Ludwig von Bürkel (Verwaltungsjurist)

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Ludwig von Bürkel (* 8. Mai 1841 in München; † 9. Juli 1903 ebenda) war ein deutscher Jurist und Hofsekretär König Ludwigs II. von Bayern.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Bürkel wurde als zweiter Sohn des Landschafts- und Genremalers Heinrich Bürkel und seiner Frau Johanna von Hofstetten geboren. Sein Vater stammte ursprünglich aus dem pfälzischen Pirmasens und war 1822 nach München gezogen, um Maler zu werden. Zum Zeitpunkt der Geburt Ludwigs hatte er es bereits zu einigem Erfolg und einem respektablen Wohlstand gebracht. Die beiden Brüder Ludwigs verstarben beide jung. Der hochbegabte, aber kränkliche ältere Bruder Heinrich starb 1876 als Juraprofessor in Gießen, während der jüngere Bruder Karl 1870 im Deutsch-Französischen Krieg fiel.[1] Die Schwester Johanna war mit einem bayerischen Offizier namens Edmund Rhomberg verheiratet.[2]

1859 bis 1863 absolvierte Ludwig Bürkel ein Jurastudium in München. 1860 wurde er im Corps Franconia München recipiert.[3] Danach arbeitete er unter anderem 1872 als Assessor in Nürnberg und 1874 als Polizeiassessor in München, bevor er 1877 zum Hofsekretär König Ludwigs berufen wurde. In dieser Position war er zuständig für Hofverwaltungs- und Theaterangelegenheiten sowie für die Bauvorhaben des Königs. Er war insbesondere verantwortlich für die Finanzierung der immensen Kosten, die der Bau von Schlössern wie Herrenchiemsee oder Neuschwanstein verursachte.[4] Daneben wirkte er als Förderer Richard Wagners und begleitete als Abgesandter des bayerischen Königs im Februar 1883 auch dessen Trauerzug von Venedig nach Bayreuth ab der Station Kufstein.[5]

Im Januar 1884 trat Bürkel von seiner Position als Hofsekretär zurück. Zwei Jahre später wurde er anlässlich der psychiatrischen Begutachtung des Königs befragt und gab an, dass der König ihn mit der Präzision seiner Gedankengänge immer wieder verblüfft habe und sich nur in Bezug auf seine Bauprojekte selbstherrlich und despotisch verhalten konnte.[4] Nach dem Tod des Königs arbeitete Bürkel nochmals bis 1893 als Hofsekretär.

Durch seinen Dienstherrn Ludwig II. von Bayern war Bürkel der erbliche Adel verliehen worden.[1] Verheiratet war er mit Maria Rosipal, sie hatten zusammen vier Kinder; der älteste Sohn Carl war Chirurg in Nürnberg, der zweite Sohn Ludwig Kunsthistoriker und der dritte Sohn Heinz Archäologe, er fiel 1916 im Ersten Weltkrieg. Zudem hatten sie die Tochter Johanna (* 17. April 1874 in Nürnberg; † 6. Juli 1964 in Hausham), die mit Eduard Eduard Theodor von Bomhard (* 1. Juni 1868 in Bamberg; † 1. Mai 1900 in München) verheiratet war und deren Tochter Maria Laura Johanna Theodolinde von Bomhard (* 4. Mai 1898 in München; † 1. November 2002 ebenda) mit dem Bildhauer Karl Romeis verheiratet war.

Nach seinem Tod im Jahr 1903 wurde Ludwig von Bürkel im Grab seines Vaters auf dem Alten Südlichen Friedhof in München bestattet, wo auch seine Geschwister und zwei seiner Kinder begraben liegen. Sein Nachlass befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek in München.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Schärl: Die Zusammensetzung der bayerischen Beamtenschaft von 1806 bis 1918 (= Münchner historische Studien, Abteilung Bayerische Geschichte, Band 1). Lassleben, Kallmünz 1955, S. 85.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Heidi Caroline Ebertshäuser: Heinrich Bürkel – ein Maler aus Pirmasens. Bavaria Antiqua, Bayerische Vereinsbank, München, 1986, S. 42–45.
  2. Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. 1874, Bd. 26 (Digitalisat).
  3. Kösener Korps-Listen 1910, 172/258.
  4. a b Heinz Häfner: Ein König wird beseitigt, Ludwig II. von Bayern. C. H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-56888-6.
  5. http://www.infranken.de/ueberregional/infrankenblog/wagners-tod-in-venedig-iv;art61321,393060, abgerufen am 15. November 2017.
  6. Nachlass von Ludwig von Bürkel (1841-1903). In: BSB-Katalog. Abgerufen am 14. Januar 2021.