Maccagno

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Der Bahnhof von Maccagno
Der Badestrand von Maccagno
Die Mündung des Flusses Giona in den Lago Maggiore
Ein Taler aus Maccagno (1622)
Kunstmuseum Maccagno

Maccagno ist ein Ortsteil der 2014 gebildeten Gemeinde Maccagno con Pino e Veddasca und liegt am Ostufer des Lago Maggiore in der italienischen Provinz Varese. Der Ort teilt sich in einen oberen Ortsteil Maccagno superiore und den direkt am See gelegenen Ortsteil Maccagno inferiore, die durch den Fluss Giona getrennt werden und liegt auf einer Höhe von 210 m. s. l. m. Ortsheilige sind Stephanus (26. Dezember) und San Materno di Milano (18. Juli).

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes, der bereits in frühgeschichtlicher und römischer Zeit besiedelt war, soll vom lateinischen Wort „Maccus“ stammen, im Deutschen in etwa Harlekin. Dies wurde zu „Macchi“, wobei auch die Einwohner mit diesem Nachnamen dort die größte Gruppe stellten.

Um das Jahr 1270 setzte sich der Name „Macagnio“ durch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesicherte Aufzeichnungen sind seit dem Jahr 926 überliefert, in dem Maccagno Superiore Teil des Lehens der „Vier Täler“ wurde.

Einer Legende nach sollen die Einwohner von Maccagno Inferiore Kaiser Otto den Großen während seines Italienfeldzuges gegen Berengar II. gastfreundlich aufgenommen haben, worauf Otto den Ort als Dank für erwiesene Dienste zur freien Grafschaft erhoben und als freies Lehen an Fazio und Robaconte Mandelli vergeben haben soll. Gesichert ist, dass Heinrich IV. im Jahr 1110 den Grafen Ottone Mandelli als Lehnsherren bestätigte und Karl V. im Jahr 1541 Giacomo Mandelli zum Grafen des Heiligen Römischen Reiches ernannte. Er erhielt das Recht, einen Markt abzuhalten, der seitdem regelmäßig stattfindet, inzwischen im fünf Kilometer südlich gelegenen Luino.

Eine nachhaltige Veränderung ergab sich am 18. Juli 1622, als Ferdinand II. dem Grafen Giacomo das Recht verlieh, Münzen zu prägen, womit die Münzprägestelle von Maccagno begründet wurde. Auf dem Markt wurde insbesondere Getreide in großem Umfang gehandelt, das auf dem Wasserweg herantransportiert wurde. Als jedoch ein Gesetz eingeführt wurde, das den Getreideexport untersagte, verlor der Markt seine Bedeutung an Handelszentren, die sich unter der Kontrolle der Borromäer befanden. Die Bemühungen des Gebiets, die Eigenständigkeit zu erhalten, waren letztlich vergeblich: Im Jahr 1692 musste Maccagno auf seine Autonomie verzichten und unterwarf sich einer mächtigen Mailänder Familie: Giovanni Battista Mandelli, der letzte Lehnsherr, verkaufte das Lehen an den Grafen Carlo Borromeo.

Anfang des 18. Jahrhunderts blühte die Stadt wieder auf, als diese Familie dort Betriebe zu errichten begann, die die Wasserkraft zur Energieerzeugung nutzen konnten. So entstanden Mühlen und Sägewerke, in denen das reichlich vorhandene Lärchen- und Tannenholz aus den umliegenden Bergen verarbeitet wurde. Einige Betriebe, die im handwerklichen Stil begannen, haben sich inzwischen zu Industriebetrieben entwickelt. Haupterwerbsquelle der Bewohner Maccagnos ist mittlerweile jedoch der Tourismus.

Auf der Grundlage des Regionalgesetztes Nr. 8 vom 30. Januar 2014 fusionierten fünf Tage später die bis dahin selbständigen Gemeinden Maccagno, Pino sulla Sponda del Lago Maggiore und Veddasca zur neuen Gemeinde Maccagno con Pino e Veddasca. Die Gemeinde hatte am 31. Dezember 2013 2065 Einwohner auf einer Fläche von 16 km². Zur Gemeinde gehörten die Fraktionen Campagnano, Caviggia, Entiglio, Garabiolo, Monte Venere, Musignano, Orascio, Pianca, Piantonazzo, Sarangio und Veddo. Nachbargemeinden waren Agra, Cannobio (VB), Dumenza, Luino, Pino sulla Sponda del Lago Maggiore, Tronzano Lago Maggiore und Veddasca.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maccagno verfügt über einen mehrere hundert Meter langen Kiesbadestrand mit ausgebauter touristischer Infrastruktur in der Nähe des Ortszentrums und über ein Museum für moderne Kunst.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Sant’Antonio abate in Garabiolo mit Fresken des Malers Antonio da Tradate[1][2]
  • Kirche San Materno in Maccagno Superiore[3]
  • Kirche Santi Stefano e Michele in Maccagno Inferiore[4]
  • Oratorium Madonna della Punta in Maccagno Inferiore[5]
  • La Torre Imperiale
  • Ehemalige Zecca (Münzprägestelle)
  • Museum Parisi Valle di Arte Contemporanea,[6] erbaut von Architekt Maurizio Sacripanti

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinando Caronesi (* 11. Oktober 1794 in Maccagno Superiore; † 24. Oktober 1842 in Turin), Architekt des Neoklassizismus[7]
  • Angelo Pedroni (1914–1992), Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 218–222.
  • Lombardia. Hrsg. vom Touring Club Italiano. Touring Editore, Milano 1999, ISBN 88-365-1325-5, Maccagno.
  • Luca Gianazza: La Zecca di Maccagno inferiore e le sue monete. Alberti editore, Intra 2003.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maccagno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antonio da Tradate in lariointelvese.eu
  2. Fresko des Malers Antonio da Tradate in varesenews.it
  3. Parrocchia di San Materno (italienisch) in lombardiabeniculturali.it
  4. Parrocchia di Santo Stefano (italienisch) in lombardiabeniculturali.it
  5. Oratorium Madonna della Punta (italienisch) in verbanensia.org
  6. Museum Parisi Valle in lombardiabeniculturali.it
  7. Ferdinando Caronesi in der italienischen Wikipedia

Koordinaten: 46° 3′ N, 8° 44′ O