Belebtes Wasser

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Belebtes Wasser aus Österreich, das u. a. nach Taiwan exportiert wird: Ein bei Vollmond abgefüllter Liter kostet rund das Dreifache von belebtem Wasser ohne Vollmondabfüllung.
Laden für levitiertes Wasser in Kassel

Belebtes Wasser, auch als levitiertes, vitalisiertes, informiertes, strukturiertes oder Granderwasser bezeichnet, ist Wasser, das laut der Behauptung seiner Hersteller und Vermarkter auf verschiedene Weisen behandelt wurde und dadurch für etliche Einsatzzwecke verbessert worden sein soll. Hinweise auf tatsächliche Veränderungen des Wassers gibt es nicht.[1]

In der Schweiz ist es seit 1999 verboten, mit einer therapeutischen Wirkung des Wassers zu werben. Wasser darf in Deutschland mit gesundheitsbezogenen Angaben nur dann beworben werden, wenn die Regulierungsauflagen des Arzneimittelgesetzes für Heilwasser erfüllt werden. In Österreich darf Granderwasser (bezeichnet nach Johann Grander) gemäß einem Gerichtsurteil aus dem Jahr 2006 als „aus dem Esoterik-Milieu stammender parawissenschaftlicher Unfug“ bezeichnet werden, „dessen kommerzielle Nutzung an Betrug grenzt“.[2][3]

„Belebung“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Maßnahmen zur angeblichen Belebung von Wasser werden mit dem österreichischen Parawissenschaftler Johann Grander verknüpft, der eigene Methoden und Geräte dazu entwickelt hat. Exemplarisch wird im Folgenden „Granderwasser“ thematisiert, die wissenschaftlichen Widerlegungen lassen sich jedoch auch auf ähnliche Konzepte übertragen.

Historische Vorläufer (Entwicklung)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Entwicklungen werden von Vertretern der Theorie im Zusammenhang gesehen:

  • In der traditionellen chinesischen Medizin wird jedem Element eine Eigenschaft zugeschrieben und die Wechselwirkung mit einem weiteren Element beschrieben. Dadurch ergebe sich ein Wechselwirkungskreislauf: „Holz nährt Feuer, Feuer nährt Erde, Erde nährt Metall, Metall nährt Wasser, und Wasser nährt wiederum Holz.“[4]
  • Hildegard von Bingens Edelsteinwasser: Im vierten Buch ihrer Physica beschreibt sie die Wirkung von 24 Steinen auf den menschlichen Körper, aber auch die Schädlichkeit anderer Steine. Hierbei ist dezidiert keine Belebung des Wassers gemeint, jedoch schrieb sie den Steinen eine Wirkung zu, die über Wasser in den Körper eingeleitet werde.[5]
  • Im 20. Jahrhundert erforschte der österreichische Förster und Parawissenschaftler Viktor Schauberger die „spezielle Energie des Wassers“. Unbestritten ist zwar seine erfolgreiche Tätigkeit bei der Konstruktion von Holzschwemmanlagen. Schauberger berief sich hierbei vor allem auf die dem Wasser eigene positive Wirkung hoher Dichte, wenn es bei niedriger Temperatur eingesetzt wird. Ferner berief er sich auf das Prinzip des hohen sich entfaltenden Energiegehalts von Wasser im Zusammenhang mit zykloider („gesetzmäßiger“) Bewegung. „Niedrige Temperatur und gesetzmäßige Bewegung waren seiner Meinung nach auch die Bedingungen dafür, daß das Wasser seine Trag- und Sogkraft bewahren konnte.“[6] Für seine Hypothesen gibt es keine wissenschaftliche Bestätigung.

Sogenannte Wasserbelebung nach Grander[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Flaschen abgefülltes Granderwasser

Ein von dem 2012 verstorbenen Nordtiroler Unternehmer Johann Grander gegründetes Unternehmen bietet Wasser an, das an einem mit sogenanntem „Informationswasser“ gefüllten Metallzylinder (meist aus Kupfer) vorbeifließt. Dadurch soll es in seiner „Struktur“ verändert werden und besondere nicht näher beschriebene Eigenschaften erhalten. Angeblich soll auch ein Glas mit Granderwasser durch solche „Informationsübertragung“ das Wasser in einem daneben stehenden Glas so verändern können, dass es die Eigenschaften von Granderwasser bekommen soll.

