Lothar Nikolaiczuk

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Lothar Nikolaiczuk (* 29. März 1954 in Bochum) ist ein deutscher Schachspieler und -autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er stammt aus einer Bergarbeiterfamilie und erlernte das Schachspiel mit 14 Jahren, nachdem er bei einem Freund Knaurs Schachbuch von Martin Beheim-Schwarzbach entdeckt hatte. Mit 17 Jahren trat er einem Verein bei und erzielte Erfolge auf regionaler Ebene.

Im Jahr 1978 nahm er an der Deutschen Meisterschaft in Bad Neuenahr-Ahrweiler teil und kam dort auf den geteilten 5. Platz. Er siegte 1979 zusammen mit Sergio Mariotti beim Open von Lugano. Schließlich gewann er 1985 als Außenseiter das Open der Dortmunder Schachtage und qualifizierte sich damit für das Großmeisterturnier des folgenden Jahres. Dort belegte er allerdings mit einem halben Punkt aus 11 Partien abgeschlagen den letzten Platz. In diesem Turnier sorgte er auch für Aufsehen, indem er gegen Exweltmeister Wassili Smyslow mit 1. d2–d3 d7–d5 2. d3–d4 eröffnete und damit freiwillig auf seinen Anzugsvorteil verzichtete.[1] Angesichts seiner im Vergleich zu den anderen Teilnehmern niedrigen Elo-Zahl wurde er sogar als „Elo-Schädling“ bezeichnet, was in der Folge zu einer Kontroverse in der Schachpresse führte. Ab 1989 verließ er für mehrere Jahre Deutschland und lebte in verschiedenen afrikanischen Ländern. Auch dort spielte er Schach und wurde 1992 Vizemeister von Marokko sowie 1994 Meister von Kenia. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland hatte er verschiedene Gelegenheitsjobs, unter anderem arbeitete er zwei Jahre beim Circus Roncalli.

Seit 1978 arbeitet er als Schachtrainer. Er ist einer der produktivsten Autoren von Schachbüchern in Deutschland und veröffentlichte unter anderem zahlreiche Testbücher, die als Zielgruppe durchschnittliche Klubspieler ansprechen.

Nikolaiczuk spielt derzeit für die zweite Mannschaft der SG Bochum 31 in der NRW-Klasse. Seine DWZ beträgt 2194 (Stand: 18. Juni 2009), seine Elo-Zahl 2285 (Stand: April 2009).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schach-Weltmeisterschaft 81 (1981, zusammen mit Peter Beyersdorf und Vladimir Budde)
  • Keine Angst vor Endspielen (1982)
  • Bauernendspiele (1985)
  • Schach-Weltmeisterschaft '84 '85 (1985, zusammen mit Vladimir Budde)
  • Endspieltechnik à la Capablanca (1987)
  • Gezielte Mittelspielstrategie (9 Bände, 1989–1994)
  • Eröffnungen: geschlossene Spiele (1990, zusammen mit Manfred van Fondern)
  • Endspieltechnik à la Bobby Fischer (1990)
  • Das große Buch der Schacheröffnungen (1992, zusammen mit Manfred van Fondern und Jerzy Konikowski)
  • Testbuch der Schachstrategie (2. Auflage 1992)
  • Der ELO-Schädling (2013)
  • Remis bitte? Wie bitte? (2014)
  • Krisenherd Dauerschach (2014)
  • Der blinde Fleck: Allerlei Gründe schachlicher Kurzsichtigkeit (2015)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Partie Nikolaiczuk - Smyslow (Java)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • „Ich war zum Schachschriftsteller prädestiniert“. In: Karl, Nr. 2/2007, S. 48–55

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]