Maristenkolleg

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Maristenkolleg Mindelheim
Eingang des ehemaligen Internats
Eingang des ehemaligen Internats
Schulform Gymnasium und Realschule
Gründung 1926
Ort Mindelheim
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 2′ 15″ N, 10° 29′ 25″ OKoordinaten: 48° 2′ 15″ N, 10° 29′ 25″ O
Schüler ca. 1100
Lehrkräfte ca. 100
Website www.maristenkolleg.info

Das Maristenkolleg Mindelheim ist eine katholische Schule mit dreizweigigem Gymnasium und dreizweigiger Realschule für Jungen und Mädchen in Mindelheim. Ebenfalls ansässig ist eine Offene Ganztagsschule. Gegründet von den Maristenbrüdern ist es seit 1995 in der Hand des Schulwerks der Diözese Augsburg. Die Schule feierte am 15. April 2016 ihr 90-Jähriges Bestehen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ursprüngliche Schulgebäude − heute das ehemalige Internat − sollte eigentlich ein Altenheim werden, aber da die Stadt durch die damalige Wirtschaftskrise kein Geld mehr hatte, wurde es zum Schulhaus umgebaut. Erst nur für Knaben, später das Gymnasium für Mädchen und Jungen. Da aber immer mehr Schüler unterrichtet wurden, baute man den heutigen Altbau und das ehemalige Internat entstand. Die Studienkirche, die vor dem Zweiten Weltkrieg gebaut werden sollte, wurde erst nach dem Krieg fertiggestellt. 1975 wurden der Neubau, der Fachtrakt mit Marionettenbühne und Aula und die Dreifachsporthalle gebaut, da die Schule überfüllt war. Im Keller des Neubaus ist außerdem die Mensa untergebracht. Seit 1997 gibt es eine Offene Ganztagsschule.[1] Heute zählen die beiden Schulen knapp 1100 Schüler und ca. 100 Lehrerinnen und Lehrer.

Von 2009 bis 2013 vergab eine aus Schülerinnen und Schülern bestehende Jury den Mindelheimer Philosophiepreis für Autoren von philosophischen Büchern für Kinder und Jugendliche.

Sexualdelikte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1980er Jahren gab es einen sexuellen Übergriff eines Ordensbruders gegenüber einem Schüler. Er ließ ihn laut Pressemeldungen immer wieder abends in seine Privatkammer kommen, wo er sich dann an ihm verging. Ihm wurde allerdings erst 2010 der Prozess gemacht und er wurde zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.[2]

Im Jahr 2008 wurde der ehemalige Internatsleiter des Maristeninternats wegen sexuellen Missbrauchs zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Dieser Fall gelang erst im Jahre 2010 in die Öffentlichkeit und wurde bis dahin von der Schule vertuscht.[3]

In einem anonymen Interview mit der Augsburger Allgemeinen im Jahre 2010 berichtete ein ehemaliger Schüler des Internats über seelischen und physischen Missbrauch des früheren Internatsleiters und der Erzieher. So habe er sich in seinen vier Jahren dort wie eingesperrt gefühlt, die einzige Freiheiten seien die Heimfahrten am Wochenende und die eineinhalb Stunden Freigang jede Woche gewesen. Das Essen am Internat sei mager gewesen, viele kauften sich während des Freigangs in Mindelheim Lebensmittel, welche im Internat heimlich gebunkert wurden.[4]

Im Jahr 2011 wurde bekannt, dass ein kürzlich angestellter Lehrer des Maristenkollegs sich in den Winterferien in einem Ingolstädter Freizeitbad an einem Mädchen vergangen haben soll. Die Aussage des Bruders des Mädchens beschuldigte ihn weiter. Im Zuge der Ermittlungen wurden in seinem Haupt- und Zweitwohnsitz kinderpornographische Dateien entdeckt. Er wurde zu 1 1/2 Jahren Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurden, verurteilt. Außerdem darf er sich weder Schulen, Kindergärten oder Bushaltestellen nähern.[5]

Im November 2017 wurde bekannt, dass sich der damalige Nördlinger Dekan Paul Erber in seiner Zeit als Seelsorger am Internat des Maristenkollegs an drei Jungen sexuell vergriffen haben soll. In einem Gespräch mit den Opfern gab er die Tat zu. Daraufhin wurde er am 20. November von allen Ämtern entpflichtet und in den Ruhestand versetzt.[6][7]

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Maristenkolleg verfügt über 5 EDV-Räume, 4 Medienräume, 4 Physiklehrsäle sowie 4 Physikübungssäle, 3 Chemiesäle, 2 Biologiesäle und 3 Musiksäle. Auch gibt es eine Mensa für 400 Schülerinnen und Schüler, eine Aula mit Marionettenbühne sowie einen Hauswirtschaftstrakt mit Küche und Speisesaal. Hinter der Schule befinden sich eine Dreifach-Turnhalle mit Sportanlagen. Außerdem gibt es einen direkten Weg durch eine Unterführung der Kaufbeurerstraße ins städtische Sportstadion. Mittlerweile sind die meisten Unterrichtsräume des Maristenkollegs mit Beamern, digitalen Dokumentenscannern sowie Internetzugängen ausgestattet. Die Schule besitzt zwei Bibliotheken, die Schülerlesebücherei und die Studienbücherei.[8]

Schulleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottfried Wesseli, Oberstudiendirektor (Gymnasium)
  • Maria Schmölz (Realschule)

Champagnatfest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr gegen Ende des Schuljahres wird das Champagnatfest gefeiert. Dadurch, dass die Themen bei jedem Fest geändert werden, zieht es immer wieder Menschen aus der ganzen Region an. Da es kein normales Schulfest ist, können es auch Außenstehende besuchen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.maristenkolleg.info/offene-ganztagsschule/. Abgerufen am 27. August 2018 (deutsch).
  2. Augsburger Allgemeine – Bestürzung nach Missbrauchsvorwurf
  3. Die Lüge des Fratres. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 9. Juli 2018.
  4. Augsburger Allgemeine: Missbrauch am Maristenkolleg: "Menschen kaputt gemacht". In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 27. August 2018]).
  5. Augsburger Allgemeine – Missbrauchsprozess: Ein „erbärmliches Geständnis“
  6. katholisch1tv: Nördlingens Dekan Paul Erber entlassen. 20. November 2017, abgerufen am 27. August 2018.
  7. Verena Mörzl: Missbrauch: Es gibt weitere Opfer. In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 27. August 2018]).
  8. https://www.maristenkolleg.info/schulleben/bibliotheken/. Abgerufen am 27. August 2018 (deutsch).