Grander gibt an, die Anweisungen zur Entwicklung des Granderwassers von Gott bekommen zu haben: …der die Entstehung von Granderwasser auf seine guten Verbindungen zu Gott zurückführt, Antwort auf seine Fragen „von oben“ bekommt und von sich selbst behauptet, ein anderer Mensch zu sein, seit ihm vor 30 Jahren Jesus Christus erschienen sei.[7]

Grander und die kommerziellen Vertreter seiner Produkte versprechen zudem etliche pseudowissenschaftliche physikalische und biologische Wirkungen, die so behandeltes Wasser angeblich habe. So werden beispielsweise positive Wirkungen auf Ernährung, Getreideanbau und Gesundheit versprochen. Es gibt jedoch bisher keine wissenschaftlichen Studien und keine empirischen Hinweise, die den Nachweis erbringen oder nahelegen, dass derartig behandeltes Wasser die behauptete Wirkung hat.

Charakteristisch für die Kommunikationspolitik des Grander-Unternehmens ist die Vorgehensweise, die beworbenen Wirkungen nie direkt anzuführen, sondern ausschließlich indirekt über ausgewählte Kundenrückmeldungen, sogenannte Testimonials, herauszustellen. Beispiele dieser Kundenreferenzen sind über mehrere Branchen hinweg ersichtlich.[8]

Das Unternehmen Grander machte 2010 mit dem Vertrieb von Wasserbelebungsgeräten und Utensilien in Verbindung mit dem Granderwasser einen Jahresumsatz von etwa 16 Millionen Schweizer Franken, etwa 12,7 Millionen Euro.[9]

Angebliche Wirkungen und ihre Bewertung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keine der von Grander bzw. von Grander-Kunden behaupteten Wirkungen konnte reproduzierbar nachgewiesen werden. Auf der Internetseite von Grander werden einzelne vorwissenschaftliche und wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt: eine Diplomarbeit, eine Dissertation[10] und eine Studie.[11]

Die folgenden Aussagen wurden naturwissenschaftlich widerlegt:

  • Wasserbelebung habe eine entgiftende Wirkung. Hierzu die österreichische Bundesanstalt für Wassergüte in ihrem Gutachten 1993 wörtlich: „Granderwasser hat keinerlei entgiftende Wirkung. Anders lautende Behauptungen, wie die zuvor von Grander-Vertretern getroffene Aussage (Zitat Gutachten: ‚Das Gerät »Wasserbelebung 380« bewirkt laut Angabe der Vertreter der Umwelt-Vertriebs-Organisation eine Entgiftung von kontaminierten Wässern‘) sind falsch.“[12]
  • Wasserbelebung bzw. Wasserenergetisierung habe eine bakterientötende Wirkung. In der Zusammenfassung (abstract) von Rudolf Hammers Diplomarbeit heißt es wörtlich dazu: „Die Ergebnisse zeigen, dass eine generelle Wirksamkeit der Wasserenergetisierungsgeräte der Hersteller UVO KG und Naturkraft Biotechnologie GmbH im mikrobiologischen Bereich der Trinkwasserhygiene besonders im Hinblick auf eine mikrobizide bzw. desinfizierende Wirkung nicht gegeben ist.“[13][14]
  • Eine bereits vorhandene Verkeimung werde sich reduzieren, sodass man das „belebte Wasser“ bei Leitungen, die lange keinen Durchfluss hatten, einsetzen kann. Bei Schwimmbädern könne man den Chlorzusatz reduzieren.[15] Auch an Müllkippen befindliche Teiche wurden angeblich bereits so behandelt. Eine mikrobizide bzw. desinfizierende Wirkung ist nachweislich nicht gegeben.[13]
  • Die Oberflächenspannung des Wassers werde herabgesetzt.[16][17] Dies könne in Wäschereien ausgenutzt werden, wobei beispielsweise der Waschmitteleinsatz wesentlich herabgesetzt werde. Auch Autowaschanlagen seien ein Einsatzgebiet. Diese Behauptung stützt sich auf eine Diplomarbeit von Klaus Faißner, bei der das „Belebte Wasser“ durch einen Weichmacher enthaltenden Gummigartenschlauch floss, die Vergleichsmuster aber nicht, was einen methodischen Fehler darstellt. Die Messdaten konnten nicht reproduziert werden. Moderne Waschmittel können zudem sehr gering dosiert werden und haben in Verbindung mit zeitgemäßen Anlagen immer noch vertretbare Waschergebnisse. Weder der pH-Wert, die Leitfähigkeit und der Sauerstoffgehalt werden durch die „Belebung“ verändert,[16] die Wasserhärte ebenfalls nicht.[18]
  • Belebtes Wasser sei „energiereicher“ und soll deshalb weniger UV-Strahlung absorbieren. Dieser Zusammenhang wurde in der Berner Fachhochschule im Jahr 2005 klar widerlegt.[18]
  • Als Zusatz in Heiz- oder Kühlanlagen sollen Ablagerungen in Leitungen und Kühltürmen verhindert werden. Dies würde die vorherige Senkung der Wasserhärte bedingen, die jedoch erwiesenermaßen nicht stattfindet.[18]
  • Belebtes Wasser wirke sich positiv auf das Wachstum von Pflanzen aus. Hintermann und Basler 1998 dazu: „Granderwasser hat keinen Einfluss auf das Pflanzenwachstum, ebensowenig wie andere ‚esoterische‘ Verfahren.“[19] „Weder das Versuchsgerät ‚Flexibler Wasserbeleber’ der Firma Innutec (Grander) noch der physikalische Wasseraufbereiter Aquavital erzielte die versprochenen Resultate.“ [16]

Zu den folgenden Aussagen sind keine direkten Untersuchungen bekannt:

  • Das Wasser werde „in einen Zustand höherer Ordnung versetzt“. Vorgebliche Funktionsweise: In diesen Geräten ist eine kleine Menge Granderwasser eingeschweißt. Das belebte Wasser kommt also nie in Berührung mit dem zu veredelnden Leitungswasser, dem Wasser werde nichts hinzugefügt und nichts weggenommen. Dennoch wird behauptet, das durch das Gerät durchfließende Leitungswasser werde vermittels der Grander-Technologie in einen Zustand höherer Ordnung versetzt. Dies widerspricht dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, wonach in einem geschlossenen adiabatischen System die Entropie nicht abnehmen und das System ohne Energiezufuhr daher nur in einen Zustand niedrigerer Ordnung übergehen kann.
  • Bäckereien benötigten für den gleichen Teig und dieselbe Menge Brot weniger Wasser, und das so hergestellte Brot bliebe länger frisch. Auch diese Wirkung ist sehr unwahrscheinlich, da weder der pH-Wert, die Leitfähigkeit und der Sauerstoffgehalt durch die „Belebung“ verändert werden,[16], die Wasserhärte ebenfalls nicht.[18]
  • Die Haltbarkeit des Wassers werde ohne Qualitätsverlust um einige Jahre verlängert, weshalb angeblich auch große Mineralwasserabfüller ihr Wasser damit behandeln.

Naturwissenschaftliche Einschätzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassermoleküle sind Dipolmoleküle und liegen im flüssigen Wasser nicht frei und voneinander unabhängig vor, sondern sind über Wasserstoffbrückenbindungen vernetzt. Dadurch bilden sich auch größere kurzlebige Einheiten, sogenannte „Wassercluster“.

Vom belebten Wasser sagen die Hersteller, dass dessen Information verändert sei, indem die Cluster beispielsweise durch Wasserwirbel „umstrukturiert“ würden. Worin genau diese Veränderung bestehen soll und welche Strukturen was auslösen würden, wird von den Herstellern nicht genau definiert bzw. als „nicht bekannt“ deklariert. Zudem wird der Begriff Information irreführend benutzt. Information ist ein Prozess, welcher eines Senders, Empfängers, eines Übertragungsmediums und einer Nachricht bedarf.

