Maria Josepha von Bayern

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Maria Josepha von Bayern, zweite Ehefrau von Kaiser Joseph II.

Maria Josepha Antonia Walburga Felizitas Regula, Prinzessin von Bayern und Böhmen (* 20. März 1739 in München; † 28. Mai 1767 in Wien) war die Tochter des römisch-deutschen Kaisers und bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht und dessen Gemahlin Maria Amalie von Österreich, einer Tochter Kaiser Josephs I. Durch Heirat wurde sie 1765 selbst Kaiserin.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der römisch-deutsche König Joseph, Sohn von Kaiser Franz Stephan und der Maria Theresia von Österreich, wollte nach dem frühen Tod seiner geliebten ersten Frau Isabella von Bourbon-Parma († 27. November 1763) nicht mehr heiraten und wählte nur auf Druck seiner Mutter die bayerische Prinzessin Maria Josepha zu seiner zweiten Gattin. Die Heirat fand am 23. Januar 1765 in Schloss Schönbrunn statt. Zu den nachfolgenden Hochzeitsfeierlichkeiten gehörte u. a. die Uraufführung der Oper Telemaco von Christoph Willibald Gluck im Burgtheater. Maria Josepha war damals knapp 26 Jahre alt, und sie avancierte noch im Jahr ihrer Eheschließung zur Kaiserin, als ihr Gemahl nach dem Tod seines Vaters Franz Stephan († 18. August 1765) als Joseph II. neuer Kaiser und Mitregent seiner Mutter wurde.

Die Ehe Josephs II. mit der zwei Jahre älteren Maria Josepha war nicht glücklich. Der Kaiser beschrieb seine ‚Gemahlin als „kleine und dicke Gestalt“ mit „hässlichen Zähnen“. Allerdings gab er zu, dass Maria Josepha eine „vorwurfsfreie Frau“ sei, die ihn liebe und die er wegen ihrer guten Eigenschaften schätze und dass er darunter leide, seine zweite Frau nicht lieben zu können. Wahrscheinlich wurde die Ehe der beiden nie vollzogen. Joseph mied das gemeinsame Schlafzimmer und ließ sogar den gemeinsamen Balkon in Schloss Schönbrunn abteilen, um seine Frau nicht sehen zu müssen.

Grab der Maria Josepha in der Kapuzinergruft

Als 1767 eine schwere Pockenepidemie ausbrach, fiel Maria Josepha nach nur zwei Jahren Ehe – wie schon früher ihre Vorgängerin Isabella – dieser gefährlichen Infektionskrankheit zum Opfer. Joseph II. hatte nicht an ihrem Bett geweilt, sondern sich bei seiner ebenfalls an den Pocken erkrankten Mutter Maria Theresia aufgehalten, die überlebte. Sobald die junge Kaiserin in ihrem 28. Lebensjahr verstorben war, wurde ihr Leichnam aufgrund seines grauenhaften Zustandes eingenäht und verdeckt auf dem Paradebett ausgestellt. Maria Josepha wurde in der Wiener Kaisergruft bestattet, Joseph II. nahm an ihrer Beisetzung nicht teil

Nur noch einmal spielte die ungeliebte Kaiserin für ihren Mann Joseph II. eine Rolle, als dieser 1778/1779 Ansprüche auf große Teile Kurbayerns erhob und sich unter anderem auf seine Ehe mit der bayerischen Maria Josepha berief, was schließlich in den Bayerischen Erbfolgekrieg mündete, in dem die Habsburger nur das Bayerische Innviertel gewinnen konnten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maria Josepha von Bayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgängerin Amt Nachfolgerin
Maria Theresia von Österreich Römisch-Deutsche Kaiserin
1765 bis 28. Mai 1767
Maria Ludovica von Spanien