Mastixstrauch

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Mastixstrauch
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus)

Mastixstrauch (Pistacia lentiscus)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Seifenbaumartige (Sapindales)
Familie: Sumachgewächse (Anacardiaceae)
Unterfamilie: Pistacioideae
Gattung: Pistazien (Pistacia)
Art: Mastixstrauch
Wissenschaftlicher Name
Pistacia lentiscus
L.
Mastixstrauch (Pistacia lentiscus)
In natürlicher Größe:
A Zweig mit männlichen Blüten
B Zweig mit weiblichen Blüten
C Fruchtzweig
Vergrößert:
1 Männliche Blüte
2 Männliche Blüte im Längsschnitt
3 Pollen
4 Weibliche Blüte
5 Weibliche Blüte im Längsschnitt
6 Frucht
7 Frucht im Längsschnitt
8 Frucht im Querschnitt
9 Embryo

Der Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), auch Wilde Pistazie genannt, gehört wie die Echte Pistazie zu der Familie der Sumachgewächse (Anacardiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mastixstrauch wächst als Strauch, seltener als kleiner Baum, und erreicht Wuchshöhen von 1 bis 3 Meter, selten bis 8 Meter.

Die immergrünen und gestielten Laubblätter sind paarig gefiedert, wobei die 8 bis 12 einzelnen, sitzenden, ledrigen und kahlen Blättchen bis etwa 5 Zentimeter lang werden. Die eiförmigen, -lanzettlich bis verkehrt-eiförmigen, -eilanzettlichen Blättchen sind ganzrandig und rundspitzig sowie stachelspitzig. Die Blattspindel ist kurz geflügelt.

Der Mastixstrauch ist zweihäusig diözisch. Die kleinen Blüten mit einfacher Blütenhülle, die Kronblätter fehlen, und sehr kleinem 3–5teiligem Perianth stehen jeweils in einem kurzen Blütenstand, mit dicker Rhachis, in den Blattachseln. Die kurz gestielten, grünlichen männlichen Blüten, mit einem kleinen Deckblatt, in dichten Trauben, besitzen bis 5 fast sitzende Staubblätter mit auffälligen, großen und dunkelroten Staubbeuteln sowie einen kleinen Pistillode. Die sitzenden bis kurz gestielten weiblichen Blüten, mit teils einem Deckblatt, sind grünlich mit einem oberständigen und einkammerigen Fruchtknoten mit 2–4 ausladenden, roten und federigen Narbenästen. Sie stehen in lockeren traubig-ährigen Blütenständen.

Die etwa 4 mm großen und rundlichen, einsamigen Steinfrüchte mit kleinen Narben- und Perianthresten sind anfangs rot, später schwarz.

Die Blütezeit reicht von März bis Juni.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 30.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pflanze ist im Mittelmeergebiet sowie auf den Kanaren heimisch und stellt einen typischen Vertreter der Macchienvegetation dar.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Genutzt wird vor allem das getrocknete Harz der Sträucher, der sogenannte Mastix. Die Sträucher besitzen unter der Rinde viele Harzbehälter, aus denen nach dem Anritzen der Harzbalsam ausläuft. Beblätterte Äste finden in der Blumenbinderei als grünes Beiwerk in Blumensträußen Verwendung. Das Harz wird auch zur Herstellung von Süßwaren, u. a. von Bonbons wie „Mastic Balls“ verwendet.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dankwart Seidel: Blumen am Mittelmeer. Treffsicher bestimmen mit dem 3er-Check. BLV, München 2002, ISBN 3-405-16294-7.
  • Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Was blüht am Mittelmeer? 750 Arten (= Kosmos-Naturführer). 4. Auflage. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10211-4.
  • John Stephenson, James Morss Churchill: Medical Botany. Vol. III, Churchill, 1831, CXXX, Pl. 130.
  • O. C. Berg, C. F. Schmidt: Darstellung und Beschreibung sämmtlicher in der Pharmacopaea… Band 3, XXVII f., Förstner, 1861, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  • Jill Norman: Herb and Spices. Dorling Kindersley, 2015, ISBN 978-0-241-42925-9, S. 208.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pistacia lentiscus bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.