Wasserstoffbrückenbindungen existieren jedoch immer nur für eine sehr kurze Zeit und brechen innerhalb von Picosekunden wieder auf, während sich an anderen Bindungsstellen genau so rasch wieder neue Brücken und somit neue Cluster bilden.[20] Experimentell ist die extreme Kurzlebigkeit der Mikrostrukturen im Wasser auch an der Rotationsdiffusion des Wassers zu erkennen, das ist die regellose, durch Zufallsbewegungen erzeugte Änderung der Richtung der Symmetrieachsen der Wassermoleküle in der Flüssigkeit, deren charakteristische Zeiten ebenfalls im Picosekundenbereich liegen.[21] Diese speziellen Eigenschaften des Wassers sind der Grund für seine zahlreichen Anomalien.

Eine bleibende Umstrukturierung der Cluster ist wegen der Kurzlebigkeit jeder einzelnen Wasserstoffbrückenbindung unmöglich.

Weitere Wasserbelebungstheorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die angebliche Entdeckung des französischen Virologen Luc Montagnier, dass Lösungen mit DNS eines Virus oder eines Bakteriums „Radiowellen im Niedrigfrequenzbereich ausstrahlen“ und diese Radiowellen das Wasser auch nach zahlreichen Verdünnungen beibehalte, ist stark umstritten.[22]
  • Jacques Benveniste, ein französischer Mediziner, veröffentlichte 1988 in der Zeitschrift Nature Ergebnisse, nach denen hochgradig verdünnte Antigene über einen „Gedächtniseffekt“ des Wassers Leukozyten beeinflussen. Diese Effekte ließen sich allerdings nicht reproduzieren[23][24] und selbst Benveniste gelang es unter Aufsicht des Nature-Chefredakteurs John Maddox und des amerikanischen Pseudowissenschaften-Gegners James Randi nicht, diese Effekte zu beweisen.[25]
  • Masaru Emoto nahm an, dass Wasser verbale Botschaften aufnimmt, und behauptete, dies über Fotografien von gefrorenen Wassertropfen belegen zu können. Emotos Annahmen stehen in erheblichem Widerspruch zu bestehenden Erkenntnissen der Wasserchemie und -physik. Insbesondere seine Methodik kann nach den für die Wissenschaft geltenden Qualitätsanforderungen nicht bestehen. Da sich seine vermeintlichen Erkenntnisse weder logisch noch empirisch nachvollziehen lassen, werden seine Ideen von der Fachwelt nicht ernstgenommen.[26][27] 2003 bot die James Randi Educational Foundation Emoto 1 Million US-Dollar, wenn er die Ergebnisse seiner Studien in einem Doppelblindversuch reproduzieren könne.[28]

