Martha Stettler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dans le Jardin du Luxembourg
Fex-Gletscher

Adelheid Fanny Martha Stettler (* 25. September 1870 in Bern; † 16. Dezember 1945 in Châtillon) war eine Schweizer Malerin.

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martha Stettler war die Tochter des Berner Architekten, Zeichners und Aquarellisten Eugen Stettler und der Clara Stettler-von Fischer. Sie absolvierte in den Jahren 1886 bis 1891 eine Ausbildung an der Berner Kunstschule bei Wilhelm Benteli (1839–1924) und Paul Volmar (1832–1906). 1892 wechselte sie an die Ecole des Beaux-Arts in Genf zu Léon Gaud (1844–1908) und Henri Hébert (1849–1917). 1893 übersiedelte Stettler nach Paris, wo sie kurz an der Académie Julian lernte bevor sie zwischen 1894 bis 1898 bei Luc-Olivier Merson (1846–1920) studierte. 1898 wechselte sie ins Atelier von Lucien Simon (1861–1945). Martha Stettler kommentierte ihren Wechsel wie folgt: "Das war wie aus einem dämmerigen Zimmer in den Sonnenschein"[1].

Sie war Mitbegründerin der Académie de la Grande Chaumière in Paris (zu deren Schülern u. a. Alberto Giacometti und Meret Oppenheim gehörten) und von 1909 bis zu Ende 1943 auch deren Leiterin zusammen mit der baltischen Malerin Alice Dannenberg (1861–1948). Stettler stellte ihre Werke in Paris und in der Schweiz aus. Sie erhielt 1910 an der Weltausstellung von Brüssel eine Medaille. Als erste Frau konnte sie an der Biennale di Venezia im Jahr 1920 ausstellen.

Sie bereiste Europa und verbrachte häufig die Sommermonate im Berner Oberland. Stettler malte mit Vorliebe Kinderszenen in Pariser Parkanlagen und in Innenräumen, Landschaftsbilder und Stilleben. Sie wird den Spätimpressionisten zugerechnet. Stettlers Schaffen wurden schon zu ihrer Lebzeit breit anerkannt. Nach ihrem Tod gerieten ihre Werke zunehmend in Vergessenheit.

Martha Stettler gehörte dem Berner Patriziergeschlecht der Stettler an. Sie besass damit das Burgerrecht der Stadt Bern. Sie war unverheiratet. Stettlers Grab befand sich auf dem Cimetière parisien de Bagneux.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Corinne Linda Sotzek: Die Spätimpressionistin Martha Stettler : im Spannungsfeld zwischen Malerei und Akademieleitung (1870-1945) : (mit Werkverzeichnis). Dissertation Universität, Zürich 2017.
  • Corinne Sotzek: Genese des Werkkataloges der Schweizer Malerin Martha Stettler (1870–1945): Voraussetzungen, Hindernisse, Stand der Untersuchungen. In: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte. 62, 2005, 3/4, S. 199–204.
  • Daniel Jeannet: Le Paris des Suisses. Différence, Paris 1995.
  • Martha Stettler. Gemälde und Skizzen. Kunstsammlung Steffisburg, 1983. Vorwort: Hans Suter. Steffisburg, 1983.
  • Michael Stettler: Tante Martha. In: Michael Stettler: Ortbühler Skizzenbuch. Autobiographisches. Stämpfli, Bern 1982, S. 89–95.
  • Wilhelm Stein: Martha Stettler und Ernesto Schiess. In: Wilhelm Stein: Künstler und Werke. Eicher, Bern 1974. S. 129–133.
  • Arnold Rüdlinger: Martha Stettler, eine Berner Malerin. In: Du, 6, 1946, 11, S. 22–23.
  • Martha Stettler, Walter Plattner, Ernesto Schiess, Hans Jegerlehner, Alfred Sidler. Gedächtnisausstellung. Kunsthalle Bern, 1946. [Texte:] Michael Stettler [et al.]. Bern 1946.
  • Rudolf von Tavel: Martha Stettler. In: Die Garbe. 7, 1924, 13. S. 394–397.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martha Stettler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Corinne Linda Sotzek: LinkDie Spätimpressionistin Martha Stettler : im Spannungsfeld zwischen Malerei und Akademieleitung (1870-1945) : (mit Werkverzeichnis) , Universität Zürich, 2017 Zürich, Dissertation