Messianische Juden

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Das Symbol der Messianischen Juden: Synkretismus aus Menora, Davidstern und Ichthys.

Messianische Juden sind Menschen überwiegend jüdischer Abstammung, die an Jesus Christus als ihren Messias glauben, sich aber dennoch weiterhin mit fortführender Zelebrierung jüdischer Bräuche als Juden verstehen.[1] Die Bibel – dazu gehören für sie sowohl das Alte Testament (im Judentum: Tanach) als auch das Neue Testament – bildet für sie die Grundlage ihres Glaubens, der Lehre und der Lebensführung. Sie sind der Überzeugung, dass die Bibel in ihrer Ganzheit durch Gott inspiriert ist.[2]

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschmelzung von Judentum und Christentum: Davidstern mit Kreuz
… und Kreuz mit Davidstern

Von den Menschen jüdischer Abstammung, die sich dem Glauben an Jesus Christus zugewandt haben, sind die messianischen Juden eine kleine Untergruppe.[3] Denn die allermeisten Jesusgläubigen jüdischer Abstammung treten in eine christliche Kirche ein und geben ihre jüdische Identität – mindestens über ein, zwei Generationen hin – auf. Sowohl in der russisch-orthodoxen Kirche wie in der katholischen, vor allem aber in vielen protestantischen Denominationen gibt es solche Christen jüdischer Abstammung. Ihre Zahl ist nicht erfasst, muss aber recht groß sein. Aufgrund einer von den Nationalsozialisten geführten Kartei weiß man allein von Deutschland, dass es 1933 etwa eine halbe Million Menschen gab, die als „nichtarische Christen“, als Christen jüdischer Herkunft, nach Nürnberger Gesetzen klassifiziert wurden.[4] „Messianische Juden“ dagegen werden in der Regel jene Menschen jüdischer Abstammung genannt, die sich in eigenen Gemeinden versammeln und bewusst versuchen, ihre jüdische Identität beizubehalten. Vereinzelt vermeiden solche Gemeinden aus unterschiedlichen Gründen, sich als „messianisch-jüdisch“ zu bezeichnen; gleichzeitig gibt es Menschen jüdischer Abstammung in christlichen Kirchen, die sich „messianische Juden“ nennen. Der Begriff wird also nicht eindeutig verwendet, meint in diesem Artikel aber jene unabhängigen Gemeinden, die versuchen, jüdische Identität und Jesusglauben zu verbinden. In solchen Gemeinden gibt es auch viele Mitglieder, die keine jüdische Abstammung haben; sie werden in der messianisch-jüdischen Bewegung meist als „messianische Nichtjuden“ kategorisiert. Die messianischen Juden stehen theologisch den evangelikalen Christen nahe; viele von ihnen sind in ihrer Spiritualität durch die Charismatische Bewegung beeinflusst worden.[5] Messianische Juden unterscheiden sich in den gottesdienstlichen Formen und im Festkalender vom traditionellen Christentum, im theologischen Grundgehalt vor allem beim Thema "Thoraobservanz".

Von jüdischen Organisationen und dem Obersten Gericht des Staates Israel werden Messianische Juden nicht als Juden anerkannt;[6] eine Mehrheit der säkularen Juden tendiert jedoch dazu, die Messianischen Juden als weitere Teilrichtung des Judentums zu betrachten.[7]

Die großen Kirchen in Deutschland begegnen den Messianischen Juden zurückhaltend insbesondere wegen der Berührungspunkte der Messianischen Juden mit dem Thema „Judenmission“.[8] Eine abschließende Einordnung der Bewegung von Seiten der EKD hat bisher allerdings noch nicht stattgefunden.[9] Von vielen evangelikalen Kirchen wird das Messianische Judentum als Teil des evangelikalen Christentums gesehen.[10]

Religiöses Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selbstverständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Messianische Juden verstehen sich selbst als Juden und glauben gleichzeitig an Jesus von Nazareth als den göttlichen Messias des jüdischen Volkes. Wie stark sie ihrer jüdischen Identität bzw. dem Jesusglauben Ausdruck verleihen, variiert innerhalb der Bewegung. Die amerikanische Union messianisch-jüdischer Gemeinden (UMJC) z. B. definiert sich wie folgt: „Die Union messianisch-jüdischer Gemeinden (UMJC) sieht messianisches Judentum als eine Bewegung jüdischer Gemeinden und Gruppen, die sich Yeshua, dem Messias, verpflichtet fühlen und die Verantwortung des Bundes auf sich nehmen. Das heißt, ein jüdisches Leben in jüdischer Identität zu führen, das in der Thora wurzelt, in der Tradition seinen Ausdruck findet und in den verschiedenen Kontexten des Neuen Bundes erneuert und vollzogen wird.“[11] Die Union messianisch-jüdischer Gemeinden zählt mit dieser Selbstdefinition zum „jüdischen Flügel“ der Bewegung.