Juristische Auseinandersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Firma Rayonex Biomedical vertrieb hochpreisige Geräte für Heilpraktiker zur Stimulierung der menschlichen Regulationsmechanismen mit Programmen zu Wasserenergetisierung, Ozonschutz, Tinnitus, Lern- und Konzentrationsstörungen und vielen anderen Einsatzgebieten. Die Werbung mit Masaru Emotos unbelegter Theorie der Informationsspeicherung von Wasser, erkennbar durch die Kristallstruktur von Eis, und ebensolche Effekte der vertriebenen Geräte wurde neben vielen anderen Aussagen unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld oder an den Geschäftsführern zu vollziehender Ordnungshaft bis zu 6 Monaten vom Landgericht Dortmund untersagt.[29]
  • In Neuseeland wurde der Vertreiber für Granderwasser wegen Irreführung der Verbraucher zu einer Strafe und zu Schadenersatz von umgerechnet rund 77.000 Euro verurteilt.[30] Die urteilende Richterin bezeichnete die entsprechenden Produkte als Quacksalberei und Pseudowissenschaft.
  • Die Bezeichnung „aus dem Esoterik-Milieu stammender, parawissenschaftlicher Unfug“ für Granderwasser ist laut dem Oberlandesgericht Wien sachlich begründet, ebenso wie der Vorwurf, dass „Menschen, die an gefährlichen Krankheiten wie etwa Borreliose oder Krebs leiden, möglicherweise leichtgläubig auf dringend notwendige medizinische Behandlung verzichten und auf die Wirkung des Wunderwassers vertrauen“.[31] Der Vorwurf des Betrugs war nicht haltbar, weil aufgrund des dreimonatigen Rücktrittsrechts der Käufer von Grander-Utensilien eine Bereicherungsabsicht, der Voraussetzung für den Straftatbestand des Betrugs, nicht zu erkennen war.[31]
  • Dem Hersteller Biopol wurde 2009 vom Landgericht Ansbach unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld untersagt, mit der Belebung von Wasser durch die Geräte Travel und Magnum zu werben. Dies betraf insbesondere die Mauertrockenlegung, aber auch die behauptete Zuführung von ursprünglicher, natürlicher „Information“ an Trinkwasser und somit medizinische, gustatorische, radiologische Effekte, Kalkdeaktivierung und sogar die angebliche Leistungsverbesserung von Treibstoff.[32]
  • Dem Unternehmen DWDL wurde 2010 vom Landgericht Bielefeld untersagt, mit der Veränderung von Wasser durch Magnetfelder zu werben.[33] Auch dieser Hersteller beruft sich auf Masaru Emoto.[34]
  • Der Hersteller Tennant vertrieb 2013 Scheuersaugmaschinen mit angeblicher Wasseraktivierung und der Werbeaussage, dass das aktivierte Wasser kein zusätzliches Reinigungsmittel benötige. Dies wurde 2013 vom Landgericht Stuttgart unter Androhung von 250.000 Euro Ordnungsgeld untersagt, 41.209,67 Euro nebst Zinsen mussten an Kärcher geleistet werden.[35][36]
  • In Österreich gibt es seit März 2018 heftige Auseinandersetzungen über die Anwendung pseudowissenschaftlicher und esoterischer Produkte und Methoden in Krankenhäusern wie des Granderwassers, der „energetischen Reinigung“ oder sogenannter „Geo Waves“. Die Verantwortlichen eines derartigen Auftrags für das Krankenhaus Nord in Wien sind heftiger Kritik ausgesetzt, die Präsidentin des Obersten Sanitätsrats ist zurückgetreten.[37] In einem Bericht darüber heißt es: „Andere Landeskliniken setzen stolz auf Grander-Wasser. Das Landesklinikum Baden etwa machte dazu 2006 sogar eine Aussendung zum ‚energetisierten ‘Grundwasser in seiner Einrichtung. Auch im Landesklinikum Deutschlandsberg fließt Grander-Wasser durch die Leitungen. Im Spital in Steyr wurde bis vor kurzem auch noch auf der Website explizit darauf hingewiesen, dass Grander-Wasser angeboten wird, dieser Satz ist aber mittlerweile von der Website verschwunden.“[38]

