Mark Carney

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Mark Carney (2013)

Mark Joseph Carney (* 16. März 1965 in Fort Smith) ist ein kanadischer Bankmanager und als Gouverneur der Bank of England der erste Ausländer auf diesem Posten in der 319-jährigen Geschichte der englischen Zentralbank.[1] Zugleich ist er Vorsitzender des Financial Stability Board (FSB), einer Institution der G20, mit Hauptsitz in Basel.[2] Carney wurde durch die Abwehr der Finanzkrise ab 2007 bekannt, die Kanada im Vergleich zu anderen Ländern ohne größere negative Folgen überstand.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mark Carney wurde in Fort Smith, in den Northwest Territories geboren. Sein Vater Bob war Schuldirektor, später Professor für Lehramt an der University of Alberta in Edmonton. Dies führte dazu, dass die Familie und Mark Carney mit sechs Jahren umziehen musste. Carney hat einen älteren Bruder Sean, einen jüngeren Bruder Brian und eine Schwester, Brena. Carneys Mutter war Grundschullehrerin, bevor sie schwanger wurde. Carney und seine beiden Brüder studierten an der Harvard University. Carney beendete sein Studium in Harvard mit dem Bachelor in Ökonomie im Jahre 1988. Später ging er an das Nuffield College in Oxford, wo er seinen Masterabschluss in Ökonomie 1993 und seinen Doktor in Ökonomie 1995 erlangte.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carney begann seine Karriere bei Goldman Sachs, wo er dreizehn Jahre beschäftigt war. Er war für das Unternehmen in den Niederlassungen London, Tokyo, New York und Toronto tätig. Er war Vizevorsitzender der Abteilung für Länderrisiko, Executive Director Emerging Debt Capital Markets und Managing Director im Investment Banking.

Zwischen 2004 und 2007 war er Senior Associate Deputy Minister und G7 stellvertretender Geschäftsführer des Department of Finance Canada. Dort war er unter Jim Flaherty und Ralph Goodale angestellt.

Vom 1. Februar 2008 bis zum 3. Juni 2013 führte er die Geschäfte der Bank of Canada (sein Nachfolger wurde Stephen Poloz). Für seine Handhabung der Finanzkrise 2008 wurde er gelobt.[3] Am 3. Juni 2013 wurde er bei der Kanadischen Zentralbank von Stephen Poloz abgelöst.

Mit Wirkung zum 1. Juli 2013 wurde er Governor der Bank of England als Nachfolger von Sir Mervyn Allister King. Er ergriff im Jahr 2016 Partei gegen den Brexit.[4]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er heiratete 1994 Diana Fox. Das Paar hat vier Töchter und lebt in Ottawa.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 wurde Carney von der Wirtschaftszeitung Financial Times im Artikel Fifty who will frame a way forward in der Rubrik Zentralbänker als Gestalter der Zukunft bezeichnet.[5] 2010 wurde er vom Nachrichtenmagazin Time in der jährlich erscheinenden Liste Time 100 als eine der einhundert einflussreichsten Persönlichkeiten aufgeführt.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mark Carney takes over as head of Bank of England. BBC, 30. Juni 2013, abgerufen am 29. Juli 2013.
  2. Bank of Canada's Mark Carney - Personal and career highlights at a glance. CBC News, 3. November 2011, abgerufen am 30. Juni 2012.
  3. Bloomberg v. 20.November 2009 "Carney Shows How Canada Controls Risk So Central Banks Can Too" (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive)
  4. EU referendum: Mark Carney warns Brexit is biggest risk to Britain's financial stability. In: The Telegraph. 8. März 2016, abgerufen am 2. Juli 2016.
  5. Fifty who will frame a way forward. In: Financial Times, 10. März 2009, abgerufen am 30. Juni 2012.
  6. Barbara Kiviat: Mark Carney. In: Time, 29. April 2010, abgerufen am 30. Juni 2012.