Viele Messianische Juden sehen ihre Wurzeln in der sogenannten Jerusalemer Urgemeinde, einer innerjüdischen eschatologischen Strömung, die anfangs ausschließlich aus Juden oder aus beschnittenen bzw. die jüdischen Gebote (das Gesetz) haltenden Konvertiten zum Judentum bestand. Nach neutestamentlicher Darstellung wurden der beschnittene und getaufte römische Hauptmann Kornelius und seine Familie in die Gemeinde aufgenommen. In der Gemeinde wurde an das unmittelbare Nahen des Endgerichts und Jesus als Christos geglaubt. In der Diskussion, ob die Messianischen Juden trotz ihres Glaubens an Jesus Christus nach wie vor Juden sind (siehe dazu die nachfolgenden Unterabschnitte), berufen sie sich auch auf das in Apg 15 EU beschriebene Apostelkonzil in Jerusalem. Dort wird die Entscheidung der Apostel überliefert, dass zum Glauben an Jesus Christus gekommene Nichtjuden, die Heidenchristen / Völkerchristen, nicht zum Judentum übertreten und somit die jüdischen Gebote nicht einhalten müssten. Die urchristliche Gemeinde Jesu hatte sich demnach als zutiefst judenchristlich verstanden.

Selbstbezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch wenn Messianische Juden andere Christen als Glaubensgeschwister anerkennen bzw. von ihnen anerkannt werden, lehnen sie es oft kategorisch ab, sich selbst ausschließlich als „Christen“ zu bezeichnen oder bezeichnen zu lassen.[12] Das hat verschiedene Gründe: Einerseits sind Juden millionenfach Opfer der Verfolgung durch Menschen geworden, die sich als Christen bezeichneten. Andererseits bevorzugen Messianische Juden in der Regel die hebräische gegenüber der griechischen Sprachwelt – übersetzen „christlich“ darum in „messianisch“. Außerdem kommt im Begriff „Messianische Juden“ ihre Überzeugung zum Ausdruck, dass sie auch nach Annahme des Glaubens an Yeshua Ha Mashiach ihre jüdische Identität behalten.

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinden der Messianischen Juden besitzen weder eine einheitliche Struktur noch eine übergeordnete Hierarchie. Messianisch-jüdische Gruppen stehen aber dennoch durch verschiedene Netzwerke miteinander im Kontakt. Das bedeutendste dieser Netzwerke ist die Internationale messianisch-jüdische Allianz, welche als Dachorganisation für verschiedene nationale Unterallianzen fungiert. Wichtige nationale Unterallianzen sind z. B. die Messianisch-jüdische Allianz von Amerika (MJAA) oder die Messianisch-jüdische Allianz von Großbritannien (BMJA). Zudem gibt es verschiedene Gemeinde-Verbünde, unter anderem die oben genannte Union messianisch-jüdischer Gemeinden. Auch durch gemeinsam getragene Ausbildungsstätten und Missionsorganisationen wie Jews for Jesus oder Chosen People Ministries, auch unter dem Namen Beit Sar Shalom bekannt, findet Begegnung und Austausch statt.[13] Ebenfalls eine wichtige Begegnungsplattform für Messianische Juden war und ist die Lausanne Consultation on Jewish Evangelism.

Kultus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alle Gemeinden jüdischer Frömmigkeitsstile feiern auch die messianisch-jüdischen Gemeinden ihren wöchentlichen Hauptgottesdienst in der Regel am Schabbat.[14] Bei einigen Gemeinden folgt die liturgische Gottesdienstgestalt einem Siddur, bei anderen hat sie christlich-freikirchliche Züge. In vielen Gemeinden hat sich eine eigene Musikkultur etabliert: Inspiriert von der amerikanischen „Worship-Lieder-Kultur“ haben Messianische Juden eigene Lieder geschrieben. Höhepunkt des messianisch-jüdischen Gottesdienstes ist die Thorahlesung. Eine räumliche Trennung der Geschlechter während des Gottesdienstes findet in der Regel nicht statt. Das Tragen der Kippa (Käppchen als Kopfbedeckung) oder der Tallit (Gebetsschal) ist nicht ungewöhnlich, aber in den meisten messianischen Gemeinden nicht obligatorisch. Messianische Juden feiern den Jahreszyklus in der Regel nach jüdischem Rhythmus, d. h. die jüdischen Jahresfeste. Vor allem die im Alten Testament erwähnten Feste wie Pessach (Feier zur Befreiung Israels aus der Sklaverei in Ägypten), Schawuot (Wochenfest, zeitnah zu Pfingsten) oder Sukkot (Laubhüttenfest im Herbst) werden begangen. Dabei werden traditionelle jüdische Riten in messianisch-jüdischer Prägung neu interpretiert und angepasst.

