Melastoma malabathricum

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Melastoma malabathricum
Melastoma malabathricum

Melastoma malabathricum

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Schwarzmundgewächse (Melastomataceae)
Gattung: Melastoma
Art: Melastoma malabathricum
Wissenschaftlicher Name
Melastoma malabathricum
L.

Melastoma malabathricum, auch Indischer Rhododendron und Singapur-Rhododendron (malaiisch Senduduk; thailändisch โคลงเคลงขี้นก, Khlong khelng khi nok oder englisch Malabar Melastome[1]) genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Melastoma innerhalb der Familie der Schwarzmundgewächse (Melastomataceae). Sie ist im südöstlichen und östlichen Asien heimisch.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Francisco Manuel Blanco

Melastoma malabathricum ist ein immergrüner Strauch, der Wuchshöhen zwischen 0,5 und einem Meter (in Extremfällen 1,5 Meter) erreicht. Die Stämme stehen aufrecht und sind vierseitig bis annähernd zylindrisch. Die vielen Zweige sind niederliegend und dicht mit anliegenden Schuppen besetzt.

Die Blattstiele sind zwischen 0,5 und 1,9 Zentimeter lang. Die harte, papierartige Blattspreite ist eiförmig, elliptisch oder elliptisch-lanzettförmig und misst 4 bis 14 Zentimeter in der Länge und 1,7 bis 3,5, in Ausnahmefällen bis zu 6 Zentimeter in der Breite. Sie ist an der Unterseite dicht striegelhaarig und fein flaumhaarig und an der Oberseite dicht striegelhaarig. Die Nervatur des Blattes besteht aus mehreren bogenförmig vom Blattansatz zur Blattspitze verlaufenden Hauptadern. Diese Hauptadern sind durch auf jeder Seite zwei bis drei rechtwinklig abzweigende Seitenadern miteinander verbunden. Aus den Seitenadern entspringen viele parallel verlaufende feine Linien. Die Blattbasis ist abgerundet und annähernd herzförmig. Der Blattrand ist ganzrandig, die Spitze ist angeschärft.

Die Blütenstände sind fast köpfchenförmig bis schirmrispig und endständig mit drei bis sieben Blüten besetzt. Jede Blüte hat zwei blattartige Tragblätter an der Basis. Die Blütenstiele sind 2 bis 8 Millimeter (in Extremfällen bis 10 Millimeter) lang und striegelhaarig, endständig mit zwei Vorblättern. Die Vorblätter sind lanzettförmig bis pfriemförmig und zwischen 2 und 5 Millimeter lang. Sie sind dicht striegelhaarig mit bewimpertem Rand.

Der Blütenbecher misst 5 bis 9 Millimeter im Durchmesser und ist dicht zusammengedrückt striegelhaarig. Der Rand ist ausgefranst. Die Kelchblätter sind lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich mit angeschärfter Spitze. Sie sind beidseitig und am Rand schuppenartig striegelhaarig und flaumhaarig. Die Kronblätter sind rötlich purpurn und 2 bis 3 Zentimeter (in Extremfällen 4 Zentimeter) lang. Der Rand ist bewimpert. Die Spitze ist abgerundet. Längere Staubblätter sind an der Basis verlängert, gebogen und zur Spitze hin zweispaltig. Kürzere Staubblätter tragen Antheren, die zweihöckerig an der Basis sind. Der mittelständige Fruchtknoten ist dicht striegelhaarig mit einem Ring von Borsten an der Spitze.

Die Kapselfrüchte sind flaschenförmig bis kugelig und messen 6 bis 15 Millimeter in der Länge und 6 bis 12 Millimeter in der Breite. Sie sind fleischig und dicht schuppenartig striegelhaarig. Die Blütezeit erstreckt sich von Februar bis August, die Fruchtreife von Juli bis Dezember.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Melastoma malabathricum reicht über Indien, Nepal, Myanmar, Kambodscha, Laos, Thailand, die Volksrepublik China, Vietnam, Japan, Malaysien, Indonesien bis auf die Philippinen. Die Art ist im Verbreitungsgebiet häufig.

Melastoma malabathricum gedeiht in China in Höhenlagen von 100 bis 2800 Metern im offenen Grasland, in lichten Waldgebieten oder Bambuswäldern.[2]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Melastoma malabathricum wurde in vielen Teilen der Welt als Heilpflanze verwendet.[3]

Melastoma malabathricum ist ein Hyperakkumulator von Aluminium und wird daher zur Phytosanierung eingesetzt.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Malabar Melastome. In: thai2english.com. Abgerufen am 30. Oktober 2014.
  2. Jie Chen, Susanne S. Renner: Melastoma malabathricum. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Band 13. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2007, ISBN 978-1-930723-59-7, S. 365 (englisch, efloras.org).
  3. S. Mohd. Joffry, N. J. Yob, M. S. Rofiee, M. M. R. Meor Mohd. Affandi, Z. Suhaili, F. Othman, A. Md. Akim, M. N. M. Desa, Z. A. Zakaria: Melastoma malabathricum (L.) Smith Ethnomedicinal Uses, Chemical Constituents, and Pharmacological Properties: A Review. In: Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Band 2012, 2012, doi:10.1155/2012/258434 (englisch).
  4. Toshihiro Watanabe, Mitsuru Osaki, Teruhiko Yoshihara, Toshiaki Tadano: Distribution and chemical speciation of aluminum in the Al accumulator plant, Melastoma malabathricum L. In: Plant and Soil. Band 201, Nr. 2. Springer, 1998, ISSN 0032-079X, S. 165–173, doi:10.1023/A:1004341415878.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Melastoma malabathricum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien