Mauermuseum

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Alliiertes Kontrollhäuschen und Mauermuseum im Hintergrund

Das Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie ist privates Museum zur Berliner Mauer. Das Museum wurde 1961 von Rainer Hildebrandt in einer Privatwohnung an der Bernauer Straße gegründet und zog 1963 unter Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft 13. August an den Checkpoint Charlie.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum will die Grenzanlage und den „Beistand der Schutzmächte“ veranschaulichen. Gezeigt werden neben Fotos und Dokumentationen geglückter Fluchtversuche auch die Fluchtmittel: Heißluftballons, Fluchtautos, Sessellifte und ein Mini-U-Boot.

In seiner Anfangszeit war das Mauermuseum nach Einschätzung von Sybille Frank für sein „chaotisches Sammelsurium von Alltagsgegenständen, Reliquien aller Art, Fluchtobjekten ‚zum Anfassen‘ und künstlerischen Werken umstrittener Qualität ebenso berühmt wie berüchtigt.“ Unter Leitung von Alexandra Hildebrandt habe sich das Museum nach dem Fall der Berliner Mauer und dem damit verbundenen erheblichen Rückgang öffentlicher Fördergelder in ein privates Unternehmen umgewandelt und das „ehemalige politische Zentrum als Erlebnisort neu erfunden“.[2] Mittlerweile ist es mit rund 850.000 Besuchern jährlich (Stand: 2012) eines der meistenbesuchten Museen Berlins.[3]

Mittlerweile ist das Museum im Haus am Checkpoint Charlie des Architekten Peter Eisenman untergebracht. Nach der Beilegung eines jahrelangen Rechtsstreits mit der FMS Wertmanagement des Bundes schloss die Arbeitsgemeinschaft 13. August im Jahr 2015 einen auf 25 Jahre angelegten Mietvertrag für ein angrenzendes Gelände ab. Laut eigenen Angaben will die Arbeitsgemeinschaft 13. August das Gelände nutzen, um das Mauermuseum zu erweitern. Ein Kauf des Grundstücks durch die Arbeitsgemeinschaft selbst war 2007 gescheitert, nachdem diese den Kaufpreis von 15,5 Millionen Euro nicht überwiesen hatte.[4]

Im Herbst 2004 errichtete die Arbeitsgemeinschaft 13. August ein sogenanntes Freiheitsmahnmal in Erinnerung an die Todesopfer an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze auf dem Areal des ehemaligen Checkpoints Charlie. Nach Ablauf des Mietvertrages und einer erfolgreichen Räumungsklage des Eigentümers wurde dieses im Sommer 2005 geräumt.

Die Arbeitsgemeinschaft 13. August gab 2008 die Zahl der an der Mauer und innerdeutschen Grenze bis 1989 getöteten Menschen mit 1303 an. Darin sind auch Opfer bei der Flucht über die Ostsee, deutsche Todesopfer an außerdeutschen Grenzen, getötete DDR-Soldaten und sowjetische Fahnenflüchtige, Suizide von Angehörigen der Grenztruppen, sowie von Stasi und KGB nach erfolgreicher Flucht entführte und ums Leben gekommene Personen eingerechnet.[5][6][7][8][9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mauermuseum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sybille Frank: Der Mauer um die Wette gedenken: Die Formation einer Heritage-Industrie am Berliner Checkpoint Charlie. 2009, S. 224f
  2. Sybille Frank: Der Mauer um die Wette gedenken: Die Formation einer Heritage-Industrie am Berliner Checkpoint Charlie. 2009, S. 225
  3. Top 10: Die meist besuchten Museen - Platz 4: Mauermuseum – Haus am Checkpoint Charly. In: berlin.de. 20. Februar 2014, abgerufen am 16. August 2017.
  4. Uwe Aulich: Mauermuseum: Neustart am Checkpoint Charlie. In: berliner-zeitung.de. 16. August 2017, abgerufen am 16. August 2017.
  5. Streit um Zahl der Mauertoten eskaliert. In: Der Tagesspiegel, 12. August 2008
  6. Offenbar mehr Opfer an DDR-Mauer als bekannt. In: Berliner Morgenpost, 12. August 2008
  7. Mehr Mauertote. In: Frankfurter Rundschau, 13. August 2008
  8. 1303 Opfer an der Mauer. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010
  9. Bilder des Tages: FOLKLORE. In: Badische Zeitung, 13. August 2008

Koordinaten: 52° 30′ 28″ N, 13° 23′ 26″ O