Frank Elstner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Frank Elstner (2005)
Signatur von Frank Elstner

Frank Elstner (* 19. April 1942 in Linz, Oberösterreich, eigentlich Timm[1][2] Maria Franz Elstner) ist ein deutscher Radiomacher, Fernsehshowmaster und Erfinder von Fernsehsendungen.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elstner wurde als Kind der Schauspieler Erich Elstner und Hilde Engel-Elstner in Linz an der Donau geboren und wuchs in Baden-Baden und Rastatt auf. Er besuchte das Ludwig-Wilhelm-Gymnasium in Rastatt, bis er der Schule verwiesen wurde. Mit 14 Jahren wechselte er auf das Markgraf-Ludwig-Gymnasium in Baden-Baden. Als Kind war er Ministrant.[3] Schon früh machte Elstner Erfahrungen mit dem Medium Rundfunk, als er für den Südwestfunk in Hörspielen mitwirkte. So sprach z. B. der damals 10-Jährige das Bambi. Seinen Wunsch, Theaterwissenschaft in Freiburg zu studieren, konnte er wegen des nicht bestandenen Abiturs nicht verwirklichen.[2]

Bekannt wurde Elstner ab 1964 als Moderator und später auch als Programmdirektor der Vier fröhlichen Wellen von Radio Luxemburg (bis 1983). Dort legte er sich zu Beginn seiner Laufbahn den Künstlernamen Frank zu. Da es bereits einen Sprecher namens Tom gab, wurde Elstner gebeten, nicht seinen richtigen Namen, Timm, zu verwenden. So entschied er sich für den Vornamen seines Bruders. Zu seinen populärsten Sendungen, die zu Aushängeschildern des Senders wurden, gehörten die sonntägliche Hitparade, Die großen 8 und die werktags täglich ausgestrahlte Luxemburer Funkkantine, die er zusammen mit weiteren Moderatoren, beispielsweise Dieter Thomas Heck, Jochen Pützenbacher und Helga Guitton, präsentierte. Gerd Bacher holte den damals als Experten für Jugendradio geltenden Elstner als Berater für den Aufbau von Ö3 nach Wien.

Elstners Fernsehkarriere begann mit Spiel ohne Grenzen, dessen Moderation er von seinem ehemaligen Chef bei Radio Luxemburg, Chefsprecher Camillo Felgen, übernahm. In den 1970er Jahren folgten Die Montagsmaler. 1981 erfand er die Fernsehshow Wetten, dass..?, die bis heute als die erfolgreichste Fernsehshow Europas gilt. Er moderierte die Sendung von 1981 bis 1987 insgesamt 39 Mal, dann gab er die Moderation an Thomas Gottschalk ab. Für die Sommersendung von Wetten, dass..? auf Mallorca am 18. Juni 2011 übernahm Elstner zum Schluss der Sendung nochmals die Moderation einer Wette.[4] Am Ende der 212. Ausgabe von Wetten, dass..? im April 2014 verkündete Gottschalks Nachfolger Markus Lanz, dass die Sendung nach drei weiteren Ausgaben zum Jahresende eingestellt werde. In der letzten Sendung sollten Elstner und Gottschalk als Ehrengäste auftreten. Dies wurde später vom ZDF abgesagt.[5]

Für das ZDF entwickelte Elstner weitere Showformate. Als jedoch die Einschaltquoten von Nase vorn und Elstner und die Detektive hinter den Erwartungen zurückblieben, wandte er sich RTL zu, u. a. mit der deutschen Version der Quizsendung Jeopardy!. Darüber hinaus moderierte er in den 1990er-Jahren Aber Hallo bei RTL. In seiner Firma Elstnertainment entwickelt Elstner Sendeformate, die er sowohl öffentlich-rechtlichen als auch privaten Fernsehsendern anbietet.

In letzter Zeit arbeitete Elstner vorwiegend für den Südwestrundfunk, in dessen drittem Fernsehprogramm er bis Oktober 2015 die Samstagabend-Talkshow Menschen der Woche moderierte. Vom 28. September 2002 bis zum 21. November 2009 präsentierte er als Nachfolger von Cherno Jobatey Verstehen Sie Spaß? im ARD-Programm Das Erste. Bei der letzten Sendung stellte er seinen Nachfolger Guido Cantz vor. Außerdem moderierte er bis Anfang 2005 die Show Einfach Millionär der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ und verkündete noch bis Mai 2011 die wöchentlichen Gewinner der ARD-Fernsehlotterie sonntagabends kurz vor der Lindenstraße.

