Martin Eberhard

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Eberhard (2006)

Martin Eberhard (* 15. Mai 1960 in Berkeley, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Elektroingenieur und Unternehmensgründer und war bis zum 13. August 2007 Vorstandsvorsitzender der Tesla Motors, ein Unternehmen zur Herstellung von Elektroautos in San Carlos im Silicon Valley.

Ausbildung und Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Eberhard erwarb an der University of Illinois den Bachelorgrad in Computerentwicklung und den Master für Elektroingenieurswesen.

Er lebt sowohl in Nord- als auch Südkalifornien mit seiner alten Collegeliebe, Carolyn und ihren zwei Kindern. Als Hobbys betrieb er das Fliegen mit dem Hängegleiter und Paragleiten, bis ihm dies von seiner Versicherung untersagt wurde.

Network Computing Devices, Inc. und NuvoMedia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er gründete zusammen mit anderen zunächst die Network Computing Devices, wo er als Chefentwickler für der Sparte Computernetzwerke fungierte und breitbandige Computerterminals für Wyse Technology entwickelte.

Nach deren Verkauf gründete er mit Marc Tarpenning die NuvoMedia, ein Entwickler für E-Books, die er für 187 Millionen Dollar an Gemstar-TV Guide International verkaufte.

Tesla Motors[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Danach gründete er 2003 mit Marc Tarpenning die Firma Tesla Motors Incorporated, deren Ziel es ist, wettbewerbsfähige attraktive Elektroautos zu entwickeln. Finanziers waren der Milliardär und PayPal-Begründer Elon Musk, die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page, der eBay-Gründer Jeff Skoll sowie einige der größten Wagnisfinanzierer: VantagePoint, Draper Fisher Jurvetson, JP Morgan. Pate für den Unternehmensnamen steht der große Pionier der Elektrotechnik Nikola Tesla.

Nachdem Martin Eberhard in den ersten Jahren des Unternehmens Vorstandsvorsitzender (CEO) war, wurde er am 8. August 2007 von Michael Marks, dem ehemaligen CEO von Flextronic, abgelöst. In diese Entscheidung war Eberhard nicht involviert.[1] Eberhard wurde President of Technology und war somit weiter für die Entwicklung verantwortlich. Im Dezember 2007 wurde dann bekanntgegeben, dass Eberhard nicht mehr Angestellter von Tesla Motors sei, sondern nur noch ein Shareholder.[2] Nach Darstellung von Eberhard soll Musk nach seinem Einstieg als Investor daran gearbeitet haben die vollständige Kontrolle über Tesla Motors zu erlangen und ihn so Ende 2007 schließlich ganz aus der Firma gedrängt zu haben. Musk habe außerdem die Legende konstruiert, er [Musk] sei der Gründer und Visionär von Tesla Motors. Im Juni 2009 reichte Eberhard vor dem Superior Court of California (San Mateo County) eine Klage gegen Musk ein, in dem er diesem unter anderem Verleumdung, Rufmord, Vertragsbruch, Verletzung von Sorgfaltspflichten sowie Nichtauszahlung von Anteilen und Gehältern vorwarf.[3]

Martin Eberhard ist besorgt über die Abhängigkeit Amerikas von Ölimporten aus dem Nahen Osten und die Förderung des Treibhauseffektes durch Verbrennungsmotoren in Autos. Er liebt nach eigenen Angaben Autos. Ein typisches Zitat von ihm ist: „Elektroautos wurden bisher von Leuten gemacht, die keine Autos mögen. Sie wollen, dass der Kunde sein Wesen ändert, und das ist ein Fehler. Wir müssen ihm ein Auto anbieten, das er haben will.“

Das erste nach drei Jahren Entwicklungszeit 2007 von Tesla Motors vorgestellte Fahrzeug war der Tesla Roadster, ein optisch von Lotus gestalteter und produzierter Roadster mit einem 252 PS-Elektromotor und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 4 Sekunden. Danach folgte die Limousine Tesla Model S.

Tesla Motors war der erste Automobilproduzent im Silicon Valley.

SF Motors[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 gründete Eberhard das Start-up-Unternehmen InEVit, das Batteriemodule und Antriebsstränge für Elektroautos entwickelt. Mitte Oktober 2017 wurde InEVit vollständig von dem Unternehmen SF Motors übernommen. Im Rahmen der Übernahme wurde Eberhard Chefentwickler stellvertretender Vorstandsvorsitzender von SF Motors. Er beriet SF Motors in strategischen Fragen bereits vor der InEVit-Übernahme. SF Motors ist eine Tochtergesellschaft des chinesischen Unternehmens Chongqing Sokon Industry Group. SF Motors übernahm im November 2017 in Indiana die ehemalige Produktionsstätte in dem die General Motors Marke Hummer produziert wurde für 110 Mio USD. SF Motors will mit Invesitionen von 30 Mio. die Produktion auf Elektroautos umstellen.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „There was no discussion, I didn't get to hear what they said. I didn't get to defend myself. I felt totally stranded.“ (D. Bear, 2014)
  2. ??? (Nicht mehr online verfügbar.) In: greenwombat.blogs.fortune.cnn.com. Ehemals im Original; abgerufen am 25. November 2017 (englisch).@1@2Vorlage:Toter Link/greenwombat.blogs.fortune.cnn.com (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  3. Peter-Michael Ziegler: Tesla Motors droht Schlammschlacht vor Gericht. In: heise.de. 11. Juni 2009; abgerufen am 25. November 2017.
  4. Wilfried Eckl-Dorna: Martin Eberhard und SF Motors: Das Tesla-Hirn. In: Spiegel Online. 25. November 2017; abgerufen am 25. November 2017.