Müllersches Volksbad

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Müllersches Vollksbad
Außenansicht

Außenansicht

Daten
Ort München
Baumeister Carl Hocheder
Baujahr 1901
Koordinaten 48° 7′ 56″ N, 11° 35′ 18″ OKoordinaten: 48° 7′ 56″ N, 11° 35′ 18″ O
Eingang zum Müllerschen Volksbad
Die große Badehalle im Volksbad

Das Müllersche Volksbad (Müller’sche Volksbad) ist ein Hallenbad in München, das von den Stadtwerken München betrieben wird. Der neubarocke Jugendstilbau war bei seiner Fertigstellung 1901 das größte und teuerste Schwimmbad der Welt und das erste öffentliche Hallenbad in München. Der Bau geht auf eine Spende des Münchner Ingenieurs Karl Müller zurück und entstand nach einem Entwurf von Carl Hocheder.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Volksbad liegt in der Au zwischen Isar und Auer Mühlbach in unmittelbarer Nähe des Deutschen Museums und der Ludwigsbrücke. Das Gebäude hat einen Turm, in dem sich Reservewasser befindet, das auch den Wasserdruck konstant hält, und verfügt über zwei Becken. Das größere (31 × 12 m) war ursprünglich das „Herrenbecken“, das kleinere etwa 18 × 11 m große diente bis 1989 ausschließlich als Damenbecken. Beide Becken sind entlang einer Achse getrennt, die eine gedankliche Fortsetzung des Wegs zum Schwimmbad ist. Das große Becken wird von einem eindrucksvollen Tonnengewölbe gekrönt. Ungewöhnlich für heutige Schwimmbäder befinden sich die Holzkabinen rund um die Becken und gewähren direkten Zutritt zu diesen. Seit seinem Bau enthält das Bad ein römisch-irisches Dampfbad, bis 1978 befand sich im Untergeschoss ein Hundebad, ebenso wie anfangs 86 Wannenbäder und 22 Brausebäder zur Verfügung standen. Nachdem sich Badewannen und Duschen im 20. Jahrhundert fast flächendeckend in Privathaushalten verbreiteten, legte das Bad diese Anlagen schließlich still, behielt ein ursprüngliches Wannenbad zu Demonstrationszwecken und richtete im Untergeschoss in weit bescheidenerem Umfang neue Wannenbäder ein.

Der Architekt Carl Hocheder ließ sich bei der Gestaltung von vielfältigen Vorbildern inspirieren: römische Thermenanlagen wie barocke Sakralbauten, Hammams und Moscheen, all das zusammengehalten von zeitgenössischen Jugendstilelementen. Die Fassade wird durch Fensterleibungen und Gesimse auf Pollinger Kalktuff gegliedert. Zu den reichhaltigen barockisierenden Schmuckelementen im Innern gehören breite Treppen, die in die Becken hinab führen, Wandmalereien mit marinen Motiven, Stuck, eine Bronzestatue im Hauptbecken, verzierte Eisengitter und Holzbrüstungen ebenso wie aufwändig gestaltete Uhren. Die Gestaltung der Schmuckelemente erfolgte durch Ernst Pfeifer, Hermann Hahn, Josef Flossmann, Ernst Andreas Rauch und andere. In der Decke sind drei Abluftöffnungen, über die zur Gründungszeit bei heißem Wetter kaltes Wasser im Bad zerstäubt wurde, was nach den Worten Hoheneders auch für eine „anmutige Verschönerung durch Bildung von Regenbogenfarben“[1] sorgte. Nach einer Bauzeit von vier Jahren fand die offizielle Eröffnung am 1. Mai 1901 statt. Der vom Prinzregenten inzwischen in den Adelsstand erhobene Ingenieur Karl von Müller war dabei anwesend.[2] Die bisher umfangreichste Sanierung fand zwischen 1972 und 1999 statt und betraf alle Teile des Bads.

Weiteres[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wesentliche Sequenzen des Spielfilmes Deep End (1971) und des Filmes Suspiria (1977) wurden im Müllerschen Volksbad gedreht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Müllersches Volksbad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Standl/Bachmann S. 25
  2. Stadtarchiv München: Münchner Stadtchronik 1901, abgefragt am 8. Mai 2010