Max-Clemens-Kanal

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Eine Wegbrücke über dem Max-Clemens-Kanal bei Münster
Bett des Max-Clemens-Kanals in der Nähe von Emsdetten. Die weiße Farbe verdeutlicht hier den ursprünglichen Wasserstand.
Treckschute in Maxhafen

Der Max-Clemens-Kanal (oder Max-Klemens-Kanal) ist ein unvollendet gebliebener Schifffahrtskanal zwischen Münster und den Niederlanden.

Unter dem Fürstbischof von Münster, dem Wittelsbacher Clemens August I. von Bayern, wurde am 9. Mai 1724 in Münster-Kinderhaus der Bau begonnen. Unter der Leitung des friesischen Wasserbauingenieurs Georg Michael Meetsma entstand bis 1730 ein etwa 30 km langes Teilstück des Kanals vom Neubrückentor in Münster bis zum Frischhofsbach in Neuenkirchen. Hier, am vorläufigen Endpunkt des Kanals, südlich von Rheine, zwischen Mesum und Burgsteinfurt, entstand Clemenshafen. Das erste Teilstück des Kanals wurde 1731 in Betrieb genommen. Mitverantwortlich für den Bau des Kanals war auch der Geometer und Baumeister Lambert Friedrich Corfey.

Unter dem Nachfolger von Clemens August, dem Fürstbischof Maximilian Friedrich von Königsegg-Rothenfels, wurde 1766 bis 1771 ein 6 km langes weiteres Stück bis Maxhafen zwischen Wettringen und Neuenkirchen fertiggestellt. Die nicht weit entfernte Steinfurter Aa und die schiffbare Vechte wurden nicht angebunden, weil die Vechte durch die Grafschaft Bentheim führt und vorab keine Vereinbarungen mit dem Grafen getroffen wurden.

Der Kanal wurde von 1731 bis 1840 betrieben und war nie richtig rentabel – auch, weil die Waren an den Endhäfen auf dem Landwege transportiert werden mussten. Während der Zeit seiner Nutzung trug er die Bezeichnung „Münsterscher Canal“; erst nach der Stilllegung bürgerte sich der Name „Max-Clemens-Kanal“ ein.

Max-Clemens-Kanal zwischen Clemenshafen und Maxhafen im Mai 2008

Das „Standardschiff“ war ein hölzerner Frachtkahn (Treckschute) von 3 m Breite und 16,5 m Länge mit einer Tragkraft von etwa 10 Tonnen. Dieser Kahn wurde von zwei Pferden getreidelt. Außerdem gab es ein Postschiff. Der Transport von Maxhafen nach Münster dauerte von morgens bis nachmittags. In der Mitte des 19. Jahrhunderts konnte er sich nicht mehr gegen die Konkurrenz der mittlerweile besser ausgebauten Chausseen durchsetzen und wurde am 10. Februar 1840 aufgegeben. Das Ziel, den Max-Clemens-Kanal mit dem holländischen Wasserstraßennetz oder dem Nordseehafen Emden zu verbinden, wurde auf dem Wasserweg nie erreicht. Der Antransport bzw. Weitertransport von bzw. nach Clemenshafen und später Maxhafen musste auf dem Landweg erfolgen. Dennoch stellte er für gut ein Jahrhundert eine so leistungsfähige Verkehrsverbindung dar, dass sich sogar das Umladen in den Endhäfen lohnte.

Heute ist der Kanal auf ganzer Länge von wenig befahrenen Straßen begleitet, die sich für Radtouren eignen. Der eigentliche Kanal ist oft nur noch als Mulde erkennbar. Er ist als „Technisches Bodendenkmal“ unter Schutz gestellt.

Einige Abschnitte des Kanals sind in das System der Gewässerkennzahlen (GWK) integriert, da Fließgewässer in das ehemalige Bett entwässern und auch der Kanal in andere Fließgewässer entwässert. Daher sind diese Abschnitte mit einer zum jeweiligen Flusssystem korrelierenden GWK versehen, so zum Beispiel trägt er im Bereich der Emszuflüsse Temmingmühlenbach die GWK:333292 und Emsdettener Mühlenbach die GWK:33694, im Bereich der Vechte ist er mit der GWK:928629242 versehen.

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