Für die gängigen neutestamentlichen Namen verwenden Messianische Juden nicht deren griechische oder lateinische Varianten, sondern hebräische. Jesus nennen sie zum Beispiel Jeschua und Saulus (Paulus) Scha’ul. Für die alttestamentlichen Namen verwenden sie meist die üblichen christlichen, griechischen oder lateinischen Varianten. Das Neue Testament wird in deutschen, englischen oder russischen Ausgaben gelesen, denen eine hebräische Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen zugrunde liegt. Gräzisierte bzw. latinisierte Namen werden in diesen Übersetzungen rehebraisiert.

Messianische Juden lassen ihre Jungen in der Regel beschneiden. Was Abendmahl und Taufe betrifft, so wird in der Bewegung weitgehend die Erwachsenentaufe praktiziert mit Untertauchen des ganzen Körpers. Wie häufig und in welchem Rahmen Abendmahl gefeiert wird, variiert. Es gibt Gemeinden die diese Feier wöchentlich abhalten; manche nehmen dabei Traditionen des jüdischen Kiddusch mit auf. Andere feiern Abendmahl monatlich, andere wiederum nur einmal im Jahr im Rahmen des Pessachfestes.

Strömungen und interne Auseinandersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bewegung messianischer Juden bietet kein einheitliches Bild. Vor allem unterschiedliche Positionen zum Thema "Thora-Observanz" führen zu verschiedener Religions- und Lebenspraxis.[15] Am Rande gibt es auch Dispute zum Thema „Jesusglauben“.[16] Ein anderes Spannungsfeld ist die Frage, wie stark christlich-charismatische Gottesdienstelemente und Glaubenspraxis übernommen werden soll. Außerdem zeigen sich im internationalen Vergleich Unterschiede zwischen den messianisch-jüdischen Gemeinden.

Toraobservante Richtungen

Thoraobservante Richtungen sehen es als eine für Juden von Gott auferlegte Pflicht, die Gebote der Thora zu halten. Manche bewerten dabei nur die alttestamtentlichen und heute noch umsetzbaren als Gebote als Thora. Andere schreiben auch dem jüdischen Religionsgesetz, der Halacha, Autorität zu. Wiederum andere entwickeln auf Grundlage des Alten und Neuen Testaments sowie der jüdischen Halacha eine eigene, messianisch-jüdische Halacha. Die Tora wird also nicht im Sinne einer Substitutionstheologie als „abgelöst“ betrachtet. Die Vertreter dieser Richtung grenzen sich teilweise von den „nichtobservanten“ Messianischen Juden ab.

Nichtobservante Richtung

Viele Messianische Juden sehen für sich keine von Gott auferlegte Pflicht, die Thora zu halten. Dennoch befolgen viele von ihnen Teile der jüdischen Religionspraxis – ähnlich wie das liberale Judentum – und halten den Sabbat.[17] Manche tun das, um sich mehr mit dem jüdischen Volk zu identifizieren, andere, um für das jüdische Umfeld nicht anstößig zu leben. Andere richten sich nur nach den Geboten aus, die auch von Nichtjuden beachtet werden müssen. Diese Gruppe benutzt jüdische Traditionen eher selektiv. Vor allem diesen Teil der Messianischen Juden unterstützen evangelikale Christen.

Jesusglaube[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manche Messianische Juden stehen einigen christlichen Dogmen und Glaubensgrundsätze (wie etwa der Dreieinigkeit) kritisch gegenüber. Solche Vertreter der Bewegung werden teilweise von christlicher Seite nicht als Christen akzeptiert und als Antitrinitarier abgelehnt.

Unterschiede aufgrund kultureller Einflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt zwischen den messianisch-jüdischen Gemeinden Unterschiede, die auf den kulturellen Kontext der verschiedenen Gemeinden zurückgeführt werden können. Für zahlreiche Israelis ruht ein guter Teil ihrer jüdischen Identität im Umstand, dass sie Staatsbürger des jüdischen Staates sind, diesem Staat ihre Steuern zahlen und für ihn Militärdienst leisten. In der Diaspora, d. h. außerhalb des Staates Israel, hat die Zugehörigkeit zu einer Synagoge ein größeres Gewicht für die jüdische Identität. Das führt dazu, dass Messianische Juden außerhalb von Israel im Durchschnitt viel stärker jüdisch-religiöse Traditionen und Bräuche der Synagoge in ihre Gottesdienste und Religionspraxis integrieren als die Messianischen Juden in Israel. So tragen z. B. Messianische Juden in den USA viel häufiger Kippa (Kopfbedeckung) und Tallit (Gebetsschal) im Gottesdienst als in Israel. Messianische Juden aus der ehemaligen Sowjetunion kommen aus einem areligiösen kulturellen Kontext. Da in der ehemaligen UdSSR religiöse Institutionen unterdrückt wurden, haben nur wenige von ihnen jüdische Religionspraxis in ihrer Kindheit erlebt. „Jude“ war eine ethnische Bezeichnung im Pass. Viele von ihnen sind nach der Wende in einem christlich-protestantischen Rahmen zum Jesusglauben gekommen – und haben erst nach ihrer Zuwendung zum Jesusglauben jüdische Religionspraxis kennen gelernt. Sie sind deshalb in theologischer Hinsicht wie in praktischer Religionsausübung im Durchschnitt „christlicher“ als ihre amerikanischen oder israelischen Glaubensgeschwister. Bei ihnen lässt sich aber – wie überhaupt in der Bewegung – eine zunehmende Hinwendung zu jüdischer Religionspraxis beobachten. Besonders gilt dies natürlich für messianisch-jüdische Gemeinden russischer Sprache in der Diaspora. Es gibt auch eine kleine Anzahl messianisch-jüdischer Gemeinden spanischer Sprache aus dem südamerikanischen Kontext und amharischer Sprache aus Äthiopien. Bei Letzteren lassen sich Einflüsse des charismatischen Aufbruchs in Äthiopien und des äthiopischen Judentums – auch Beta Israel genannt – mit seiner ganz besonderen Geschichte nachweisen.[18]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synkretismus aus Chanukkia, Davidstern und Ichthys.

Es besteht keine historische Verbindungslinie zu den Judenchristen, wie die Sekte antiker Juden im Urchristentum ausgehend von der Jerusalemer Urgemeinde in Unterscheidung zum Heidenchristentum / Völkerchristentum bezeichnet wird. Judenchristen sind Juden der ersten Jahrhunderte, die in Jesus Christus den Messias sahen und an seine Auferstehung glaubten. Da diese Gruppe ab dem 2. Jahrhundert mit der zunehmenden urchristlichen Mission unter Nichtjuden immer mehr an Bedeutung verlor und über die Jahrhunderte hinweg verschwand, lässt sich keine Tradition von an Jesus glaubenden Juden bis in die Gegenwart feststellen. Messianische Juden sind eine relativ neue Bewegung, die ihre Wurzeln in der Bewegung der Hebräischen Christen im 19. Jahrhundert hat.

19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der Hebräischen Christen sind u. a. verwoben mit den judenmissionarischen Organisationen, die im 19. Jh. im angelsächsischen und deutschen Raum entstanden.[19] Allen voran sei die London Society for Promoting Christianity Among the Jews genannt, die 1809 in London gegründet wurde. Im Umfeld solcher Organisationen begannen Gruppen und Gemeinden von jesusgläubigen Juden zu entstehen, die ihre „hebräische“ Identität nicht aufgeben wollten. 1814 begann die Kirche am Palästina-Platz in London mit Gottesdiensten in hebräischer Sprache. In Hamburg wurde 1845 eine „Jerusalem-Gemeinde“ gegründet. Im Jahre 1866 entstand die Hebrew Christian Alliance of Great Britain, 1882 die First Hebrew Christian Church von Jakob Freshman in New York sowie die Hebrew Christian Prayer Union in London. Die Übernahme jüdischer Religionspraxis galt in diesen Kreisen weithin als verpönt.

Neue Wege in dieser Hinsicht schlug 1884 Joseph Rabinowitz (1837–1899) in Bessarabien, Kischinew, ein. Er gründete eine Messianische Synagoge, die nun bewusst jüdische und christliche Religionspraxis mischte. Als Wegbereiter dieses Ansatzes ist er auch schon „Herzl“ des Messianischen Judentums genannt worden.[20] Seine Gemeinde trug den Namen „Gemeinde von Israeliten des Neuen Bundes“ und hatte ihren Wirkungsbereich in Rumänien, Ungarn und Russland; die Bewegung zerfiel 1939 mit der eskalierenden Judenverfolgung in Europa.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die hebräisch-christliche Bewegung erlebte im ersten Drittel des 20. Jhs. einen großen Aufschwung. 1915 wurde die Hebrew Christian Alliance of America gegründet, 1922 der Verein Christus-gläubiger Juden in Budapest, 1925 die International Hebrew Christian Alliance und 1934 die First Hebrew Christian Synagoge in Los Angeles. Die International Hebrew Christian Alliance hatte 1936 bereits 14 nationale Unterallianzen innerhalb von Europa. Doch der Holocaust hat dieser Bewegung ihre Kraft genommen; die meisten der europäischen Allianzen sind bis 1945 ausgelöscht worden. Einen neuen Schwung bekam die Bewegung in den 1960er- und 1970er-Jahren, als parallel in Israel und den Vereinigten Staaten von Amerika eine junge Generation das Ruder übernahm, die nun ihre jüdische Identität bewusster ausleben und auch jüdische Religionspraxis in ihr religiöses Leben integrieren wollte. 1975 ist die Hebrew Christian Alliance of America (HCAA) unter Einfluss der Jungen in Messianic Jewish Alliance of America (MJAA) umbenannt worden. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs verbreitet sich die Bewegung auch in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und ist mit den jüdischen Kontingentflüchtlingen nach Deutschland getragen worden. Viele ihrer hiesigen Mitglieder stammen darum aus der ehemaligen Sowjetunion.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Messianische Synagoge in Dallas, Texas

Die Mehrzahl der Messianischen Juden lebt in den USA, Israel, Kanada, Mexiko, Argentinien, dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Südafrika, der Ukraine und Russland. Die beiden größten Zentren sind die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel. 2016 wurde die Zahl der messianisch-jüdischen Gruppen und Gemeinden in den USA auf etwa 300 geschätzt, in Israel auf ca. 120, in Deutschland auf 25–40; die weltweit größte Gemeinde existiert in Kishinev mit über 1000 Mitgliedern.[21]

Situation in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Aufklärung gab es zahlreiche Juden, die zum Christentum in üblicher katholischer oder evangelischer Prägung konvertiert sind. Sie haben aber weitgehend keine eigenen Gemeinden oder Verbünde gebildet, von den Bestrebungen Hebräischer Christen abgesehen. Die Bewegung der Hebräischen Christen in Deutschland hat mit dem Holocaust ihre Kraft verloren. Die deutsche hebräisch-christliche Allianz ist in den 1980er-Jahren schließlich eingegangen. Die hiesige messianisch-jüdische Bewegung ist also – anders als in den USA – nicht aus einer Verjüngung der hebräisch-christlichen Allianz hervorgegangen. Vielmehr gibt es Messianische Juden in Deutschland seit den 1990er Jahren, als die Einwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion Messianische Juden mit ins Land brachte. Die hiesigen Gemeinden und Gruppen leben u. a. in den Großstädten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Köln, München und Stuttgart.[22] In vielen Gottesdiensten wird auf Russisch gepredigt, da fast alle Mitglieder der Gemeinden aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion stammen. Die Gemeinden der Messianischen Juden haben Kontakt zu den Baptisten und anderen Freikirchen und zur Deutschen Evangelischen Allianz. Im März 2011 nahmen 23 Wissenschaftler aus Europa und Israel am ersten Europäischen Messianisch-Theologischen Symposium in Berlin teil und verfassten eine Erklärung dazu, ein weiteres fand 2013 statt.[23]

Jüdisch messianischer Friedhof in Haifa, Israel

Situation in Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Israel lassen sich seit Mitte des 19. Jhs. hebräisch-christliche Gruppen nachweisen.[24] Bereits seit den 1920er-Jahren gab unter jesusgläubigen Juden Bestrebungen, sich von den ausländischen Missionsorganisationen abzugrenzen und eigene Gruppen und Gemeinden mit jüdischem Gepräge zu gründen. Die Staatsgründung 1948 – und damit das Ende der Kolonialzeit – hat diesem Trend weiteren Schub verliehen. Größer wurde die Bewegung allerdings erst in den 1960er- und 1970er-Jahren. Zahlenmäßig hat sie durch die Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion seit den 1990er-Jahren stark zugelegt. 1998-1999 wurde eine Erhebung durchgeführt, die rund 80 Gruppen und Gemeinden mit etwa 5000 Messianischen Juden erfasste.[25] Seither ist die Bewegung weiter gewachsen; ihre Zahl wird heute auf 6.000–15.000 Mitglieder geschätzt.[26] Die meisten von ihnen stammen aus der ehemaligen Sowjetunion, den USA, Israel und aus Äthiopien. Einige der Gemeinden arbeiten eng mit Baptisten zusammen, andere mit internationalen protestantisch-charismatischen Netzwerken. Viele der Gemeinden stehen durch eine Konferenz messianisch-jüdischer Gemeindeleiter in regelmäßigem Austausch. Die erwähnte Untersuchung zeigt auf, dass viele Messianische Juden aufgrund ihrer religiösen Ausrichtung Diskriminierung erleben.[27]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdische Sicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Judentum erwartet das Kommen des Messias in der Zukunft. Es hat andere Vorstellungen von Wesen und Rolle des Messias als das Christentum und erkennt Jesus nicht als Messias an, da er nicht die jüdischen Kriterien für den Messias erfüllt.[28] So genannte Messianische Juden sind nach jüdischer Ansicht eine christliche Sondergemeinschaft. Juden, die freiwillig zu ihnen konvertieren, verlieren deshalb ihre Rechte als Juden. Diese Regelung ist maßgebend für ihre Stellung hinsichtlich des Staates Israel und weltweit hinsichtlich aller jüdischer Gemeinden und Organisationen. Konvertieren Juden zum Messianischen Judentum und stellen später einen Antrag auf Einbürgerung in Israel nach dem Rückkehrgesetz, so wird ihr Antrag abgelehnt; sie haben aufgrund ihrer Konversion ihre Rechte nach dem Rückkehrgesetz verloren.[29] Der weitaus größte Teil der heutigen sich selber Messianische Juden nennenden Menschen sind darum nach jüdischem Verständnis Christen, auch in Israel. Obwohl sie vielleicht sogar jüdische Wurzeln haben, anerkennen sie Jesus als Gott. Damit sind sie – wenn auch nicht formell – zum Christentum übergetreten. Der Weg zurück zum Judentum bleibt Messianischen Juden wie anderen Konvertiten offen, sie müssen jedoch ihrem Glauben an Yeshua HaMashiach ernsthaft und absolut abschwören. Meist ist auch ein Tauchbad in der Mikwe erforderlich.[30]

Viele Messianische Juden sind missionarisch aktiv, wobei der Schwerpunkt ihrer missionarischen Arbeit darauf liegt, den Glauben an Yeschuah Hamaschiach an jüdische Menschen weiterzugeben. Dabei beziehen sie den neutestamentlichen Missionsbefehl (Mt 28,19–20 EU) auch auf die Juden. Deshalb wird ihnen von Seiten des Judentums äußerst reserviert und kritisch begegnet. Konversionen, die von ihnen ausgehen, werden von manchen Juden als eine Bedrohung und „Vollendung der Schoa“ angesehen.[31] Der Rabbiner Andreas Nachama kritisiert die Judenmission: „Aus der Sichtweise von in jüdischen Strukturen organisiertem Judentum schließt es sich schlicht aus, an Jesus zu glauben und Jude zu sein.“ Er spricht von „klassischem Antijudaismus“.[32] Der liberale Rabbiner Chaim Z. Rozwaski sieht einen Versuch, das Judentum an seinen Zweigen und Wurzeln zu zerstören: „Zu behaupten, es sei möglich, ein ‚Jude für Jesus‘ zu sein, beschädigt das Gewissen und das religiöse Denken beider Richtungen, und in diesem Sinne ist die Bewegung böswillig“, „[…] ob man einen Juden in der Gaskammer tötet oder durch Konversion – in beiden Fällen ist er als Jude tot“.[33]

Nach Ansicht des Zentralrat der Juden in Deutschland bewerben Messianische Juden gezielt Kontingentflüchtlinge aus Osteuropa und machen sich deren geringes Wissen über das Judentum zunutze.[34]

Sicht der EKD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche und die römisch-katholische Kirche in Deutschland vertreten zwar die Theologie nur eines Heilsweges.[35] Die von vielen Messianischen Juden betriebene Judenmission stößt in den Amtskirchen dennoch auf Kritik. Ihre Missionsarbeit unter anderen Juden wird von vielen als anstößig und störend empfunden.[36] Ihr religiöser Status – so die Studie Christen und Juden III der Evangelische Kirche in Deutschland – ist aus christlicher Sicht ungeklärt.[37] Abgesehen von evangelikalen Kirchen, Gemeinden und Werken – auch innerhalb der EKD – werden sie in den Volkskirchen oft kritisch wahrgenommen, insbesondere in Kreisen, die den christlich-jüdischen Dialog pflegen. Nachdem der Deutsche Evangelische Kirchentag Gruppen der Messianischen Juden in den vergangenen Jahren verbot, einen Stand auf dem „Markt der Möglichkeiten“ zu führen, hat ihnen der Ökumenische Kirchentag in München 2010 erstmals eine eigene Veranstaltungsreihe zugestanden, die in der Münchner Paul-Gerhardt-Gemeinde stattfand. Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2013 in Hamburg fanden sie im Stand der SELK „Kirchenasyl“. Auf dem Kirchentag 2015 in Stuttgart wurde ein Podiumsgespräch zum Thema Messianisches Judentum angeboten. Bei diesem Podium diskutierten ein Jude, ein Messianischer Jude und ein christlicher Bischof gemeinsam. Am christlich-jüdischen Dialog in Deutschland sind die Messianischen Juden nicht beteiligt. Eine neue Publikation von deutschen Theologen, die im christlich-jüdischen Dialog engagiert sind, wirbt hingegen dafür, dass Begegnung zwischen den Amtskirchen und Messianischen Juden stattfinden möge.[38] Ein Beschluss der EKD-Synode zum Thema „Juden und Christen“, der auf der Tagung vom 3. bis zum 9. November 2016 in Magdeburg gefasst wurde, hält fest, dass Christen nicht berufen seien, Juden den Weg zum Heil zu weisen und sie zu einem Religionswechsel zu führen. Die Formulierung zeigt das Ringen innerhalb der EKD: Über die Missionsarbeit von Messianischen Juden ist mit diesem Beschluss keine Aussage gemacht worden, da Messianische Juden in ihrem Selbstverständnis keinen Religionswechsel propagieren und sich selbst weiterhin als Juden sehen. Messianische Juden finden im ganzen Beschluss keine Erwähnung, womit offen bleibt, ob die EKD sie als „Christen“ oder Juden" definiert und wie die EKD folglich messianisch-jüdische Missionsarbeit bewertet.[39]

