Lucien Simon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Selbstporträt (1883)
Lucien Simon –
im Porträt von Ramon Casas
MNAC, Barcelona
Nausicaa (1915)

Lucien Joseph Simon (* 18. Juli 1861 in Paris; † 13. Oktober 1945 in Sainte-Marine in der Bretagne) war ein französischer Maler, Aquarellist und Lithograf.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucien Simon wurde 1861 in Paris im 6. Arrondissement als Sohn eines Arztes und dessen aus einer Kaufmanns- und Juristenfamilie stammenden Ehefrau geboren. Nach dem Besuch des Lycée Louis-le-Grand war er auf der École polytechnique. Nach seinem Bachelor-Abschluss freundete er sich während des folgenden Militärdienstes mit dem Maler George Desvallières (1861–1950) an. Simon erhielt seine künstlerische Ausbildung im Atelier von Jules Didier (1831–1914) sowie von 1881 bis 1885 bei Tony Robert-Fleury und William Adolphe Bouguereau an der Académie Julian.[1]

Er beteiligte sich erstmals 1881 und dann regelmäßig ab 1885 an Ausstellungen im Salon des Artistes Francais sowie auch im Salon der Künstlervereinigung Société nationale des beaux-arts (SNBA). Während einer Reise in die Niederlande wurde er durch die Werke von Franz Hals beeinflusst. 1890 trat er der Vereinigung SNBA bei.

Im Jahr 1890 heiratete er Jeanne Dauchez, eine Porträtmalerin und Schwester des bretonischen Malers André Dauchez (1870–1948). Durch die häufigen Besuche in deren Elternhaus in der Bretagne entdeckte er diese Landschaft für sich. 1901 kaufte das Paar in Sainte-Marine bei Combrit ein Haus für die Familie, ein Gebäude, das früher als Sémaphore (Telegrafenstation) gedient hatte. Die Landschaft und das bäuerliche Leben der Bretagne bestimmten nun sein Leben und seine Arbeit.

Der Maler Charles Cottet (1863–1925) war der Initiator einer 1925 gegründeten kleinen Gruppe, „La Bande Noire“ genannt wegen der allgemeinen dunklen Tonalität ihrer Arbeiten. Der Begriff, oder (seltener) auch „die Nubier“ stand im Gegensatz zu den Nabis-Malern. Mitglieder der Gruppe waren neben Lucien Simon und seinem Schwager André Dauchez unter anderem Edmond Aman-Jean (1858–1936), Xavier Prinet (1861–1946) und René Ménard (1862–1930).

Simon war 1902 einer der ersten Lehrer an Martha Stettlers Académie de la Grande Chaumière und unterrichtete gleichzeitig an der Académie Colarossi, außerdem hatte er auch Privatschüler. Er lehrte von 1923 an der École Nationale des Beaux-Arts und wurde 1929 in die Académie des Beaux-Arts (Stuhl 11 der Sektion für Malerei) gewählt. Von 1937 bis 1943 hatte er die Leitung (Kurator) des Musée Jacquemart-André in Paris inne.[2] Simon war korrespondierendes Mitglied der Münchener Secession.[3]

Lucien Simon unternahm zahlreiche Auslandsreisen. So führten ihn diese unter anderem 1880 (und nochmals 1896) in die Niederlande und nach Belgien, 1882 nach Algerien, 1891 und 1900 nach Spanien, 1899 und 1907 nach Italien, 1908 wiederum nach Algerien, 1909 nach London, 1911/12/13 nach Italien, 1922 in die USA, 1927 nach Marokko, 1931 nach Südamerika – Argentinien und Brasilien sowie 1937 nach Luxemburg.

Lucien Simons Œuvre umfasste hauptsächlich bretonische Landschaften, Porträts und religiöse Prozessionen, es zeigte den Alltag der Fischer und Landwirte. Er war der Maler des Bigoudenlandes (pays bigouden). Lucien Simon starb 1945 in Sainte-Marine, er wurde auf dem Friedhof von Combrit beigesetzt.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ehe mit Jeanne Dauchez (1869–1949) entstammten vier Kinder:

  • Paul Simon (1892–1979), ein Bildhauer, seit 1926 verheiratet mit Élisabeth Derrien.
  • Lucienne Boyer (1896–1970), eine Musikerin, seit 1920 verheiratet mit André Boyer.
  • Charlotte Aman-Jean (1897–1994), eine Malerin, seit 1917 verheiratet mit François Aman-Jean, einem Sohn des Edmond Aman-Jean.
  • Pauline de La Jarrige (1909–1991), eine Glas-Malerin, seit 1935 verheiratet mit Bernard de La Jarrige.

Ehrungen, Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1881 Salon des Artistes Francais
  • ab 1895 regelmäßig auf den Salons der Société nationale des beaux-arts
  • 1896 München (Secession)
  • 1902 Berlin (Secession)
  • 1905 Barcelona
  • 1925 in Buenos Aires
  • 2006 Musée des Beaux-Arts de Quimper

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lucien Simon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der Lehrer und Schüler der Académie Julian – Lucien Simon
  2. Institut de France, 1913–2013 (Digitalisat PDF 2,2MB)
  3. Mitglieder-Verzeichnis des Vereins Bildender Künstler Münchens e.V. „Secession“ 1931, S. 29
  4. ADBK: Ehrenmitglieder und Ehrensenatoren (Digitalisat PDF, S. 11)
  5. Abb. St.-Willibrord-Basilika, Echternach
  6. Abb. National Gallery of Victoria, Melbourne
  7. a b c Abb. Musée d’Orsay
  8. a b Abb. Musée des Beaux-Arts de Quimper
  9. Abb. Eremitage Sankt Petersburg
  10. Abb. Eremitage Sankt Petersburg
  11. Abb. Museum voor Schone Kunsten, Gent
  12. Abb. Philadelphia Museum of Art
  13. Abb. Paris, Église-Notre-Dame-du-Travail