Mannstoppwirkung

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Unter Mannstoppwirkung versteht man umgangssprachlich die Fähigkeit einer Waffe, einen Getroffenen möglichst schnell bewegungsunfähig (handlungsunfähig) zu machen. Dies kann durch körperliche Verletzungen bzw. den Tod der Person oder insbesondere bei nichttödlichen Waffen durch Schmerzwirkungen, Blendung oder Narkotisierung bewirkt werden.[1] Der Begriff hat keine feste Definition und wird je nach eingesetzter Waffe unterschiedlich verstanden.

Mannstoppwirkung nach Waffenart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schusswaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entscheidende Faktoren über die Wirkung eines Treffers im Zielmedium sind der Auftreffort, Art, Gewicht, Geschwindigkeit und Kaliber, sprich Durchmesser des Geschosses. Mannstoppwirkung heißt fernerhin, dass das Geschoss durch Wucht, Verformung und im Ziel abgegebene Energie dafür sorgt, dass der Getroffene handlungsunfähig wird.[1]

Die Auswirkungen von Geschossen im Körper der getroffenen Personen oder anderen Objekten werden in der Fachdisziplin Zielballistik und der Forensik behandelt.

Im waffentechnischen Sinne ist damit bei Schusswaffeneinsatz die Fähigkeit eines Geschosses gemeint, möglichst viel Bewegungsenergie an den Getroffenen abzugeben. Dieser Effekt wird in der Regel durch eine besondere Geschosskonstruktion erreicht. Ein wichtiger Index dafür ist der A-Square Shock Power Index.

Der höchste Wirkungsgrad, also sofortige Bewegungsunfähigkeit, tritt nur bei einem Treffer des Hirnstammes ein, wie er bei einem „finalen Rettungsschuss“ erfolgt. Treffer ins restliche Gehirn oder in die Wirbelsäule wirken mit sehr geringer Verzögerung (also deutlich unterhalb einer Sekunde). Jedoch können in diesen Fällen noch reflexhafte Bewegungen erfolgen und damit eine verheerende Wirkung für Geiseln haben. Treffer ins Herz lassen dem Getroffenen bis zu zehn Sekunden Zeit für kontrollierte Handlungen, bevor der Getroffene durch Sauerstoffmangel aufgrund der ausbleibenden Durchblutung des Hirns kollabiert. Bei Treffern in anderen Körperregionen kann dieser Zeitraum erheblich größer sein. Die Schießausbildung bei der Polizei ist u. a. darauf ausgerichtet, die Schusswaffe so lange einzusetzen, bis ein Wirkungstreffer den Angriff bzw. die Notsituation beendet.

Elektroimpulswaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Mannstoppwirkung kann auch durch Elektroimpulswaffen wie Elektroschocker und Elektroschockpistolen erreicht werden. Hierbei wird aber keine Bewegungsenergie, sondern elektrische Energie an den Getroffenen übertragen. Das heißt, der Getroffene bekommt einen oder mehrere elektrische Schläge, wodurch er handlungsunfähig gemacht wird.

Sonstige Waffen und Abwehrmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekannten chemische Waffen zählt das Pfefferspray und weitere Reizstoffe. Die jeweilige Mannstoppwirkung sehr stark von der Art und Menge der eingesetzten Stoffe abhängig. Aus dem Bereich des Kampfsportes sind zahlreiche teils historische, teils neuere Waffen bekannt die Angreifer stoppen können. Weiterhin gibt es zahlreiche weitere, teils historische Waffen aus folgenden Bereichen: Schlagwaffe, Hiebwaffe, Stichwaffe, Stoßwaffe.[1] Deren Mannstoppwirkung kann sehr unterschiedlich sein und bei vielen Waffen besteht die Gefahr Angreifer tödlich zu verletzten. Energiewaffen können mit Schalldruck oder mit Strahlung wirken. Bekannt ist beispielsweise das Long Range Acoustic Device oder die Gruppe der Blendwaffen.

Waffen mit potenziell tödlicher Wirkung (less-lethal weapons)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Schusswaffeneinsatz gegen Personen birgt die Gefahr schwerster Verletzungen bis hin zum Tod des Getroffenen in sich. International wurden und werden daher nicht letale (engl. non-lethal) – nicht (prinzipiell) tödlich wirkende – Waffen entwickelt. Diese sollen bei möglichst geringem Risiko für den Delinquenten eine Alternative zum Schusswaffeneinsatz bieten. Der früher verwendete Begriff NLW (non-lethal weapons) wurde heute durch LLW (less-lethal weapons, Waffen mit potenziell tödlicher Wirkung) ersetzt, da es auch bei diesen Waffensystemen zu Todesfällen kam.

Hierzu gehören u. a. Elektroschockwaffen, Gummigeschosse, „Bean Bags“, das mit Mikrowellen arbeitende Active Denial System, aber auch Druckluftwaffen für Pepperballkugeln, wie sie aus dem Paintball bekannt sind.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Wolfgang Peter-Michel: Ballistische Messer: Waffen für Geheimdienste und Spezialeinheiten, Seiten 45, 87, 93, 94