Seit dem 12. September 2006 präsentiert Frank Elstner im Südwest-Fernsehen die neue Quiz-Show Die Besten im Südwesten. Außerdem moderiert er zusammen mit dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar für die ARD Die große Show der Naturwunder.[6] Für die ARD-Fernsehlotterie moderierte er bis Ende 2011 auch Das unglaubliche Quiz der Tiere.[7] Am 4. Februar 2009 prsäentierte er die im Rahmen einer Pressekonferenz abgehaltene Preisverleihung der Goldenen Kamera. Anlässlich des Eurovision Song Contests 2011 führte Elstner durch eine Folge der Show für Deutschland im Abendprogramm der ARD.

2014 war Elstner als Gastschauspieler in einem Musikvideo von Cro zu sehen.[8]

Am 6. Juli 2015, 2. April 2016 und 28. Januar 2017 war er in der Quizshow Wer weiß denn sowas?, die im Ersten ausgestrahlt wird, Teil des Teams „Hoëcker“.

Elstner war Mitglied der 15. Bundesversammlung und nahm am 18. März 2012 für die CDU an der Wahl des deutschen Bundespräsidenten teil.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank Elstner ist in dritter Ehe mit Britta Gessler verheiratet und Vater von insgesamt fünf Kindern,[9] darunter die Nachwuchsschauspielerin Enya Elstner. Er lebt in Baden-Baden. Elstner leidet seit seiner Geburt an Mikrophthalmie und trägt eine Augenprothese.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1979 erhielt Elstner das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland. Im Jahr 2000 wurde er zum Oberösterreicher des Jahrhunderts in der Kategorie Show gewählt.[10][11] Im Jahr 2006 wurde er in die Hall of Fame der Rose d’Or aufgenommen. Als Anlass dazu gilt das 25-jährige Jubiläum seines größten Erfolges Wetten, dass..? Am 25. Mai 2007 wurde ihm vom Bayerischen Ministerpräsidenten für sein Lebenswerk der Ehrenpreis des Bayerischen Fernsehpreises verliehen. Im April 2009 erhielt Frank Elstner die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. Im Oktober 2012 erhielt er bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises 2012 in Köln den Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises. Im März 2013 wurde Frank Elstner für seine Verdienste um die Unterhaltung mit der Ehrenmedaille der Stadt Baden-Baden in Gold ausgezeichnet. Im Januar 2015 wurde er mit dem Saumagen-Orden ausgezeichnet.

Frank Elstner wurde am 25. Oktober 2015 in Köln mit dem Ohrenorden der Bürgergesellschaft Köln von 1863 ausgezeichnet, überreicht vom Vorsitzenden der Bürgergesellschaft Michael Melles. Der Ohrenorden, gestaltet und gestiftet vom 2014 verstorbenen deutschen Bildhauer Kurt Arentz, wird seit 1991 jährlich an Personen verliehen, die „ihr Ohr am Puls der Zeit haben“ und auf jeweils unterschiedliche Art besondere gesellschaftliche und soziale Beiträge leisten oder geleistet haben. Der erste Ordensträger ist Hans-Dietrich Genscher.[12]

Moderationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fortlaufend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemals/Einmalig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrea Seibel: Ein bisschen Star, ein bisschen Spießer. Niemand hat die deutsche TV-Unterhaltung so geprägt wie Frank Elstner. Ein Gespräch über Fernsehen, Gutmenschen und Porsche. In: Welt am Sonntag, 8. April 2012, S. 13. Online
  • Frank Elstner im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handelsregistereintrag HRB Mannheim zum Elstnertainment-Geschäftsführer im März 2010
  2. a b Frank Elstner am 6. September 2008 im SWR, „Menschen der Woche“
  3. Viele Promis waren Messdiener, dpa/FAZ, 24. September 2014, Zugriff am 2. Oktober 2014
  4. Stern.de: ZDF-Show „Wetten, dass..?“: Abschiedsparty mit ungewissem Ausgang vom 19. Juni 2011
  5. Spiegel.de: Letzte „Wetten, dass..?“-Show: Elstner, Gottschalk und Lippert bleiben fern
  6. SWR zur Reihe Die große Show der Naturwunder
  7. daserste.de
  8. MeinBezirk.at: Traumhafte Besetzung für das neue Cro Video! Frank Elstner als Stargast vom 5. Juni 2014
  9. Welt-Online: Frank Elstner hat zum dritten Mal geheiratet vom 25. August 2009
  10. Land Öberösterreich: Landesgeschichte - Chronik - 2000. Abgerufen am 14. August 2016.
  11. „Mein Linz“: Frank Elstner, Wolfgang Böck, Peter Huemer und Mercedes Echerer erinnern sich an ihr Grätzel. OTS-Meldung vom 11. August 2016, abgerufen am 14. August 2016.
  12. dpa 15.10.2015, Focus + Welt online 15.10.2015, Kölner Rundschau 15.10.2015, Kölner Stadtanzeiger 26.10.2015, Kölner Express 27.10.2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frank Elstner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien