Sebastian Hirn

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Sebastian Hirn (* 1975 in München) ist ein deutscher Theater- und Opernregisseur sowie Bühnenbildner.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sebastian Hirn stammt aus einer Münchner Bildhauer-Familie. Er absolvierte ein Studium der Geschichte, Literatur und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, machte eine Regieausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien bei Luc Bondy, die von Hospitanzen und Assistenzen u. a. bei Luc Bondy, Achim Freyer und Christian Stückl begleitet waren, und studierte Bühnenbild an der Zürcher Hochschule der Künste.

Nach dem Studium folgten Arbeiten im Bereich Schauspiel und Musiktheater sowie zahlreiche spartenübergreifende Projekte. Seine Inszenierungen sind geprägt von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Raum. Er beschäftigt sich darüber hinaus mit Bildender Kunst, insbesondere mit Happening und Performance. Hirn arbeitet eng mit der Münchner Komponistin Helga Pogatschar zusammen. Für das Tollwood Festival München initiierte er 2006 eine uminstrumentierte Fassung von Humperdincks Hänsel und Gretel mit Volksmusikinstrumenten, die von Helga Pogatschar erarbeitet wurde. Die Handlung verlegte er mit Bernhard Hammer (Bühnenbildner) in eine riesige monumentale Gebirgslandschaft in Fußballfeldgröße, die für die Aufführungsserie auf die Theresienwiese München betoniert wurde.

2008 erstellte Sebastian Hirn für die Mozartfestspiele Schwetzingen eine neue Fassung der Rezitative von Mozarts Così fan tutte, die in Kooperation mit den Kompositionsklassen von Sidney Corbett in Mannheim und Jörn Arnecke in Hamburg neu komponiert wurden. Im Rahmen des Rodeo Festivals der Landeshauptstadt München installierte Sebastian Hirn an vier verschiedenen Orten Unfälle im Stadtraum. Am Max-Joseph-Platz war ein auf die Seite gekippter LKW zu sehen – der Bauch des LKW Aufliegers war aufgerissen und der Inhalt, Kunsttransportkisten, lagen über den Platz verteilt. Die Installation, nicht weiter deklariert, sorgte für große Irritationen. Über die Installation wurde auf der Titelseite mehrerer Münchner Tageszeitungen berichtet. 2015/16 veranstaltete Sebastian Hirn eine Musik/Tanz/Performancereihe im ehemaligen Schwimmbad der Textilfabrik Kuszner, den heutigen Kunstwohnwerken in München. Für Dreharbeiten hatte er 2014 das Schwimmbad in einer Aktion wieder freigelegt, das jahrelang als Lager umfunktioniert, komplett überbaut gewesen war. In das ehemalige Becken wurde ein originalgroßer Krabbenkutter gebaut. Die raumgreifende Installation wurde in verschiedenen Aktionen von Musikern und Tänzern bespielt. U.a. waren dort der Akkordeonist Krassimir Sterev, die Formation Frachter aus Zürich und der Komponist und Jazzmusiker Franz Koglmann zu hören.

Inszenierungen/Arbeiten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Installationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FLUCHT. MaximiliansForum München, 2012.
  • Transitorische Raeume. Eine Durchmessung der Schweizer Alpen. Über einen Zeitraum von einem Monat wurden alle Straßentunnel der Schweiz über 2 km Länge mit einer speziellen Aufnahmetechnik erfasst. Die Aufnahmen wurden Teil einer Multi-Kanal-Videoinstallation aus 12 Videobeamern die von der Decke aus auf eine riesige Stahlfläche projiziert wurden. Zürich 2013.
  • nah-fern. Installation in der Schalterhalle Starnberg, 2013.
  • Trojanisches Pferd. An vier verschiedenen Orten im Münchner Stadtraum wurden LKW-Unfallszenarien installiert. Am Max-Joseph-Platz, in der Entenbachstrasse auf der Höhe I-camp/Neues Theater München, An der Böschung Gasteig/Zellstrasse, und der Dachauerstrasse auf der Höhe der Einfahrt zur Halle ''Schwere Reiter''. 2014
  • Outposts of Resistance. Videoinstallation über Friedensaktivisten, die während des Zweiten Irakkriegs als menschliche Schutzschilde zivile Einrichtungen im Irak vor Bombardements schützten. Im Rahmen von Art in Resistance beim Theaterfestival Spielart, München, 2015.

Bühnenbild/Kostüm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • la Petite Mort Rauminstallation, Lichtkonzeption und Kostüme für eine Inszenierung von Nele Jahnke. Eine Video-Prozession durch 13 Räume zum 20-jährigen Jubiläum des Theater HORA Züriwerk beim Festival Okkupation! Internationales Theaterfestival, Zürich, Rote Fabrik, 29. Mai 2013
  • Die perfekte Katastrophe. Ein Heimatszenario Rauminstallation, Lichtkonzeption und Kostüme. Konzert Theater Bern, 2016.

Video[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rechnitz (Der Würgeengel) von Elfriede Jelinek. Videodesign für eine Inszenierung von Michael Simon. Österreichische Erstaufführung, Schauspielhaus Graz, 17. März 2012
  • Cage Stage. Ein Musiktheater von und nach John Cage. In Kooperation mit dem Brucknerfest Linz. Videodesign für eine Inszenierung von Achim Freyer. Musikalische Zusammenstellung und Leitung Dennis Russell Davies. Landestheater Linz, 20. September 2013.
  • Schneewittchen von Heinz Holliger. Videodesign für eine Inszenierung von Achim Freyer. Opernhaus Basel, 20. Februar 2014.

Sprecher, Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stipendien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]