Belebter Schnee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einigen Unternehmen wird auch eine „Energetisierung“ oder „Belebung“ des Schnees durch speziell behandeltes Wasser für Schneekanonen angeboten.[39][40][41] So bewirbt das deutsche Unternehmen Aqua Blue „Snowtuning für Schneekanonen und Pumpstationen“[42]. Das Unternehmen Energy Receive Solutions (ERSO) verspricht: „Die Schneestruktur beim ERSO-HESU Schnee wird durch die Elektrosmogentstörung und Wasseraktivierung der des Naturschnees angeglichen.“[43] Aus wissenschaftlicher Sicht sind diese Behauptungen unbelegt, ihnen wird mit denselben Argumenten wie bei der „Wasserbelebung“ widersprochen.[44]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helge Bergmann: Granderwasser: Warum so viele irren. In: Skeptiker, 1/2018, S. 20–23.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helge Bergmann: Wasser, das Wunderelement? Wahrheit oder Hokuspokus. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 978-3-527-32959-5, S. 234 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Erich Eder: Angeklagt – Grander gegen Eder. In: Skeptiker. Nr. 21, Januar 2008, S. 15–17 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fhomepage.univie.ac.at%2Ferich.eder%2Fwasser%2Fskeptiker012008.pdf~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D [abgerufen am 28. Juni 2018]).
  3. Christian Kreil: Der Unfug Granderwasser: Von Jesus inspiriert, von Esoterikern abkassiert. In: derstandard.at. 12. März 2018, abgerufen am 28. Juni 2018.
  4. Wilhelm Mertens, Helmut Oberlack: Qigong. Gräfe Und Unzer, 2015, ISBN 978-3-8338-4697-7, S. 9 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. Hildegard von Bingen: Physica (Liber simplicis medicinae). Buch 4: "De Lapidibus".
  6. Olof Alexandersson: Lebendes Wasser. Ennsthaler Gesellschaft m.b.H & Co KG, Steyr 2003, ISBN 978-3-85068-377-7, S. 20.
  7. Zitat der Aussage Granders am 13. Mai 2005 vor dem Bezirksgericht Kitzbühel; ähnlich im Interview der ORF-Sendung „Report“ am 1. Juli 2008
  8. Grander Testberichte. Grander, 2016, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  9. Peter Basler: Grander-Wasser: Steuergeld für «Wundermittel». Sendung Kassensturz des Schweizer Fernsehens, 25. Mai 2010, abgerufen am 18. Mai 2011.
  10. vgl. Krista Federspiel, Christian Laimer: Hokuspokus an der Wiener Boku, Veröffentlicht in: Falter 10/14
  11. Untersuchungen und Studien. Unternehmenswebseite Grander, abgerufen am 5. August 2017.
  12. Gutachten über die Wirkung des Geräts „Wasserbelebung 380“ der Umwelt-Vertriebs-Organisation auf Testwässer. Bundesanstalt für Wassergüte, Österreich, 25. Juni 1993, abgerufen am 13. März 2011 (PDF-Datei auf der Webseite Was ist dran am Granderwasser?).
  13. a b Rudolf Hammer: Untersuchung von Effekten in energetisiertem Wasser unter Berücksichtigung ausgewählter mikrobiologischer, physikalischer und pflanzenphysiologischer Aspekte. In: Diplomarbeit am Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie, Abteilung für Wasserhygiene, Universität für Bodenkultur Wien. Januar 2004, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  14. Studie über Wasserbelebung. Konsument, 18. Mai 2004, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  15. Grander Schwimmbad Journal, S. 4. Grander, archiviert vom Original am 24. Januar 2011; abgerufen am 26. Oktober 2014 (PDF-Datei; 1,9 MB, online abgerufen am 13. August 2012).
  16. a b c d D. Kitzmüller: Mythen des Wassers - Wissenschaftliche Untersuchungen von „belebtem“ Wasser anhand der Grandertechnologie und Aquavital (PDF-Datei; 1,82 MB), abgerufen am 13. März 2011. Fachbereichsarbeit aus Chemie, 2005/06
  17. Klaus Faißner: Diplomarbeit zur Grander-Wasserbelebung. Frohnleiten 2000
  18. a b c d Philippe Boss, Daniel Christen: Versuchsbericht Granderwasser: UV-Absorption/Wasserhärte. Vergleich der UV-Absorption und der Gesamtwasserhärte von Grander- und normalem Wasser. Berner Fachhochschule Technik und Informatik, Fachbereich Chemie, Burgdorf, 2005, abgerufen am 13. März 2011 (PDF-Datei; 705 kB).
