Marie-Claire Foblets

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Baroness Marie-Claire Foblets (* 5. November 1959 in Brasschaat, Belgien) ist eine belgische Juristin, Sozialanthropologin und Hochschullehrerin. Von 1991 bis 2012 war sie Professorin für Anthropologie an der Universität Antwerpen, von 2008 an zugleich auch Professorin für Rechtswissenschaften und Anthropologie sowie Leiterin und Lehrstuhlinhaberin des Instituts für Ausländerrecht und Rechtsanthropologie an der Katholieke Universiteit Leuven. Seit 2012 ist sie Leiterin der Abteilung für „Anthropologie und Recht“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle (Saale).

Forschung und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 begann Foblets an der Universität Antwerpen ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach dem Bachelorabschluss im Jahr 1979 wechselte sie an die Katholieke Universiteit Leuven (KUL), wo sie 1982 das Jurastudium mit einem Mastergrad abschloss und zudem Thomistische Philosophie studierte. Dank eines Stipendiums konnte sie das Philosophiestudium 1982/83 an der Wilhelms-Universität Münster fortsetzen und im Jahr 1985 durch Studien in Sozial- und Kulturanthropologie ergänzen. Mastergrade in diesen Fächern erwarb sie 1984 und 1985. Danach arbeitete sie zehn Jahre in einer auf die Probleme von Minderheiten und Migranten spezialisierten Brüsseler Anwaltskanzlei und als Assistentin an der Universität Leuven, wo sie parallel dazu 1990 in Sozial- und Kulturanthropologie promoviert wurde mit einer Arbeit, die sich mit maghrebinischen Familien und der Justiz in Belgien befasste.

Von 1991 bis 2012 war sie Professorin für Anthropologie an der Universität Antwerpen, von 2008 an zugleich auch Professorin für Rechtswissenschaften und Anthropologie sowie Leiterin und Lehrstuhlinhaberin des Instituts für Ausländerrecht und Rechtsanthropologie an der KUL. Sie organisierte Workshops am spanischen International Institute for the Sociology of Law. Seit 2012 leitet sie die neu gegründete Abteilung für „Anthropologie und Recht“ am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (MPIeF) in Halle (Saale) und seit Juni 2014 Honorarprofessorin für Recht und Ethnologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seit 2015 ist sie Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.[1]

Eine Einladung Foblets an Norman Finkelstein zu einem Vortrag im Max-Planck-Institut mit dem Titel „Martyrium von Gaza“ im Januar 2017 führte zu Protesten. Sie hatte ihn bereits zuvor an die Universität Leuven eingeladen, „weil er in seinen Publikationen das Meinungsbild in vielen arabischen Ländern abbildet“. Die Studierenden müssten lernen, so Foblets, sich mit kontroversen Meinungen auseinanderzusetzen.[2]

Siehe auch: Kontroverse um die Einladung Norman Finkelsteins

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Herausgeberin
  • (mit B. Saunder): Changing genders in intercultural perspectives. Leuven University Press, Leuven 2002.
  • (mit Trutz von Throtha): Healing the Wounds. Essays on the Reconstruction of Societies after War. Hart Publishing, Oxford 2004. (Oñati International Series in Law and Society)
  • (mit Alison Dundes Renteln): Multicultural Jurisprudence. Comparative Perspectives on the Cultural Defense. Hart Publishing, Oxford 2009. (Oñati International Series in Law and Society)
  • (mit K. Aldadi und J. Vrielink): A Test of Faith? Religious Diversity and Accommodation in the European Workplace. Ashgate, Aldershot 2012.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Birgit Fenzel: Alles, was Recht ist. In: MaxPlanckForschung. Heft 3/2012, Seite 78ff. (Artikel über Marie-Claire Foblets), mpg.de (PDF; 5,4 MB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Foblets, Marie-Claire. Abgerufen am 4. März 2017.
  2. Max-Planck-Direktorin erklärt sich „Finkelstein viele kritische Fragen gestellt“, Mitteldeutsche Zeitung, 26. Januar 2017