Mehmke

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Mehmke
Flecken Diesdorf
Koordinaten: 52° 43′ 36″ N, 10° 57′ 12″ O
Höhe: 52 m
Fläche: 16,69 km²
Einwohner: 133 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 2010
Postleitzahl: 29413
Vorwahl: 039003
Mehmke (Sachsen-Anhalt)
Mehmke

Lage von Mehmke in Sachsen-Anhalt

Feldsteinkirche Mehmke
Feldsteinkirche Mehmke

Mehmke ist ein Ortsteil des Fleckens Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Mehmke, ein zum Haufendorf erweitertes Rundplatzdorf mit Kirche,[2] liegt sechs Kilometer südöstlich von Diesdorf und 18 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Salzwedel am Röthenbach, der in den Molmker Bach mündet.[3] Das Waldgebiet Mehmker Holz liegt im Nordosten des Dorfes.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Mehmke als Medebeke und stammt aus dem Jahre 1268, als beurkundet wird, dass Markgraf Otto III. das Dorf zu je einem Drittel den Nonnenklöstern Diesdorf, Dambeck und Wienhausen geschenkt hatte.[5] Im Jahre 1315 wurde das Dorf in einer Urkunde als villa Medebeke bezeichnet.[6]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wurde das Dorf als Medebeke aufgeführt, welches Gunzel von Bartensleben gehörte. Das Kloster Diesdorf hatte dort Einkünfte.[7]

Die die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Einigkeit“ wurde 1953 in Mehmke gebildet.[2]

Links der Straße nach Stöckheim stand am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Windmühle,[8] die bereits 1818 erwähnt wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohengrieben wurde am 1. Juli 1950, Wüllmersen am 1. Juli 1973 nach Mehmke eingemeindet.[9]

Im Zuge der Gebietsänderungen im Altmarkkreis Salzwedel war in einem Gesetzentwurf die Eingemeindung der Gemeinde Mehmke in den Flecken Diesdorf vorgesehen.[10] Mehmke war bis zum 31. Dezember 2009 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf. Die zum 1. Januar 2010 neu gegründete Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf verwaltete daraufhin die Gemeinde Mehmke, obwohl diese nicht Mitglied in der Verbandsgemeinde war.[11][12]

Am 1. September 2010 erfolgte die Eingemeindung von Mehmke nach Diesdorf.[13] Seitdem gehören Mehmke, Hohengrieben und Wüllmersen als Ortsteile direkt zur Gemeinde Diesdorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 62
1774 82
1789 122
Jahr Einwohner
1789 117
1801 118
1818 111
Jahr Einwohner
1840 184
1864 234
1871 225
Jahr Einwohner
1885 212
1892 216
1895 196
Jahr Einwohner
1900 193
1905 187
1910 219
Jahr Einwohner
1925 272
1939 267
1946 428
Jahr Einwohner
1964 366
1971 299
1981 393
Jahr Einwohner
1993 350
2006 290
2009 284
Jahr Einwohner
2015 136
2018 133

Quellen:[2][14][1] und andere

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchengemeinde Mehmke gehörte zur Pfarrei Mehmke[15] und gehört jetzt zum Pfarrbereich Diesdorf[16] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die ältesten Kirchenbücher der Pfarrei Mehmke von 1588 bis 1627 sind in der Pfarrei Poritz überliefert.[17]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Großsteingräber bei Mehmke liegen nordöstlich des Dorfes.
  • Die Dorfkirche Mehmke ist ein mittelalterlicher Feldsteinbau. Im 20. Jahrhundert wurde ein in Backstein ausgeführter Westturm angebaut.[18]
  • Der Friedhof liegt neben der Kirche im Dorf.[19]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es eine Schlosserei (Stahlbaubetrieb) und eine mechanische Werkstatt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Zarnack (1777–1827), Prediger, Pädagoge und Volksliedsammler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mehmke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  2. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1450–1453.
  3. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  4. Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1.50000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003
  5. Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 235–236, Nr. 958 (uni-potsdam.de).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Band 22. Berlin 1862, S. 11, XLVII (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10001038~SZ%3D00016~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 407 (uni-potsdam.de).
  8. Karte des Deutschen Reiches, 1:100 000, Teil II/IV: Blatt 264: Klötze. Preußisches Statistisches Landesamt, 1906, abgerufen am 24. Februar 2018.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 358, 361, 362.
  10. Entwurf des Gemeindeneugliederungsgesetzes für den Altmarkkreis Salzwedel
  11. http://www.beetzendorf-diesdorf.info/
  12. Verwaltungsgliederung Altmarkkreis Salzwedel (Memento vom 7. August 2011 im Internet Archive)
  13. StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010
  14. Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, DNB 578458357, S. 151.
  15. Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 99 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 24. Februar 2018]).
  16. Pfarrbereich Diesdorf. Abgerufen am 24. Februar 2018.
  17. Ernst Machholz: Die Kirchenbücher der evangelischen Kirchen in der Provinz Sachsen (= Mitteilungen der Zentralstelle für Deutsche Personen- und Familiengeschichte. 30. Heft). Leipzig 1925, S. 14 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 24. Februar 2018]).
  18. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 316 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  19. Namenliste Friedhof Mehmke (Diesdorf). Abgerufen am 24. Februar 2018.