Stimmen aus dem internationalen Kontext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Erinnerung an das alte Apostelkonzil in Jerusalem wurde 1995 von Messianischen Juden und Vertretern aus mehreren christlichen Denominationen in den USA die Initiative Towards Jerusalem Council II[40] gegründet. Ziel dieser Initiative ist das Schaffen eines Bewusstseins, dass entgegen jahrhundertelanger Tradition jenen Juden, die sich zum Glauben an Jesus Christus bekennen, ihre jüdische Identität von Seiten der Kirchen nicht abgesprochen werden soll.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schalom Ben-Chorin: Messianische Juden. Judenchristen in Israel. In: Ders.: Theologia Judaica. Gesammelte Aufsätze. 2. Band, hrsg. von Verena Lenzen. Mohr Siebeck, Tübingen 1992, ISBN 3-16-145801-X, S. 177–178 (zuvor in Israel Nachrichten, 4. Juni 1987; Jüdische Allgemeine, 4. Juni 1987).
  • Dan Cohn-Sherbok: Messianic Judaism. Continuum, London u. a. 2000, ISBN 0-8264-5458-5.
  • Andreas Hornung: Messianische Juden zwischen Kirche und Volk Israel. Entwicklung und Begründung ihres Selbstverständnisses. Brunnen, Gießen/Basel 1995, ISBN 3-7655-9397-4.
  • Kai Kjaer-Hansen, Ole Chr. M. Kvarme: Messianische Juden. Judenchristen in Israel. Verlag der Evangelischen Lutherischen Mission, Erlangen 1983, ISBN 3-87214-156-2 (zuvor dänisch: Messianske jøder. En præsentation af de kristne jøder i Israel. Svanne, Christiansfeld 1979, ISBN 87-85190-62-4).
  • Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Mit Beiträgen von Richard Harvey, Peter Hirschberg, Hanna Rucks, Sven Schönheit und Hans-Joachim Scholz. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-7887-3055-0.
  • Fritz May: Aufbruch im Heiligen Land. Messianische Juden in Israel. Wer sie sind – was sie wollen – wie sie diskriminiert werden. 2. Auflage. Schulte & Gerth, Asslar 1998, ISBN 3-89437-429-2.
  • Stefanie Pfister: Messianische Juden in Deutschland. Eine historische und religionssoziologische Untersuchung (= Dortmunder Beiträge zu Theologie und Religionspädagogik. Band 3). Lit, Berlin/Münster 2008, ISBN 978-3-8258-1290-4, (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Hanna Rucks: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2014, ISBN 978-3-7887-2879-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Messianisches Judentum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hanna Rucks,: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2014, ISBN 978-3-7887-2879-3, S. 4–17.
  2. Glauben und Wissen auf der Website der Messianisch Jüdischen Gemeinde e.V., Stuttgart. Abgerufen am 4. September 2013.
  3. Hanna Rucks: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel. Neukirchen-Vluyn, Neukirchen 2014, ISBN 978-3-7887-2879-3, S. 4–15.
  4. Deborah Hertz: Wie Juden Deutsche wurden. Die Welt jüdischer Konvertiten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Campus Verlag, Frankfurt / New York 2010, ISBN 978-3-593-39170-0, S. 28.
  5. Hanna Rucks: Das Phänomen "Messianische Juden". Jesusgläubige Juden in Geschichte und Gegenwart. In: Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-7887-3055-0, S. 16–17.
  6. Daphna Berman: Aliyah with a cat, a dog and Jesus. Haaretz. 10. Juni 2006. Abgerufen am 9. August 2010: „In rejecting their petition, Supreme Court Justice Menachem Elon cited their belief in Jesus. ‘In the last two thousand years of history…the Jewish people have decided that messianic Jews do not belong to the Jewish nation…and have no right to force themselves on it,’ he wrote, concluding that ‘those who believe in Jesus, are, in fact Christians.’“
  7. Hanna Rucks: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel, Neukirchener Verlag 2014, S. 477.
  8. Hanna Rucks: Reizwort Judenmission. In: Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-7887-3055-0, S. 109–113.
  9. Kirchenamt der EKD (Hrsg.): Christen und Juden I-III. Die Studien der Evangelischen Kirche in Deutschland 1975-2000. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2002, ISBN 3-579-02374-8, S. 169–172.
