Lulo Reinhardt

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Lulo Reinhardt bei einem Konzert mit Yulyia Lonskaya in der Stadtkirche Darmstadt am 2. Oktober 2017

Lulo Reinhardt (* 12. Oktober 1961) ist ein deutscher Jazzgitarrist.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reinhardt, der aus einer Sinto-Familie stammt, begann bereits im Alter von fünf Jahren mit dem Gitarrespiel und hatte Unterricht bei seinem Vater Bawo. Bereits mit zwölf Jahren trat er mit seinen Cousins im Mike-Reinhardt-Sextett im Raum Koblenz auf. Bis 1991 spielte er in dem Sextett; dann arbeitete er mit Romeo Franz und gründete 1993 mit seinem Vater Bawo und Cousin Degé die Formation I Gitanos. Basierend auf dem Gypsy-Jazz entwickelte die Band einen Stil, der Flamenco, Latin und Música Popular Brasileira integriert. Sie nannten ihren Musikstil Gypsy Goes Latin und waren die erste Sinti-Band in Europa, die nur in der eigenen Sprache Romanes sangen. 1994 entstand das Debütalbum I Suni, gefolgt von Ab i Reisa (1998). In den folgenden Jahren konzertierte er mit verschiedenen Projekten auf Festivals, wie Rock gegen Hass, dem International Cultural Festival Sahara en el Corazón in Algerien, dem World Roma Festival Khamoro und der Sidmouth Folk Week.

2008 ging er auf eine Australien-Tournee, wo das Album und die DVD Lulo Reinhardt Live in Melbourne mitgeschnitten wurde.[1] 2009 ging er mit der International Guitar Night in Europa, den USA und Kanada auf Tour. Neben eigenen Projekten spielte er auch mit dem brasilianischen Gitarristen Zezo Ribeiro und der Koblenzer Independent-Band Blackmail. Seit 2010 arbeitete er mit seinem International Latin-Swing Projekt, dem auch der Violinist Daniel Weltlinger, Bassist Harald Becher, Schlagzeuger Uli Krämer und der Keyboarder Sean Mackenzie angehören. 2010 entstand das gleichnamige Album. Sein Album Bawo! (2013) wurde vom NDR als „CD der Woche“ herausgestellt.[2]

Abgrenzung zu anderen Reinhardts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lulo Reinhardt ist nicht mit dem französischen Jazzgitarristen Lulu Reinhardt (1951–2014) zu verwechseln und ist (trotz entgegenlautender Werbung von Veranstaltern und Presseberichterstattung) nicht mit Django Reinhardt verwandt, wie sein Onkel Daweli Reinhardt, Hundert Jahre Musik der Reinhardts. Daweli erzählt sein Leben (Föhlbach 2003) in seiner Biographie schreibt.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Project No. 1 (2002)
  • Project No. 2 (2005)
  • Lulo Reinhardt & Uli Krämer (2006)
  • Live in Melbourne (2008)
  • Lulo Reinhardt & Gerd Stein (2009)
  • Katoomba Birds (2011)
  • Bawo (2013)
  • Lulo Reinhardt & Daniel Stelter: Live in der Stadtkirche (2016)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biografische Informationen bei Liveguide
  2. Besprechung Bawo! (NDR) (Memento vom 4. Januar 2014 im Internet Archive)