahmen auch einem breiteren Publikum vorstellen. Alle vier Jahre kommen bis zu 850 Teilnehmer aus aller Welt in Puerto de la Cruz zu diesem Ereignis. Dieser stellt damit den größten und wichtigsten Treffpunkt dieser Szene dar.[5]

2003 veranstalteten der Loro Parque und die Stiftung die jährliche Konferenz der Europäischen Vereinigung der Vogeltierärzte EAAV (European Association of Avian Veterinarians). Zugleich unterstützte die LPF eine Tagung des BirdLife International's Rare Bird Club. Im gleichen Jahr veranstalteten der Loro Parque und die Stiftung den Workshop „Integration des nachhaltigen Tourismus und die Erhaltung der Fauna x-situ“ und erstellten einen Rettungsplan für den Spix-Ara.[6]

Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Mission der LPF ist der Erhalt von Papageien und deren Lebensräumen durch Aufklärung, Forschung, verantwortliche Zucht- und lokale Artenschutzprogramme, die Papageien als Botschafter für die Natur einsetzen. Die Bemühungen im Artenschutz umfassen auch die Meeresumwelt.[7]

Budget[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Jahresbudget für Arterhaltungs-Projekte liegt im Jahre 2019 bei über einer Million Dollar.[8] Das Besondere der Stiftung ist, dass der Loro Parque sämtliche Verwaltungskosten trägt und somit 100 % der Spenden direkt in die Projekte fließen. Über die letzten Jahre wurden Fördergelder in Höhe von fast 19 Millionen Dollar in 160 Projekte in 37 Länder aller fünf Kontinente eingebracht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Loro Parque (Hrsg.): Cyanopsitta – Die Zeitschrift der Loro Parque Fundacion. Loro Parque, Puerto de la Cruz seit 1995, DNB 01802792X (Online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Robiller: Das große Lexikon der Vogelpflege. Band 2. Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3195-1, S. 482.
  2. Editorial. (PDF) Loro Parque SE, 2017, abgerufen am 14. November 2018.
  3. La Caixa unterstützt Loro Parque Fundación - wochenblatt.es. In: wochenblatt.es. 29. August 2017 (wochenblatt.es [abgerufen am 14. November 2018]).
  4. David Waugh: Die Loro Parque Fundación. In: Thomas Arndt (Hrsg.): PAPAGEIEN. Nr. 1/2019. Arndt-Verlag e.K., Bretten Januar 2019, S. 21.
  5. PAPAGEIEN: Mitteilungen aus der Zoowelt. In: Thomas Arndt (Hrsg.): PAPAGEIEN. Nr. 10/2018. Arndt-Verlag e.K., Bretten Oktober 2018.
  6. Michael Miersch (27. Dezember 2011): Der Mann mit mehr als einem Vogel in: FOCUS Magazin 52/2011, abgerufen am 7. August 2013
  7. Obst & Garten: Loro Parque Fundación stellt Rekordbetrag für den Artenschutz zur Verfügung in: oug.de, Verlag Eugen Ulmer, abgerufen am 7. August 2013
  8. Rafael Zamora Padrón: Loro Parque finanziert Arterhaltungs-Projekte mit einer Million Dollar im Jahr 2019. In: Thomas Arndt (Hrsg.): PAPAGEIEN. Nr. 2/2019. Arndt-Verlag e.K., Bretten 2019, S. 44.