Guingamp

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Guingamp
Gwengamp
Wappen von Guingamp
Guingamp (Frankreich)
Guingamp
Region Bretagne
Département Côtes-d’Armor
Arrondissement Guingamp (Unterpräfektur)
Kanton Guingamp (Chef-lieu)
Gemeindeverband Guingamp Paimpol Armor Argoat Agglomération
Koordinaten 48° 34′ N, 3° 9′ WKoordinaten: 48° 34′ N, 3° 9′ W
Höhe 62–126 m
Fläche 3,41 km2
Einwohner 6.895 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 2.022 Einw./km2
Postleitzahl 22200
INSEE-Code
Website http://www.ville-guingamp.fr/

Rathaus (Hôtel de ville) Guingamp

Guingamp [ɡɛ̃ˈɡɑ̃] (bretonisch Gwengamp) ist eine Gemeinde in Frankreich im Département Côtes-d’Armor in der Bretagne, zwischen Saint-Brieuc und Brest gelegen. Sie ist Sitz der Unterpräfektur des gleichnamigen Arrondissements. Guingamp liegt rund 100 Meter über dem Meeresspiegel am Flüsschen Trieux in einer waldreichen Umgebung und zählt 6895 Einwohner (Stand 1. Januar 2017).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guingamp war in gallo-römischer Zeit eine Station an einem Handelsweg zwischen Normandie und nordwestlicher Bretagne. Im 9. Jahrhundert wurde hier eine Festung angelegt, an der sich 1364 die bretonischen Truppen von Charles de Blois unter ihrem Anführer Bertrand du Guesclin sammelten, um in die Schlacht von Auray zu ziehen (Auseinandersetzungen um den Herrschaftsanspruch auf die Nachfolge des Herzogs Jean III. am Rande des Hundertjährigen Krieges). Später entwickelte Guingamp sich zu einem regionalen Zentrum der Weberei.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2016
Einwohner 8912 9232 9284 8507 7905 8008 7724 6899
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reste der mittelalterlichen Befestigung
  • Rathaus (Hôtel de Ville) aus dem 17. Jahrhundert, ursprünglich ein Augustinerkloster
  • Notre-Dame-de-Bon-Secours, eine gotische Basilika mit der Statue einer Schwarzen Madonna, die von Kreuzfahrern nach Frankreich gebracht worden sein soll und alljährlich Ziel von Pilgern ist, Monument historique
  • die jährlich stattfindende traditionell-folkloristische Tanzveranstaltung Festival de la danse bretonne de la Saint-Loup (Mitte August)
  • das Stadion des Profifußballvereins En Avant Guingamp (Stade de Roudourou), das mehr als doppelt so viele Plätze hat wie Guingamp Einwohner
  • In der Umgebung: die Wälder mit zahlreichen steinzeitlichen Megalithen („Hinkelsteine“) und Kalvarienbergen; einige Kilometer westlich liegt der höchste Berg der nördlichen Bretagne (Menez-Bré, 302 Meter hoch) mit der Wallfahrtskapelle Saint-Hervé

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Guingamp

Südfassade der Basilika Notre-Dame

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Guingamp liegt an der Bahnstrecke Paris–Brest und wird mit Regional- und Hochgeschwindigkeitszügen bedient. Hier zweigen Linien nach Carhaix und nach Paimpol ab. Ebenfalls in Ost-West-Richtung führt die N 12 durch die Stadt.

Bretonische Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Juli 2008 hat sich die Gemeindeverwaltung verpflichtet, die bretonische Sprache im Rahmen des Aktionsplans Ya d’ar brezhoneg („Ja zum Bretonischen“) zu fördern. Im Jahr 2007 erhielten 15,2 % der Grundschüler zweisprachigen Unterricht.[1]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein En Avant de Guingamp spielt seit 1995 (mit zwei Unterbrechungen) in der höchsten französischen Spielklasse (Ligue 1, früher Première Division).

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 9. Mai 2011 besteht mit der Stadt Aue im Erzgebirge eine Städtepartnerschaft. Hierdurch sollen vor allem wirtschaftliche, sozio-kulturelle, sportliche und Vereins-Aktivitäten entwickelt oder vertieft werden.[2]

Das St.-Pius-Gymnasium in Coesfeld und das Deutschhaus-Gymnasium in Würzburg sind Partnerschulen des Lycée Notre-Dame in Guingamp.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Guingamp“ war das Pseudonym des bretonischen Schriftstellers Jean Conan (1765–1834).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Le Patrimoine des Communes des Côtes-d’Armor. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-017-5, S. 390–413.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Guingamp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ofis ar Brezhoneg: Enseignement bilingue
  2. Stadthomepage Aue mit Informationen zur Städtepartnerschaft mit Guingamp., abgerufen am 17. Januar 2013