Marie Versini

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Marie Versini (2010)

Marie Versini (* 10. August 1940 in Paris; † 22. November 2021 in Guingamp)[1] war eine französische Schauspielerin, die in den 1960er-Jahren vor allem durch ihre Mitwirkung an den Karl-May-Verfilmungen bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marie Versini wurde am Conservatoire national supérieur d’art dramatique ausgebildet und begann ihre Karriere mit 17 Jahren als jüngstes Mitglied der Comédie-Française und spielte am Theater u. a. unter der Regie von Jean Meyer.

Berühmt wurde sie 1963 in Harald Reinls Winnetou 1. Teil als Nscho-tschi, die kleine Schwester von Winnetou (gespielt von Pierre Brice). Sie spielte noch in vier weiteren Karl-May-Filmen mit: in Der Schut (1964), Durchs wilde Kurdistan (1965), Im Reiche des silbernen Löwen (1965) und in Winnetou und sein Freund Old Firehand (1966) (da noch einmal als Nscho-tschi).

Weitere Rollen hatte Versini in den Abenteuerfilmen Im Tempel des weißen Elefanten (1963) und Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu (1966). Von der Kritik besser bewertet wurde der Film Kennwort: Reiher (1964). Aufsehen erregte in Frankreich 1969 Le songe d’une nuit d’été, eine Fernsehadaptation von William Shakespeares Sommernachtstraum in der Inszenierung von Jean-Christophe Averty, in der sie als Hippolyta auftrat. Der Film lief 1971 in Deutschland als Ein Sommernachtstraum.

In Frankreich unter anderem als Claire Morandat in Brennt Paris? bekannt, arbeitete Marie Versini häufig in Deutschland. Bis in die 1980er Jahre hinein wirkte sie an Fernsehproduktionen mit, so in der Serie Sergeant Berry (1973/1974), in Tante Emma (1980) und in Die schöne Wilhelmine (1985). Zu Weihnachten 2016 sah man Versini nach langer Abwesenheit in einer kleinen Gastrolle – sie spielte eine ältere Dame, die sich mit Karl May über die Gefahren einer Reise ins Indianerland unterhält – im ersten Teil der RTL-Fernsehneuverfilmung von Winnetou.

1974 heiratete Versini den Schriftsteller und Regisseur Pierre Viallet, in dessen Filmen sie verschiedentlich mitspielte, so 2010 in Hommage an Robert Schumann. Mit ihrem Mann verbrachte Marie Versini ihr Leben zumeist auf der Atlantikinsel , zeitweise auch in Paris. Pierre Viallet starb am 15. April 2013.[2] Marie Versini erlag am 22. November 2021 in Guingamp einer langen, schweren Krankheit.[3]

Zusammen mit Viallet hat Versini zwei Romane geschrieben, Rätsel um N. T. (2008) und N. T. geht zum Film (2009), außerdem das Buch Puck, eine Hündin erzählt (2012).

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marie Versini mit Pierre Brice (2005 in Luzern)
  • 1965, 1966, 1967 und 1968 Goldener Bravo Otto
  • 1969 Silberner Bravo Otto
  • 1970 Bronzener Bravo Otto

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marie Versini: Ich war Winnetous Schwester, Karl-May-Verlag, Bamberg, ISBN 3-7802-0164-X. (Autobiografie)
  • Marie Versini, Pierre Viallet: Rätsel um N.T., Karl-May-Verlag, 2008, ISBN 3-7802-0454-1.
  • Marie Versini, Pierre Viallet: N.T. geht zum Film, PROverbis, Wien 2009, ISBN 978-3-9502506-9-5.
  • Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 8: T – Z. David Tomlinson – Theo Zwierski. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 167 f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marie Versini – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sie spielte Winnetous kleine Schwester: Marie Versini ist tot, T-online, 23. November 2021
  2. Todesmeldung auf persönlicher Homepage, abgerufen am 9. Mai 2013.
  3. [1]