Max-Joseph-Platz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Max-Joseph-Platz
Muenchen Kleines Stadtwappen.svg
Platz in München
Max-Joseph-Platz
Max-Joseph-Platz, Nationaltheater am Eingang der Maximilianstraße
Basisdaten
Ort München
Ortsteil Altstadt
Angelegt 1802
Einmündende Straßen Residenzstraße, Maximilianstraße, Perusastraße
Bauwerke Münchner Residenz, Nationaltheater
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Individualverkehr, ÖPNV
Platzgestaltung Denkmal für König Max I. Joseph (Christian Daniel Rauch, 1825)
Max-Joseph-Platz / Residenzstraße

Der Max-Joseph-Platz ist ein Platz in der Altstadt Münchens, der im Nordosten der Altstadt südlich der Münchner Residenz liegt. Er ist westlicher Ausgangspunkt der Maximilianstraße. Seinen Namen trägt der Platz nach König Max I. Joseph.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Max-Joseph-Platz liegt im Nordosten der historischen Altstadt südlich der Residenz im Bezirk Altstadt-Lehel. Der Platz wird im Norden durch den Königsbau der Residenz, im Osten durch das Nationaltheater und im Süden durch das ehemalige Palais Törring-Jettenbach begrenzt. An seiner Westseite an der Residenzstraße liegen die Fassaden von Bürgerhäusern. Hier liegt in der Residenzstraße 13 der um 1560 erbaute und am besten erhaltene Altmünchner Laubenhof der Renaissance.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feyerliche Enthüllung des Monuments für König Maximilian am 13. Octbr. 1835
Max-Joseph-Platz mit Königsbau der Münchner Residenz (links) und Nationaltheater (rechts), Fotografie von Joseph Albert (1860)

Die Geschichte des Platzes beginnt mit dem Abriss des Franziskanerklosters 1802 um Raum für das neu zu errichtende Nationaltheater zu schaffen, mit dessen Bau am 26. Oktober 1811 durch Karl von Fischer begonnen wurde. Vorbild war das Pariser Odeon. Zwischen 1825 und 1842 unter König Ludwig I. entstand an der Nordseite durch Leo von Klenze im Stil des Klassizismus nach dem Vorbild des Florentiner Palazzo Pitti und des Palazzo Rucellai der Königsbau der Residenz. Das gegenüber liegende Palais Toerring-Jettenbach, ein Rokokopalais das zwischen 1747 und 1754 von Ignaz Anton Gunetzrhainer erbaut worden war, wurde im Gegenzug von Klenze mit einer florentinischen Säulenhalle versehen und zur Hauptpost umgestaltet.

In der Mitte des Platzes befindet sich das Denkmal für König Max I. Joseph. Es entstand nach einem Entwurf von Christian Daniel Rauch, wurde von Johann Baptist Stiglmaier ausgeführt und erst zehn Jahre nach dem Tode des Königs 1835 aufgestellt, weil dieser es abgelehnt hatte in sitzender Positur verewigt zu werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch den Bau einer Tiefgarage unter dem Platz sein Erscheinungsbild beeinträchtigt. Dabei wurden 1963 die noch vorhandenen untertägigen Reste des Franziskanerklosters und dessen Friedhofs ohne größere wissenschaftliche Untersuchung abgeräumt.[1] Zwischen dem Königsbau und dem Nationaltheater wurde beim Wiederaufbau des kriegszerstörten Residenztheaters eine moderne Fassade errichtet.

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Max-Joseph-Platz wurde mehrfach Bestandteil von Kunstprojekten im öffentlichen Raum.

  • Anlässlich der Opernfestspiele 1998 installierte der Künstler Ottmar Hörl 4000 Gartenzwerge um die Statue des ersten Bayerischen Königs.
  • Im Rahmen der Opernfestspiele 2012 fotografierte der amerikanische Künstler Spencer Tunick am Max-Joseph-Platz 1700 Nackte. Die mit roten und goldenen Körperfarben bemalten Teilnehmer formierten sich um das Denkmal von König Max Joseph I. zu einem Ring.
  • 2014 sorgte die Installation Trojanisches Pferd von Sebastian Hirn für Irritationen. Auf dem Platz lag ein umgekippter Sattelschlepper. Das Dach des verunglückten LKW war aufgerissen und Kunsttransportkisten lagen über den Platz verteilt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Höppl: Wandel von Platzgestaltungskonzepten im 19. Jahrhundert. Hochschulschrift (Magisterarbeit) LMU München 2009. Onlineausgabe ohne Abbildungsteil
  • Karlheinz Hemmeter: Das Denkmal für König Max I. Joseph in München von Christian Daniel Rauch. Entstehungsgeschichte – Zeitgenössische Kunstliteratur – Zur Genese des Max-Joseph-Platzes, in: Susanne Böning-Weis (Red.): König Max I. Joseph. Modell und Monument. Zu einer Installation von Erich Lindenberg in der Alten Münze in München (= Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Nr. 86), München 1996, S. 35-85.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Max-Joseph-Platz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hemmeter, Karlheinz: Das Denkmal für König Max I. Joseph in München von Christian Daniel Rauch. Entstehungsgeschichte – Zeitgenössische Kunstliteratur – Zur Genese des Max-Joseph-Platzes, in: Susanne Böning-Weis (Red.): König Max I. Joseph. Modell und Monument. Zu einer Installation von Erich Lindenberg in der Alten Münze in München (= Arbeitshefte des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Nr. 86), München 1996, S. 35-85, hier S. 77.

Koordinaten: 48° 8′ 23″ N, 11° 34′ 41″ O