  10. Carol Harris-Shapiro: Studying the Messianic Jews. In:Messianic Judaism: A Rabbi’s Journey Through Religious Change in America (), Beacon Press, Boston, Massachusetts 1999, ISBN 0-8070-1040-5, S. g. 3, OCLC 45729039: „And while many evangelical Churches are openly supportive of Messianic Judaism, they treat it as an ethnic church squarely within evangelical Christianity, rather than as a separate entity.“
  11. Richard Harvey: Messianisches Judentum – Eine Insider Perspektive. In: Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-7887-3055-0, S. 29.
  12. Hanna Rucks: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2016, ISBN 978-3-7887-2879-3, S. 307.
  13. Tuvya Zaretsky: Das Evangelium – auch für Juden. Impulse aus der messianischen Bewegung. Brunnen, Basel/Gießen 2006, S. 41.
  14. Hanna Rucks: Das Phänomen "Messianische Juden". In: Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-7887-3055-0, S. 17–20.
  15. David H. Stern: Messianic Judaism. A Modern Movement With An Ancient Past. 2. Auflage. Lederer Books, Clarksville 2007, ISBN 978-1-880226-33-9, S. 125–187.
  16. Hanna Rucks: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2014, ISBN 978-3-7887-2879-3, S. 337.
  17. Hanna Rucks: Das Phänomen "Messianische Juden". In: Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-7887-3055-0, S. 17–20.
  18. Hanna Rucks: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2014, ISBN 978-3-7887-2879-3, S. 468–475.
  19. Dan Cohn-Sherbok: Messianic Judaism. Cassell, London / New York 2000, ISBN 0-304-70730-9, S. 15–37.
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  22. Stefanie Pfister: Messianische Juden in Deutschland. Eine historische und religionssoziologische Untersuchung. Lit Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-8258-1290-4, S. 156.
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  24. Hanna Rucks: Messianische Juden. Geschichte und Theologie der Bewegung in Israel. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2014, ISBN 978-3-7887-2879-3, S. 62–306.
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  29. „Das Rückkehrgesetz (1950) garantiert allen Juden, wo immer sie auch leben, das Recht, als Oleh (jüdischer Einwanderer) nach Israel zu kommen und israelischer Staatsbürger zu werden. Im Zusammenhang des Gesetzes gilt als ‚Jude‘, wer als Kind einer jüdischen Mutter geboren wurde, oder zum Judentum übergetreten ist und keiner anderen Religion angehört. […] Seit 1970 wurde das Immigrationsrecht unter diesem Gesetz erweitert. Es bezieht sich fortan auch auf Kinder und Enkel eines Juden, den Ehepartner eines Kindes eines Juden und den Ehepartner eines Enkels eines Juden. Absicht dieses Zusatzes ist es, die Einheit von Familien zu garantieren, in denen es zu religiös gemischten Ehen kam; er bezieht sich nicht auf Personen, die Juden waren und ihre Religion freiwillig geändert haben.“ Quelle: Erwerb der Staatsangehörigkeit aufgrund des Rückkehrgesetzes. Website www.israwiss.net. Abgerufen am 19. Februar 2011.
  30. Gabriel Miller: Kinder einer ehemaligen Jüdin. Website haGalil.com. Abgerufen am 19. Februar 2011.
  31. Die jüdische Antwort an Missionare. Handbuch gegen Mission von Rabbi Bentzion Kravitz
  32. Johannes Boie: Auf Missionsreise in Berlin In: Der Tagesspiegel vom 7. Dezember 2007
  33. Chaim Rozwaski: „Messianisches Judentum“: Gift im Schokoladenbonbon, haGalil, undatiert
  34. Johannes Boie: Falscher Heiligenschein, Seite des Zentralrats der Juden in Deutschland vom 30. September 2005
  35. Universität Bonn: Theologische Fragen und Perspektiven im christlich-jüdischen Dialog
  36. Eine Aktion gegen die „Judenmission“ auf haGalil.com. Abgerufen am 19. Februar 2011.
  37. Evangelische Kirche in Deutschland (Hrsg.): Christen und Juden III. Schritte der Erneuerung im Verhältnis zum Judentum. Eine Studie der Evangelischen Kirche in Deutschland. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2000, S. 62.
  38. Ulrich Laepple (Hrsg.): Messianische Juden – eine Provokation. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-7887-3055-0.
  39. Kundgebung der 12. Synode der EKD auf ihrer 3. Tagung. EKD, 9.11.2016, abgerufen am 22. November 2016.
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