Maasplassen

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Koordinaten: 51° 10′ 10″ N, 5° 54′ 50″ O

Rur und Stadthafen in Roermond
Das Gebiet der Maasplassen in niederländisch/belgisch Limburg

Mit dem Begriff Maasplassen (dt. Maasseen; niederl. plas, dt. Tümpel) bezeichnet man eine Region in Belgisch-/Niederländisch-Limburg, deren Landschaftsform erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch den in großem Umfang betriebenen Abbau von Kies entstanden ist.

Nach der großen Flut ab dem 31. Januar 1953 (Hollandsturmflut) wurden durch gewaltige Bauvorhaben im Bereich der Küste für Deiche und Schutzwehre (Deltawerke) sowie auch für die Eindeichungen (Polder) in den Provinzen Zeeland und Noord-Holland große Mengen an Sand und Kies zur Betonherstellung und für Aufschüttungen benötigt.

Unter anderen hatte auch die Provinz Limburg eine festgelegte Menge an Kies und Sand beizutragen. Der Bereich zwischen Maaseik und Roermond im Maastal hat große Kieslagerstätten und liegt verkehrsgünstig, um die abgetragenen Mengen auf Wasserwegen an die Küste befördern zu können. Zudem gab es hier Transportkapazitäten, da diese Region durch ihre Kohlevorkommen und der Stahlproduktion eine entsprechende Infrastruktur hatte. Außerdem war der Hafen von Maasbracht zu dieser Zeit einer der größten Binnenhäfen der Niederlande. Aus diesen Gründen erfolgte um Roermond eine Konzentration des Abbaus.

Ab etwa 1960 entstanden zunehmend Kiesabgrabungen in großem Umfang zwischen der Stadt Maaseik (Belgien), der heutigen Gemeinde Maasgouw, der heutigen Gemeinde Leudal und der Stadt Roermond an der Maas. Zum Abtransport von gewonnenem Sand und Kies (Grind) waren die Abbauflächen (Grindgaten) untereinander und mit der Maas schiffbar verbunden.

Erholung und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Rückgang der Kiesabgrabungen und durch Rekultivierungsmaßnahmen wurde dieser Bereich als Maasplassen ein über die Grenzen hinaus bekanntes Naherholungs- und Wassersportgebiet. Das rund 3000 Hektar große Gebiet, in dem immer noch Kiesabgrabungen erfolgen, ist das größte Binnen-Wassersportgebiet der Niederlande, wobei einige von der Maas aus erreichbaren Wasserflächen auf belgischem Hoheitsgebiet liegen. Über 20 private oder gemeindeeigene Sportboothäfen gehören zum heutigen Landschaftsbild. An den Maasplassen wird lokal auch das textillose Sonnenbaden (FKK) toleriert.[1][2]

Rurbrücke bei Roermond mit Blick über die Maas
gleicher Standort, Hochwasser im Januar 2011
Zuidplas, Roermond im Hintergrund
Die Maasschleuse von Linne

In diesem Bereich gibt es zwei Maasschleusen:

  • südlich von Roermond bei Linne die Schleuse Linne
  • nördlich von Roermond die Schleuse Roermond

sowie drei Kanalschleusen:

  • zum Lateral-Kanal (Linne-Buggenum) bei Heel die Schleuse Heel,
  • zum Kanal Wessem–Niederweert bei Panheel die Schleuse Panheel
  • zum Julianakanal (Maastricht-Maasbracht) bei Maasbracht die Schleuse Maasbracht

Alle genannten Kanäle und die Maas treffen bei Maasbracht zu einem großen Wasserstraßenkreuz zusammen.

Die Rur mündet in Roermond mit zwei Mündungsarmen in die Maas. Der innerstädtische Mündungsarm der Rur wird von Sportbooten auch als Besucherhafen genutzt. Der andere Mündungsarm, auch Hambeek genannt, mündet etwas weiter südlich vom Stadtkern in die Maas.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maasplassen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FKK-Strand Isabellagriend. Abgerufen am 16. August 2017.
  2. naturisten-maastricht.nl. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 16. August 2017; abgerufen am 16. August 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/powdi.nl