  19. K. Hintermann und P. Basler: Verbesserung des Rebenwachstums mit alternativen Methoden. Schweizerische Zeitschrift für Obst- und Weinbau 13/1998, S. 326-329, abgerufen am 13. März 2011. hier online verfügbar.
  20. Frank N. Keutsch und Richard Saykally: Water clusters: Untangling the mysteries of the liquid, one molecule at a time In: Proceedings of the National Academy of Sciences USA. 2001:98:10533-10540. doi:10.1073/pnas.191266498 (englisch)
  21. Felix Franks: Water a matrix of life. 2. Auflage, RSC Paperbacks, Cambridge 2000, S. 28. ISBN 0-85404-583-X. (englisch)
  22. Nobel laureate gives homeopathy a boost. The Australian, 5. Juli 2010, abgerufen am 9. Juli 2014 (englisch).
  23. S. J. Hirst, N. A. Hayes, J. Burridge, F. L. Pearce, J. C. Foreman: Human basophil degranulation is not triggered by very dilute antiserum against human IgE. In: Nature. Bd. 366, S. 525–527, PMID 8255290 (englisch)
  24. J. H. Ovelgonne, A. W. Bol, W. C. Hop, R. van Wijk: Mechanical agitation of very dilute antiserum against IgE has no effect on basophil staining properties. In: Experientia. Bd. 48(5), S. 504–508, PMID 1376282 (englisch)
  25. J. Maddox, J. Randi, W. W. Stewart: „High-dilution“ experiments a delusion (etwa: „Hoch-Verdünnungs“-Experimente (sind) eine Täuschung). In: Nature. Bd. 334, S. 287–291, PMID 2455869 (englisch)
  26. Klaus Bachmann: Wasser. H2O ist nicht zu fassen: Wie Forscher versuchen, die Rätsel des exzentrischen Elements zu entschlüsseln. In: Geo. Jg. 31, Heft 7/2006, ISSN 0342-8311.
  27. Xiao Feng Pang: Water – Molecular Structure and Properties. World Scientific, New Jersey u. a. 2014, ISBN 978-981-4440-42-4. (englisch)
  28. Online-Newsletter der James Randi Educational Foundation (Memento vom 9. Juli 2012 im Internet Archive)
  29. Landgericht Dortmund: Urteil vom 24. Juni 2004 – Az. 8 O 212/04. Openjur, 22. Dezember 2009, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  30. Living Water quackery results in $136,000 payout. Neuseeländische Commerce Commission, 26. Juli 2005, abgerufen am 18. Mai 2011 (englisch).
  31. a b Urteil des Oberlandesgerichts Wien Az. 4 R 1/06f vom 17. August 2006 (PDF-Datei; 583 kB)
  32. Landgericht Ansbach: Urteil vom 23. Januar 2014 – Az. 5 HK O 1/09. Openjur, 23. Januar 2014, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  33. Landgericht Bielefeld: Urteil vom 6. April 2010 – Az. 15 O 221/08. Openjur, 6. April 2010, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  34. Wolfgang Spier: Über Wasser. das-wasser-des-lebens.com, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  35. Landgericht Stuttgart: Urteil vom 14. Juni 2013 – Az. 5 31 O 52/11 KfH. Openjur, 14. Juni 2013, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  36. Rechtskräftig: „ec-H2O“ nicht besser als Leitungswasser. Blogeintrag des Unternehmens Kärcher, 23. September 2013, abgerufen am 26. Oktober 2014.
  37. Energetiker-Affäre am KH Nord: Präsidentin des Sanitätsrats tritt zurück. In: derstandard.at. 20. März 2018, abgerufen am 21. März 2018.
  38. KAV gab bereits vor Jahren „energetische Leistungen“ in Auftrag. In: derstandard.at. 20. März 2018, abgerufen am 21. März 2018.
  39. Florian Freistetter: Energetisierter und belebter Schnee rettet den Wintertourismus! In: derstandard.at. 19. Januar 2016, abgerufen am 25. Mai 2018.
  40. Tiroler Tageszeitung "Verpulvert", 30. November 2015; abgerufen am 27. Januar 2016
  41. "Zauber-Schnee" Süddeutsche Zeitung, 27. Januar 2016; abgerufen am 27. Januar 2016
  42. Homepage von Aqua Blue; abgerufen am 27. Januar 2016
  43. Homepage von Energy Receive Solutions; abgerufen am 27. Januar 2016
  44. Ulrich Berger: Belebter Schnee mit ESO- … sorry … ERSO-Austria. In: scienceblogs.de. 3. Januar 2013, abgerufen am 19. April 2018.