Ludwig Ernst von Borowski

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ludwig Ernst von Borowski mit dem Schwarzen Adlerorden
Standbild an der Neuroßgärter Kirche von Cauer

Ludwig Ernst von Borowski (* 17. Juni 1740 in Königsberg; † 10. November 1831 ebenda) war ein deutscher evangelischer Geistlicher, zuletzt Generalsuperintendent und Erzbischof.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borowski war der Sohn eines Lackfabrikanten und Hofglöckners an der Königsberger Schlosskirche. 1755 war er an der Albertus-Universität Königsberg Schüler Immanuel Kants.[1] Ab 1762 wirkte er als Feldprediger in Sorau, ab 1770 als lutherischer Erzpriester[2] der Inspektion Schaaken in Schaaken (Ostpreußen). Als Pfarrer wurde er 1782 an die Neuroßgärter Kirche in Königsberg (Preußen) berufen. Ab 1793 war er königlicher Spezialkommissar für Kirchen und Schulen und ab 1804 Konsistorialrat.

Borowski genoss die vorbehaltlose Wertschätzung Friedrichs des Großen und seiner Nachfolger. Das galt besonders für Friedrich Wilhelm III.,[3] der nach dem Tod der Königin Luise durch Trostbriefe mit Borowski in Verbindung blieb.

Als Oberkonsistorialrat (1809) und Generalsuperintendent (1812) hatte Borowski großen Einfluss auf das Schulwesen. 1815 wurde er Oberhofprediger an der Schlosskirche, 1816 Bischof und 1829 schließlich Erzbischof der Evangelischen Kirche Preußens. Er gründete den Verein der Bibelfreunde, 1814 die Preußische Bibelgesellschaft, den Königsberger Missionsverein und 1822 die Missionsdirektion.

Borowski erhielt 1831 als wohl einziger Theologe den Schwarzen Adlerorden und wurde damit nobilitiert.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neue preuß. Kirchenregistratur, 1789.
  • Ueber D. Georg Christoph Pisanski – Leben, Charakter und Schriften. Vorrede zu Georg Christoph Pisanski: Entwurf der Preußischen Litterärgeschichte. Aeltere Geschichte vom ersten Beginnen gelehrter Kenntnisse in Preußen an bis zum Anfange des siebzehnten Jahrhunderts. Königsberg 1791 (E-Kopie)
  • Darstellung des Lebens und des Charakters Immanuel Kant’s. Von Kant selbst genau revidirt und berichtigt. Königsberg 1804, 276 Seiten (Volltext)
  • Ausgewählte Predigten und Reden in den Jh. 1762-1831 (K. L. Volkmann, Hrsg.), 1833.
  • Königsberger patriotische Predigten aus den Jahren 1806-1816, hrsg. von Alfred Uckeley, 1913.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jürgen Manthey: Königsberg – Geschichte einer Weltbürgerrepublik. Hanser, München 2005, S. 136f.
  2. Die Funktion des Erzpriesters und das Amt der Erzpriesterei entsprach Superintendent und Superintendentur in anderen lutherischen Landeskirchen.
  3. Jürgen Manthey: Königsberg – Geschichte einer Weltbürgerrepublik. Hanser, München 2005, S. 358.
VorgängerAmtNachfolger
Johann Ernst Schulz
(bis 1806, dann Vakanz)
Generalsuperintendent in Königsberg für das Lutherische Oberkonsistorium Preußens
18121817
ab 1816 mit dem Ehrentitel Bischof
er selbst
(für die Evangelische Kirche in Preußen)
er selbst
(fürs Luth. Oberkonsistorium)
Generalsuperintendent in Königsberg für die Evangelische Kirche in Preußen
18171829
mit dem Ehrentitel Bischof
er selbst
(für die altpreuß. Kirchenprovinz Preußen)
er selbst
(für die Evangelische Kirche in Preußen)
Generalsuperintendent der altpreußischen Kirchenprovinz Preußen
18291831
mit dem Ehrentitel Erzbischof der Evangelischen Kirche in Preußen
Ludwig August Kähler