Medical Wellness

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Medical Wellness (engl. Medizinisches Wohlbefinden) ist ein Anglizismus, der als werbewirksames Schlagwort Einzug in die deutsche Sprache gehalten hat und insbesondere im Marketing der Gesundheitswirtschaft Verwendung findet. Medical Wellness gilt als Vertiefungsrichtung bzw. Variante von Wellness, auch wenn eine Abgrenzung teilweise schwierig fällt.[1][2] Folgende Inhalte werden mit dem Terminus verbunden:

„Medical Wellness beinhaltet gesundheitswissenschaftlich begleitete Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität und des subjektiven Gesundheitsempfindens durch eigenverantwortliche Prävention und Gesundheitsförderung sowie der Motivation zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil. Medical Wellness ist keine ärztliche Behandlung, sondern Verhaltensmedizin.[3]

Gleichwohl befindet sich die Definition des Begriffs noch in einem dynamischen Prozess, der eine allgemeingültige und einvernehmliche Beschreibung von Medical Wellness bislang noch erschwert.[4] Es werden deshalb von unterschiedlichen Gruppen und Verbänden Bemühungen unternommen, einheitliche Leitlinien und inhaltliche Standards zu formulieren und zu vereinbaren.[5] Da der Terminus gesetzlich nicht geschützt ist, kann er für eine Vielzahl von Kuren, medizinischen Anwendungen und Maßnahmen bis hin zu ärztlichen Behandlungen verwendet werden, ohne eine allgemeingültige Leistungsüberprüfung. Aus diesem Grund befürchtet man bereits eine Verwässerung des Begriffs, ähnlich wie bei dem Wort "Wellness", und damit einen Verlust an inhaltlicher Qualität[6] in einem starken Wachstumsmarkt.[4][7]

Stellenwert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medical Wellness hat in Deutschland in den vergangenen Jahren innerhalb bestimmter Berufsausbildungen an Bedeutung gewonnen. So bietet die Hochschule Coburg seit Oktober 2007 einen Studiengang Integrative Gesundheitsförderung an, der auch Themen der Medical Wellness vermittelt.[8] Darüber hinaus ist Medical Wellness mit einem wachsenden, teils stark Zielgruppen orientierten (Best Ager) Angebot an Reisen und anderen Veranstaltungsarten zu einem Wirtschaftsfaktor der Gesundheits-, Tourismus- und Freizeitbranche geworden.[7][9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirsten Hermes: "Wellness und Medical Wellness, Vom Gesundheitskonzept zum Lifestyleprodukt, mit einem Vorwort von Prof. Dr. Dr. Karl Wehkamp, Disserta Verlag, Hamburg, 2015, ISBN 978-3-95425-862-8
  • Meike Sonnenschein: Medical Wellness & Co. Der Gesundheitsvorsorgetourismus in Deutschland. Angebot und Nachfrage im Wandel. Pro Business, Berlin 2009, ISBN 978-3-86805-968-7.
  • Monika Rulle, Wolfgang Hoffmann & Karin Kraft: Erfolgsstrategien im Gesundheitstourismus. Analysen zur Erwartung und Zufriedenheit von Gästen. Erich Schmidt-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-503-12602-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cassens, Manfred: Gesundheitstourismus und touristische Destinationsentwicklung. Ein Lehrbuch. Oldenbourg Verlag, München 2013, S. 38.
  2. Rulle, Monika, Hoffmann, Wolfgang & Kraft, Karin: Erfolgsstrategien im Gesundheitstourismus. Analysen zur Erwartung und Zufriedenheit von Gästen. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2010, S. 11.
  3. Deutscher Wellness Verband e.V
  4. a b Webseite Deutscher Medical Wellness Verband e. V.
  5. Deutsche Arbeitsgemeinschaft Medical Wellness
  6. Artikel aus "Ärztezeitung", 5. Februar 2009
  7. a b Sandra Dörpinghaus: Medical Wellness - Zukunftsmarkt mit Hindernissen. IAT Institut Arbeit und Technik, 6/2009 (PDF; 246 kB)
  8. Profil an der Hochschule Coburg
  9. Sächsische Zeitung vom 12./13. Februar 2011:Urlaub mit dem Doktor


Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!