Martin Lister

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Martin Lister
Schneckenzeichnungen von Lister

Martin Lister (* 11. April 1639 in Radclive bei Buckingham; † 2. Februar 1712 in Epsom) war ein englischer Arzt und Naturforscher.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Lister war ein Neffe von Sir Matthew Lister, Arzt von Anna von Dänemark (Ehefrau König Jakobs I.) und von König Karl I. Er wurde ab 1655 am St John’s College in Cambridge ausgebildet, wo er 1659/60 seinen Abschluss machte. 1671 wurde er Mitglied der Royal Society und übte bis 1683 Medizin in York aus, bevor er nach London umzog. 1684 erhielt er den Grad „Doktor der Medizin“ in Oxford und wurde 1687 Mitglied des Royal College of Physicians.

Lister veröffentlichte zahlreiche Artikel über Naturgeschichte, Medizin und Antiquitäten in den Philosophical Transactions, dem Wissenschaftsjournal der Royal Society. Seine Hauptarbeiten waren: Historiae animalium Angliae tres tractatus (1678), Historiae Conchyliorum (1685, 1692) und Conchyliorum Bivalvium (1696). Als einem Erforscher der Schalenweichtiere wurde ihm eine hohe Wertschätzung zuteil. Während er die Horizontbeständigkeit fossilführender Gesteinsschichten sowie die Ähnlichkeit der Fossilien zu lebenden Formen erkannte, betrachtete er sie, nach dem Vorbild Athanasius Kirchers, lediglich als „Naturspiele“, also als anorganische Nachahmungen, die sich spontan im Inneren der Gesteine gebildet hatten.

1683 machte Lister der Royal Society einen Vorschlag zu einer neuen Art von Landkarten (Phil. Trans., 1684). In diesem Aufsatz schlug er die Anfertigung einer Boden- oder Mineralien-Landkarte vor, weshalb ihm als Verdienst angerechnet wird, der Erste gewesen zu sein, der die Wichtigkeit einer geologischen Landesaufnahme erkannte.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Martin Lister wurde die Pflanzengattung Listera in der Familie der Orchideen (Orchidaceae) benannt sowie die Dorsa Lister auf dem Erdmond.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Historia Animalium Angliae. London 1678 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  • Appendix in Historiam Animalium Anglite. 1681.
  • Letters and divers other Mixt Discourses in Natural Philosophy. London 1683.
  • De Thermis et Fontibus Medicatis Angliae. London 1684.
  • Sex Exercitationes Medicinales de quibusdam Morbis Chronicis. London 1694.
  • Exercitatio Anatomica in qua de Cochleis, maxime Terrestribus et Limacibus agitur. London 1694 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).
  • Exercitatio Anatomica altera, in qua agitur de Buccinis fluviatilibus et marinis. London 1695.
  • Exercitatio Anatomica tertia Conchyliorum Bivalvium. London 1696
  • A journey to Paris in the year 1698. London 1699.
  • Apicii Coelii De opsoniis et condimentis sive arte coquinaria cum annotationibus. Jansson-Waesberg, Amsterdam 1709 (Digitalisat in der Google-Buchsuche).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]