Markthalle Basel

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Markthalle von innen
Markthalle von aussen

Die Markthalle Basel (auch «Grossmarkthalle» genannt) wurde 1929 errichtet und bis 2004 für den Marktbetrieb genutzt. Nach einem mehrjährigen Leerstand folgte ein Umbau und die Eröffnung von verschiedenen Fachgeschäften. Heute dient die Markthalle vor allem als Ort für kulturelle Anlässe (z.B. Art Basel) und als fremdländisch geprägte Verpflegungsstätte.

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schalengewölbe der Achteckkuppel war eine Weiterentwicklung der Kuppelkonstruktion der Leipziger Großmarkthalle. Es hat bei einer Spannweite von 60 Meter eine Stärke von acht Zentimetern, ist 27 m, nach anderen Angaben 28 m, hoch und besitzt die Form von Zykloiden. Der Entwurf der Markthalle Basel stammt von dem Ingenieur Adolf Goenner, der 1929 vor Vollendung des Baus starb, und seinem Partner, dem Architekten Hans Ryhiner, der danach die Fertigstellung des Bauwerks leitete.[1] Die Bauausführung erfolgte durch die Züblin AG nach den Plänen und Berechnungen von Hubert Rüsch der Dyckerhoff & Widmann AG. Zum Zeitpunkt ihrer Eröffnung war die Markthalle der drittgrösste Stahlbeton-Kuppelbau der Welt. Die Anlage steht heute unter Denkmalschutz.[2]

Geschichte seit Ende des Grossmarktes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zoo Basel schlug im Jahr 2006 vor, in der Markthalle ein «Polarium» einzurichten, in dem Pinguine und andere aus den Polargebieten stammende Tiere gehalten werden sollten. Dieses Konzept gewann die breite Unterstützung der Bevölkerung, einiger Politiker und auch der Tourismusförderung.[3] Die Stadt Basel verkaufte die Markthalle jedoch an die Immobilien-Investorin Allreal AG, welche die Halle in den Jahren 2009 bis 2011 umbaute und sanierte (Blaser Architekten, Basel). Auf zwei Etagen sind Flächen für Modegeschäfte, Gastronomie, ein Bergsport- und ein Computerfachgeschäft entstanden; unter der Kuppel finden hin und wieder Veranstaltungen statt. Direkt neben der Markthalle wurde zur gleichen Zeit ein zwölfstöckiger Turm mit Wohnungen erstellt. Nur die Filialen von Bächli Bergsport und digitec wurden rege besucht, während die auf hochpreisige Mode ausgerichteten Geschäfte sich über eine Besucherflaute beklagten.

2011 ging die Halle in den Besitz der CSA Real Estate Switzerland, einer Tochter der Credit Suisse Anlagestiftung, über. Mit einem neuen Konzept, unter anderem der Einrichtung von Marktständen und Gastronomiebetrieben, wird seit Anfang 2014 von einem Team um die auf Umnutzungen spezialisierte Basler Architektin Barbara Buser versucht, die Besucherzahlen zu verbessern. Als Betreiber dient hierzu die neu gegründete Markthallen AG Basel.[4] Per 1. August 2016 erwarb die Edith Maryon AG, eine Tochterfirma der gemeinnützigen Stiftung Edith Maryon aus Basel, die Markthalle samt Sockelgeschoss und Nebenbauten (aber ohne den neuen Turm), um sie der Immobilienspekulation zu entziehen und als öffentlichen Kulturort zu erhalten.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Lutz: Neue Inhalte für ein städtisches Wahrzeichen der Moderne: das erneuerte Gebäudeensemble der Markthalle, Viaduktstrasse, Innere Margarethenstrasse, Steinentorberg. In: Kantonale Denkmalpflege Basel-Stadt (Hrsg.): Jahresbericht, Basel 2011, S. 50–51.
  • Dominik Weiss, Tomaž Ulaga: Auf Zahnstochern. In: tec21, Jg. 136, Nr. 35, 2010, S. 38–42.
  • Gustav Adolf Wanner: 50 Jahre Markthalle 1929 - 1979. Markthallen AG, Basel 1979.
  • Günter Günschel: Große Konstrukteure 1 Freyssinet, Maillart, Dischinger, Finsterwalder. Ullstein, Berlin 1966.
  • Josef Braun et al.: Denkschrift anlässlich der Vollendung und Einweihung der Gross-Markthalle Basel. C.J. Wunderlin, Basel 1929.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Othmar Birkner: Inventar der neueren Schweizer Architektur, 1850–1920. Aarau. In: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): INSA. Band 1. Orell Füssli, Zürich 1984, ISBN 3-280-01509-X, S. 155, Sp. 3, doi:10.5169/seals-1273 (online).
  2. http://www.markthalle-basel.ch/markthalle-basel/die-neue-einkaufskultur/geschichte/ (abgerufen am 2. Juli 2012)
  3. http://www.20min.ch/print/story/12543126, aufgerufen am 25. September 2014
  4. http://bazonline.ch/basel/stadt/Neues-Konzept-fuer-Basler-Markthalle--zurueck-zu-den-Wurzeln/story/22067330, aufgerufen am 25. September 2014
  5. Markthalle, Stiftung Edith Maryon

Koordinaten: 47° 32′ 58″ N, 7° 35′ 14″ O; CH1903: 611186 / 266536