Marielle Franco

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Marielle Franco (2016)

Marielle Franco, eigentlich Marielle Francisco da Silva (geboren am 27. Juli 1979 in Rio de Janeiro; gestorben am 14. März 2018 ebenda), war eine Stadträtin in Rio de Janeiro. Sie war Mitglied der brasilianischen Partei Sozialismus und Freiheit (PSOL) und Präsidentin des Frauenausschusses des Stadtparlaments.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Afrobrasilianerin Franco entstammte dem Slumviertel Maré in Rio. Sie studierte Sozialwissenschaften an der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio de Janeiro und schloss an der Universidade Federal Fluminense in Niterói ein Postgraduiertenstudium im Studienfach Öffentliche Verwaltung mit der Schrift UPP – a redução da favela a três letras 2014 ab.[2]

2006 trat sie dem Wahlkampfteam des PSOL-Abgeordneten Marcelo Freixo bei und wurde nach dessen Wahl zu seiner politischen Beraterin.[3] 2016 trat sie erstmals selbst als Kandidatin hervor und wurde bei der Kommunalwahl 2016 mit 46.502 Stimmen ins Stadtparlament gewählt.[4]

Am 14. März 2018 wurden sie und ihr Fahrer in ihrem Auto erschossen, wenige Tage nachdem sie Vorsitzende einer Kommission für die Aufklärung militärischer Interventionen in Brasilien geworden war. Eine mit im Wagen befindliche Mitarbeiterin Francos wurde verletzt.[5] Die Politikerin hatte sich vor ihrem gewaltsamen Tod gegen Polizeigewalt und extralegale Hinrichtungen ausgesprochen und die föderale Intervention des brasilianischen Präsidenten Michel Temer im Staat Rio de Janeiro im Februar 2018, die zum Einsatz der Armee führte, offen kritisiert. Francos Ermordung löste in Brasilien Proteste aus; Tausende sprachen sich bei Kundgebungen für Gerechtigkeit und ein Ende der Gewalt im Land aus.[6]

Sie wurde am 15. März 2018 auf dem Friedhof Caju beerdigt.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marielle Franco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Comissão da Mulher distribuiu 21 leques nos blocos. Abgerufen am 15. März 2018 (portugiesisch).
  2. Marielle Franco: UPP – a redução da favela a três letras. Uma análise da política de segurança pública do estado do Rio de Janeiro. Universidade Federal Fluminense, Niterói 2014, abgerufen am 16. März 2018 (pdf; 2,5 MB; portugiesisch).
  3. Miguel Caballero: Da Maré, Marielle Franco chega à Câmara como a quinta mais votada. In: O Globo. 4. Oktober 2016, abgerufen am 16. März 2018 (brasilianisches Portugiesisch).
  4. Marielle Franco. eleições 2016, abgerufen am 15. März 2018 (portugiesisch).
  5. Mindestens acht Schüsse: Menschenrechtlerin in Rio ermordet. KNA-Artikel auf faz.net, 15. März 2018, abgerufen am 15. März 2018.
  6. Corinna Gall: Der Mord an einer Politikerin in Rio treibt Tausende auf die Strassen. In: NZZ.ch. 16. März 2018, abgerufen am 16. März 2018.
  7. Marielle Franco é enterrada sob forte comoção no Rio. Jornal do Commercio, 15. März 2018, abgerufen am 16. März 2018 (brasilianisches Portugiesisch).